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Berge und Süden


Pass mit grandiosem Ausblick


Wie schon tags zuvor fahren wir der Küste entlang bis kurz vor Kotor, dann allerdings den Berg hinauf. Und hinauf bedeutet Serpentinen, viele Serpentinen, bis der erste Pass auf 900 Meter über dem Meer erreicht ist. Dort ist ein Halt unbedingt notwendig, denn mit jeder Kurve wird der Ausblick über die Bucht von Kotor spektakulärer, die sich fjordähnlich zwischen den Bergen ins Landesinnere zwängt. Was heute motorisiert ohne Anstrengung geht, muss in früherer Zeit eine echte Barriere gewesen sein, diese parallel zur Küste verlaufenden Berge zu überqueren.


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So, um nach dem atemberaubenden Ausblick wieder Halt auf dem Boden zu bekommen, ist ein Schnaps notwendig, ob er zur frühen Stunde nun schmeckt oder auch nicht. In Njeguši mit seinen saftigen Weiden ist die deftige Jause bestellt, heimischer Speck und Käse gehören verkostet.


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Cetinje


Frisch gestärkt gilt es noch einen Pass zu überwinden, diesmal sogar über 1100 Meter hoch gelegen. Das Ziel dieser Bergtour ist eine Stadt in der Hochebene dahinter, Cetinje war von großer Bedeutung in der Geschichte Montenegros.


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Während die montenegrinische Küstenregion bei den Seemächten begehrt war, drangen diese aber nicht dauerhaft ins gebiergige Hinterland vor. So konnte sich im späten 15. Jahrhundert ein erstes Staatsgebilde formen, das von den Fürstbischöfen (Metropoliten) von Cetinje aus regiert wurde. Immer wieder gab es Vorstöße der Osmanen, die das Flachland um Podgorica und den Skutarisee okkupiert hatten. Dabei wurde auch das Kloster von Cetinje zerstört, so dass heute der Nachfolgebau aus dem frühen 18. Jahrhundert zu besuchen ist. Der Metropolit der Serbisch-orthodoxen Kirche residiert auch heute noch im Kloster, daneben gibt es in Cetinje auch den Metropolitensitz der umstrittenen unabhängigen Montengrinisch-othodoxen Kirche.


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Das Fürstbistum wurde schließlich von Mitgliedern der Familie Petrović-Njegoš vererbt (meist an den Neffen) bis Fürst Danilo ab 1852 als rein weltlicher Fürst die Herrschaft über Montenegro ausübte. Sein Neffe Nikola wurde schließlich im Jahr 1900 sogar international als König anerkannt. Das Land wurde modernisiert und die enge Bindung an Russland forciert, drohte dem kleinen Land immer schon die Angliederung ans größere Nachbarland Serbien. In Cetinje wurde ein durchaus ansehnliches Königsschloss gebaut, die Botschaftsgebäude der europäischen Großmächte stehen heute noch. Im Zuge des Ersten Welkriegs besetzte die Habsburgermonarchie 1916 auch Montenegro, der König musste über Italien nach Frankreich fliehen. Danach kam Montenegro zu Serbien bzw. zu Jugoslawien, Podgorica wurde zur wichtigsten Stadt Montenegros und mit der Unabhängigkeit 2006 auch zu Haupstadt und Sitz der Regierung. Als “Alte Hauptstadt” spielt Cetinje aber immer noch eine herausragende Rolle, der Staatspräsident hat hier seinen offiziellen Amtssitz und einige Fakultäten der Universität sind hier angesiedelt.


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Skutarisee


Von Cetinje geht es wieder begab nach Rijeka Crnojevića, wo der gleichnamige Fluss dem Skutarisee zufließt, dem mit 370 km² größten See am Balkan. Je nach Sprachstamm wird der See auch Shkodrasee oder Skadarsee bzw. Skadarsko Jezero genannt. Ein Drittel des Sees liegt auf albanischem Staatsgebiet. Hauptzufluss ist die Morača, die wir ja schon kennen gelernt hatten. Nun aber bestaunen wir den kleineren Rijeka Crnojevića. Schon bei der Zufahrt haben wir bewundernd betrachtet, wie sich der Fluss zwischen den Hügeln mäandert. Bei einer Bootsfahrt beobachten wir die Sumpfplanzen beiderseits des Flusses, die einer artenreichen Vogelwelt Heimat bieten.


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Bar


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Am letzten Tag vor der Heimreise machen wir uns noch auf, um den südlichen Küstenabschnitt zu erkunden. Zuerst ist Bar an der Reihe. Direkt am Meer liegt der moderne Bade- und Hafenort, wir aber spazieren durch die etwas höher am Hügel gelegene Ruinen der Altstadt. Ein Großteil der Altstadt wurde bereits im osmanisch-montenegrinischen Krieg 1877 zerstört, endgültig aufgegeben wurde sie aber erst nach dem großen Erdbeben 1979. Es hat schon ein eigenes Flair, durch die Gassen zwischen den Ruinen zu wandern.


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Olivenbaum 2000 Jahre alt


Bei Mirovica wartet ein alter Herr, der Olivenbaum ist nachweislich über 2000 Jahre alt. Wenn er erzählen könnte …


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Ulcinj


Die südlichste Stadt Montenegros ist Ulcinj. Erst 1880 kam sie zu Montenegro, bis dahin war sie Teil des Osmanischen Reichs. Das ist auch heute noch bemerkbar, 70 Prozent der Bevölkerung sind der albanischen Volksgruppe zugehörig und muslimischen Glaubens. Der Strand in der Bucht wird eifrig von Badegästen frequentiert, wir aber erklimmen die seitlich davon liegende schon seit der Antike befestigte Altstadt.


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Von Ulicinj sind es noch 13 Kilometer bis zur albanischen Grenze, dort zieht sich ein langer breiter Sandstrand entlang, der von Großhotels noch weitgehend verschont ist. Eine Chance, diese Region sanft und harmonisch zu entwickeln. So nett die besuchten Städte am Meer auch sind, die kleinen Strände wären mir für einen Badeurlaub doch eindeutig zu gedrängt. Der „Große Strand” im Süden bietet nur in wenigen Abschnitten Sonnenschirme, die von Urlaubern aus Pensionen oder Campingplätzen besucht werden.


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Der Skutarisee hat mit der Buna einen Abfluss ins Meer. Der Fluss bildet in seinem Verlauf die Grenze zwischen Montenegro und Albanien. Kurz vor der Einmündung ins Meer teilt er sich und bildet die natürliche Insel Ada, auf der schon in jugoslawischer Zeit ein Refugium für FKK-Urlauber angelegt wurde. Das Glitzern der Sonne an der Mündung der Buna sehen wir von der Brücke aus.


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