liakada-web

(c) Herbert Frank 2002 - 2019

liakada-web

(c) Herbert Frank 2002 - 2019

User Tools

Site Tools






Kerameikos

Ein ganz besonderer Ort stand noch vor den Pflichtbesuchen der Griechischen Agora und der Akropolis auf meinem Programm, die Erwartung wurde mehr als erfüllt. Nur wenige hundert Meter (bzw. eine Metrostation) vom Zentrum der antiken Stadt weg befindet sich Kerameikos (Κεραμεικός). Dort befanden sich die Stadtmauer und ein kleiner Bach, der auch heute noch für eine buntere Vegetation als an manch anderen Orten sorgt. Wenn wir heute das Wort Keramik verwenden, so ist es nach jenem Ort benannt. Der Bach sorgte für lehmigen Untergrund, weshalb sich die Töpfer der Antike hier angesiedelt hatten und die Archäologen bei ihren Grabungen vielerlei an Tonwaren der verschiedenen Epochen und Stile zu Tage fördern konnten. Auch war es damals üblich, die Toten nicht innerhalb der Stadtmauern zu begraben, so dass sich hier auch ein großes Gräberfeld mit allerlei Grabdenkmälern findet.


Ermou-Straße von Kerameikos bis SyntagmaKerameikosKerameikos
KerameikosKerameikosKerameikos


Einige der schönen Funde von Kerameikos sind gleich im Museum vor Ort ausgestellt. Der Besucherandrang hält sich hier in Grenzen, so dass man ohne Gedränge in die Geschichte eintauchen kann. Die mit Reliefen geschmückten Grabstelen mag ich besonders (eine Replik ist sogar seit Jahren hinter meiner Wohnungstür in die Mauer eingelassen). Sie zeigen eindrucksvoll, dass das Gefühl von Trauer und Abschiedsschmerz keine Erscheinung unserer Tage ist, sondern auch schon die Menschen der Antike bewegte. Es sind persönliche Zeugnisse, wo ausnahmsweise einmal die Götter und Helden in den Hintergrund treten.


Grabstele des Friedhofs KerameikosGrabstele des Friedhofs KerameikosGrabstele des Friedhofs KerameikosGrabstele des Friedhofs KerameikosGrabstele des Friedhofs KerameikosGrabstele des Friedhofs Kerameikos
Grabstele des Friedhofs KerameikosGrabstele des Friedhofs KerameikosGrabstele des Friedhofs KerameikosGrabstele des Friedhofs KerameikosGrabstele des Friedhofs KerameikosGrabdenkmal des Friedhofs Kerameikos
Grabdenkmal des Friedhofs KerameikosGrabdenkmal des Friedhofs KerameikosGrabdenkmal des Friedhofs Kerameikos Kerameikos


Auch die Grabdenkmäler waren einem Wandel unterzogen, es gab auch jene Phase, wo Tiergestalten über den Grabstellen aufgestellt wurden, ein auffallendes Beispiel ist der wütende Stier, der im Hof des Museums zu besichtigen ist.

In den Vitrinen finden sich auch Teile, die den Verstorbenen mit ins Grab gegeben wurden und auch die Töpferwaren, die die Handwerker hier zurückließen. Es gibt Alltagswaren wie Würfelspiele und tönerne Kinderpuppen ebenso zu bestaunen wie hochelegante Vasen und Krüge und Dekorationselemente wie aus Ton geformte Pferdewägen. Dabei ist die Entwicklung der Formen und Verzierungen zu verfolgen, die geometrische Phase ist beispielsweise leicht von den schwarzgründigen Götterdarstellungen einer anderne Epoche zu unterscheiden.

Ebenfalls im Museum zu sehen sind die Namen, die beim Scherbengericht auf Tonscherben geritzt wurden. Dabei handelt es sich um ein Instrument der frühen Demokratie, dass verhindern sollte, dass einzelne Personen zu mächtig wurden. Wer bei diesen Abstimmungen zu oft genannt wurde, wurde für einige Jahre der Stadt verwiesen. Es handelte sich dabei nicht um eine Form der Bestrafung, der Verstoßene wurde durchaus in Ehren verabschiedet und sein Besitz blieb ihm erhalten, lediglich seine Machtfülle wurde damit auf begrenzte Zeit abgenommen.


KerameikosKerameikosKerameikos
KerameikosKerameikosKerameikos


KerameikosKerameikosKerameikos
KerameikosKerameikosKerameikos
KerameikosKerameikosKinderspielzeug „Puppen”


KerameikosKerameikosKerameikos
KerameikosKerameikosKerameikos
Kerameikos Kerameikos Kerameikos Kerameikos


KerameikosKerameikosKerameikos
KerameikosKerameikosKerameikos
KerameikosKerameikosKerameikos


Im Gelände ist ein Bereich zu sehen, auf dem sich nur Kindergräber befinden. Zahlreich sind auch die Säulen, die die Stelen ablösten, nachdem diese wegen immer prunkvollerer und teurerer Ausführung verboten worden waren. Eine Ecke hatte man den Bestattungen von Prominenten und Feldherren vorbehalten, wie den eingemeißelten Namen der hier ruhenden Toten zu entnehmen ist.


KerameikosKerameikosKerameikos
KerameikosKerameikosKerameikos
KerameikosKerameikosKerameikos
KerameikosKerameikosKerameikos


KerameikosKerameikosKerameikos
KerameikosKerameikosKerameikos


KerameikosKerameikosKerameikos
KerameikosKerameikosKerameikos


Oft ist in solchen Ruienfeldern nur schwer zu erkennen, was sich zur Blütezeit hier befand. Das ist an diesem Ort in den Grundzügen klar zu entziffern. Die Stadtmauer führt quer über das Gelände, durch zwei Tore führten Straßen aus der Stadt heraus. Eine davon war die Prozessionstraße nach Eleusis, wo jährlich die Prozession zu den Mysterien auszog.


KerameikosKerameikosKerameikos
KerameikosKerameikosKerameikos
KerameikosKerameikosKerameikos
KerameikosKerameikosKerameikos
KerameikosKerameikosKerameikos
KerameikosKerameikosKerameikos
KerameikosKerameikosKerameikos
KerameikosKerameikos



KerameikosKerameikosKerameikosKerameikos
Kerameikos Kerameikos Kerameikos Kerameikos



Navigation: