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Wanderungen in den Pollauer Bergen


Tag 1 - Von Mikulov nach Pavlov

Tag 2 - Halb herum und über den Devin (Maidenberg)




Wanderungen in den Pollauer Bergen


Vorgeschichte


Pollauer Berge von der Bahnstrecke Lundenburg- Brünn

Schon oft bin ich nun schon mit der Bahn nach Brünn und meist weiter gefahren. Dabei führt die Strecke durch flaches Schwemmland. Die March bildet über weite Strecken die Grenzen zwischen Östereich bzw. Tschechien und der Slowakei und hat eine breite Ebene vorbei an Olmütz bis zur polnischen Grenze geschaffen. Die Thaya (tschechisch Dyje) mündet von Westen kommend in die March, sie bildet oft tief eingegraben über weite Strecken die österreichisch-tschechische Grenze. Vor der Mündung in die March macht sie noch einen Bogen nach Norden. Zusätzlich kommt von Norden vorbei an Brünn noch die Svratka (deutsch Schwarza). In diesem flachen Land ist mir beim Blick aus dem Bahnfenster in der Ferne immer eine markanter Berg mit einer Ruine aufgefallen, der einsam aus der Ebene aufragt. Neugierig habe ich also nachgesehen und festgestellt, dass die Pollauer Berge (tschechisch Pálava) ein schönes Wandergebiet mit fantastischen Ausblicken sein müssten. Die Herbsttage mit ihrer Färbung und die optimalen Temperaturen habe ich zu wundervollen Wandertagen genützt.




WANDERTAG 1 - Von Mikulov nach Pavlov


Wanderroute Tag1: Mikulov - Pavlov
Wanderung Mikulov - Pavlov


Mikulov

Begonnen hat der Marsch in Mikulov (deutsch Nikolsburg). Die kleine Stadt liegt nur wenige Kilometer von der Staatsgrenze entfernt und ist rasch zu erreichen. Als ich 2014 begann, Tschechien für mich zu entdecken, gehörte Mikulov mit seinem Schloss aus dem 18. Jahrhundert zu meinen ersten Zielen. Im Ort muntere ich mich noch mit einem Kaffee auf, dannn geht es los.


Wanderung Mikulov - PavlovWanderung Mikulov - PavlovWanderung Mikulov - PavlovWanderung Mikulov - Pavlov
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Svatý kopeček (Heiliger Berg)

Anstatt gleich den Ort nordwärts zu verlassen, lege ich zu Beginn eine kleine Fleißaufgabe ein. Der Svatý kopeček (deutsch Heiliger Berg, früher Tanzberg) mit seinem Kreuzweg, mehreren Kirchen und vor Allem dem wunderbaren Blick über Mikulov wollte ich nicht beiseite liegen lassen, der steile Aufstieg entschädigt dafür. Der 363m hohe Svatý kopeček gehört bereits zu den Pollauer Bergen, vom Gipfelplateau ist die Reihe an Erhebungen bereits sichtbar. Gemeinsam haben sie relativ steile Flanken und flache Gipfelplateaus. Es sind Klippen aus Jurakalk und Flysch, die der Abtragung durch die Flüsse im Gegensatz zum flachen Umland widerstanden haben und so auffallend frei aufragen, wenn sie auch lange nicht alpine Höhen erreichen. Geologisch gehören sie zu den Ausläufern der Westkarpaten. Mit ihren Grassteppen und Buchen- und Eichenwäldern bieten sie Lebensraum für viele seltene Pflanzen- und Tierarten. Für einen großen Teil davon gelten deshalb strenge Verhaltensregeln im als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesenen Gelände.


Wanderung Mikulov - PavlovWanderung Mikulov - PavlovWanderung Mikulov - Pavlov
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Und auch schon das Ziel vor Augen … (aber noch ein paar Schritte entfernt 8-))


Wanderung Mikulov - PavlovWanderung Mikulov - PavlovWanderung Mikulov - Pavlov


Turold

Vom Svatý kopeček war ich bald wieder unten und nun am Nordrand von Mikulov. Dort beginnt der kleine Höhenrücken des Turold, bekannt für die auch für Besucher zugänglich gemachte Turold-Höhle. Der Weg führt auf halber Höhe westlich um den Hügel herum, zum ersten mal begegne ich den Weingärten, das südmährische Weinbaugebiet zählt zu den mit Abstand bedeutendsten Tschechiens.


Wanderung Mikulov - PavlovWanderung Mikulov - PavlovWanderung Mikulov - Pavlov
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Nach der Passage des Turold führt der Weg neben der Landstraße von Mikulov nach Pavlov. Mit dem Auto wäre das ein Katzensprung, allerdings würde man auch viele der Naturdetails verpassen. Das sind die Herbstblumen und tiefroten Beeren auf den Sträuchern. Und immer wieder ragen aus den Wiesen Felsspitzen meterhoch aus den Feldern, viele davon wurden mit Namen bezeichnet, Teile dieses Bergzuges. Der Weg führt angenehm nicht auf der wenig befahrenen Straße, sondern daneben auf Feldwegen.


Stolová hora (Tafelberg)

Der nächste Hügel verdient wieder die Bezeichnung als Berg. Es ist der 458 m hohe Stolová hora (deutsch Tafelberg). Es ist ein kurzer, aber steiler Anstieg, bis man auf dem weiten flachen Gipfelplateau angelangt ist. Dafür bietet sich auch hier ein Panoramablick. Das ist auch schön an dieser Wanderung, man hat die Erhebungen am Weg fast ständig vor sich, merkt wie man sich dem Ziel nähert und die Kirchen bei Mikulov immer mehr zu Konturen werden.


Wanderung Mikulov - PavlovWanderung Mikulov - PavlovWanderung Mikulov - Pavlov
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Hrad Sirotčí hrádek (Ruine Waisenstein)

Auf halbem Weg hinunter vom Stolová hora befindet sich eine Burgruine, die man schon von der Ferne sieht. Die Ruine hrad Sirotčí hrádek (deutsch Waisenstein, auch Rasenstein oder Rossenstein) entstand aus der von den Liechtensteinern im 13. Jahrhundert errichteten Burg, die im Zuge des Dreissigjährigen Krieges 1645 von schwedischen Truppen erobert wurde und seither dem Verfall preis gegeben ist. Lange betrachte ich sie nicht, die spektakuläre Ruine auf den Felsnadeln. Nur mehr ein kurzes Stück ist es bergab und schon ist man nach dem kleinen Ort Klentnice (deutsch Klentnitz) wieder bei der Landstraße zurück.

http://www.hrady.cz/?OID=280


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Palava und Děvín

Nun steht nur noch ein Bergblock vor mir, das ist der erhabene Höhenrücken mit der höchsten Erhebung der Pollauer Berge, der Vorgipfel Děvín (549 m) und durch einen Einschnitt getrennt der Palava (Maidenberg) (554 m). Oben langgezogen flach wird er von steilen Abhängen umzogen, die teilweise als schroffe felsige Abbrüche ausgeprägt sind. Man kann den Berg auf halber Höhe in dem Buchen- und Eichenwald umrunden, aber nur vier Wege führen hinauf auf die Ebene. Die Wege sind allesamt sehr gut markiert, an den Kreuzungspunkten zusätzlich eindeutig beschildert.

Als sehr hilfreich hat sich auch wieder die hervorragende Landkarten-App mapy.cz (Link führt auf die Version im Webbrowser), wo bei den eingezeichnete Wegen sogar die Farben den Wegmarkierungen entsprechen.


Wanderung Mikulov - PavlovWanderung Mikulov - PavlovWanderung Mikulov - Pavlov
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Ruine Děvičky (Maidenburg)

Den Gipfel hebe ich mir noch für den nächsten Tag auf, durch den Wald folge ich dem Berg in seiner Länge bis am Ende nach einem Sattel die Ruine Děvičky (Maidenburg) auf einer an drei Seiten unzugänglichen Nase thront. Vom Glanz der stolzen Burg aus dem 13. Jahrhundert zeugen auch nur mehr Ruinen, jedoch ist der Ausblick fantastisch. Die Hänge fallen steil ab, entlang der aufgestauten Thaya reihen sich die kleinen Weindörfer.

http://www.hrady.cz/index.php?OID=127


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Pavlov (Pollau)

Nachdem ich mein Tagesziel, den total hübsch gelegnen Ort Pavlov (Pollau) von oben betrachtet habe, eile ich hinunter. Ich bin froh, nun angelangt zu sein. Etwas unterschätzt hatte ich den Spaziergang mit seinen doch immer wieder ausgeprägten Steigungen. Nach 5½ Stunden konnte ich doch endlich die Wanderschuhe aufschnüren. Pavlov zählt zwar nicht einmal 600 Einwohner, als bei Touristen beliebter Ort fehlt es einem an nichts. Mein Appartment im Zentrum gleich neben der Kirche Hl. Barbara (1740) war neu und sehr modern, ich freute mich eine Flasche des eingekühlten Weins mit auf die Terrasse zu nehmen und noch ein paar Gläser als Belohnung zu genießen, bevor es abendlich abkühlte. Angesichts der Tatsache, dass ich Mitte Oktober im kurzärmligen Shirt wanderte und nur bei Rastpausen den Pulli überstreifte, kann ich mich aber wahrlich nicht beklagen, im Gegenteil, optimaleres Wanderwetter gibt es wohl kaum. Verpflegung könnte man auch im Supermarkt oder beim Greißler einkaufen, ich aber gehe ins Hotel am oberen Ortsrand zum Abendessen. Satt und müde habe ich dann wirklich gut geschlafen.


Wanderung Mikulov - PavlovWanderung Mikulov - PavlovWanderung Mikulov - Pavlov
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Ich bin am letzten Berg nicht über den Gipfel gegangen, sondern unterhalb der Baumgrenze entlang. Jetzt habe ich schon die Wanderschuhe an, da will ich natürlich auch auf den Gipfel. Doch zuerst einmal um den Berg herum durch die Weindörfer. Das steht im » Bericht zum Tag2.