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Kaiserianis


Alte orthodoxe Kirchen aus byzantinischer Zeit gefallen mir besonders, nach Möglichkeit hätte ich gerne eine davon besucht. Wegen seiner Fresken wurde das im Nordwesten Athens auf einem Höhenrücken gelegene Kloster Daphni als Weltkulturerbe eingestuft, es ließe sich zudem gut mit einem Besuch des antiken durch seinen Mysterienkult bekannten Eleusis verbinden. Allerdings wurde Daphni 1999 bei einem Erdbeben schwer beschädigt und der Stand der Renovierungsarbeiten (darf auch die Kirche oder nur das Gelände betreten werden?) ist mir unklar, so wählte ich doch ein anderes Ziel aus.


Kloster KaiserianisKloster KaiserianisKloster Kaiserianis


Vom Likabitos wieder heruntergestiegen nahm ich mir in der langen vor dem Krankenhaus Evangelismos wartenden Taxis eines hinten und der Fahrer war dankbar, wenn auch etwas zweifelnd (er vergewisserte sich mehrfach), ob ich wirklich zum Kloster Kaisariani (Μονή Καισαριανής) wollte. Ja, wollte ich, und es war die paar Euro (€8,-) auch sicher wert. Kaiseriani ist ein Stadtteil im Osten Athens, wo auch ein großer Campus der Universität errichtet wurde. Das Kloster liegt noch etwas östlicher schon ein kleines Stück auf den Berg Ymmitos (Υμηττός) hinan, der immerhin über 1000 m hoch aufragt und der als eine grüne Lunge Athens von Bebauung verschont blieb, sieht man von den Sendeanlagen am Gipfgel ab.

Im 11. Jahrhundert entstanden am Ymmitos mehrere Klöster, eben auch Kaiseriani, dass bis zur Auflösung 1821 als Kloster besiedelt war und nun als Museum zugänglich ist. Auch dieses Kloster wurde 1999 beim Erdbeben schwer in Mitleidenschaft gezogen, die Restaurierungsarbeiten sind aber schon abgeschlossen. Schon in antiker Zeit befand sich an der Stelle ein Heiligtum, der Göttin Aphrodite war ein kleiner Tempel geweiht, von dem allerdings keine Spuren mehr sichtbar sind.


Kloster KaiserianisKloster KaiserianisKloster Kaiserianis
Kloster KaiserianisKloster KaiserianisKloster Kaiserianis
Kloster KaiserianisKloster KaiserianisKloster Kaiserianis


Umgeben ist die Anlage von einer schützenden Mauer. Das wichtigste Bauwerk, die Klosterkirche (das Katholikon) steht im Mittelpunkt. Die hübsche Kreuzkuppelkirche mit dem byzantinsch-charakteristischen Ziegeleinlagen als Dekor stammt aus dem 11. Jahrhundert, Narthex sowie ein Seitenschiff mit Glockenturm wurden im 17. Jahrhundert hinzugefügt. Geweiht ist die Klosterkriche der Aufnahme Marias in den Tempel, das ist auch im ältesten (14. Jhdt.) der schönen Fresken dargestellt, die großteils im 17. Jahrhundert ausgeführt wurden.


Kloster KaiserianisKloster KaiserianisKloster Kaiserianis
Kloster KaiserianisKloster KaiserianisKloster KaiserianisKloster Kaiserianis
Kloster Kaiserianis Kloster Kaiserianis Kloster Kaiserianis


Gleich gegenüber dem Katholikon befindet sich das Refektorium bestehend aus tonnengewölbtem Speisesaal und der Küche, bei der der Rauch des Ofens durch eine zentrale Öffnung in der Kuppel abziehen kann.

Auch wenn jedem Mönch nur eine bescheidenen Kammer zur Verfügung stand, so ist der Zellentrakt doch das größte Gebäude im Klosterareal. Daran schließt ein schmuckes Gebäude an, das noch aus der Entstehungszeit stammt. Badehäuser waren in den frühen orthodoxen Klöstern sehr beliebt, später wurden darin die Presse fürs Olivenöl installiert.


Kloster KaiserianisKloster KaiserianisKloster Kaiserianis
Kloster KaiserianisKloster KaiserianisKloster Kaiserianis
Kloster KaiserianisKloster KaiserianisKloster Kaiserianis


Eine kleine Wanderung unternahm ich noch am Taxiarchis-Hügel. Während das Kloster gut versteckt in einer kleinen Senke umgeben von Wald liegt, führt der Weg danach durch eine mediterrane Bilderbuchlandschaft, die gerade im Frühling mit all ihren Blüten im Kontrast zu den aufragenden dunklen Zypressen von einer besonderen Pracht ist. Würde sich nicht ab und zu ein Ausblick hinab aufs Häusermeer Athens eröffnen, man könnte kaum glauben, sich im Grünen so knapp oberhalb der Großstadt zu befinden.


Kloster KaiserianisKleine Wanderung am Taxiarchishügel beim Kloster KaiserianisKleine Wanderung am Taxiarchishügel beim Kloster Kaiserianis
Kleine Wanderung am Taxiarchishügel beim Kloster KaiserianisKleine Wanderung am Taxiarchishügel beim Kloster KaiserianisKleine Wanderung am Taxiarchishügel beim Kloster Kaiserianis
Kloster KaiserianisKloster KaiserianisKloster Kaiserianis
Kloster KaiserianisKloster KaiserianisKloster Kaiserianis
Kloster KaiserianisKloster KaiserianisKloster Kaiserianis
Kloster KaiserianisKloster KaiserianisKloster Kaiserianis


In 45 Minuten war ich dann vom Kloster unten wieder in den Ausläufern der Stadt an der Endhaltestelle der Buslinie 224 beim Friedhof des Stadtteils Kaiserianis.
(Hilfreich im Athener öffentlichen Nahverkehr: zee.gr).



Byzantinisches Museum


Es kam mir sehr gelegen, dass dass der Bus fast direkt vor einem Museum hält, das auf meiner Wunschliste stand und das sich perfekt an den Klosterbesuch anfügte. Das in einer alten Villa (aus 1840) untergebrachte Byzantinische und Christliche Museum zählt zu den bedeutendsten seiner Art, leider war zum Zeitpunkt meines Besuchs mehr als die Hälfte der Ausstellungsräume nicht zugänglich, schade darum. Oder sollte ich es positiv sehen: ich war mit der Besichtigung schneller als erwartet durch und konnte somit mehr Zeit im angenehmen Cafe im Garten der Villa verbringen.


Byzantinisches Museum AthenByzantinisches Museum AthenByzantinisches Museum Athen
Byzantinisches Museum AthenByzantinisches Museum AthenByzantinisches Museum Athen
Byzantinisches Museum AthenByzantinisches Museum AthenByzantinisches Museum Athen
Byzantinisches Museum AthenByzantinisches Museum AthenByzantinisches Museum Athen
Byzantinisches Museum AthenByzantinisches Museum AthenByzantinisches Museum AthenByzantinisches Museum Athen
Byzantinisches Museum AthenByzantinisches Museum AthenByzantinisches Museum Athen
Byzantinisches Museum AthenByzantinisches Museum AthenByzantinisches Museum Athen


Nach dem Museumsbesuch wollte ich noch die Gartenseite des Gebäudes fotografieren, da gab die Spiegelreflexkamera nach der Auslösung ein ungewohntes Geräusch von sich. Nach 55 000 Auslösungen hatte sich der Verschluss der Kamera verabschiedet. Sie hatte viele spannende und tolle Szenen gesehen und brav und bisher zuverlässig ihren Dienst verrichtet, ich würde sie vermissen. Ab jetzt gibt es bis zur Heimkehr nur mehr Bilder aufgenommen mit der Kompaktkamera, die für solche Notfälle im Gepäck war. Immerhin, besser als keine Fotos.

Nicht besichtigt habe ich das benachbarte Kriegsmsueum, das trifft nicht so meine Interessensgebiete. Neugieriger würde mich schon das Museum auf der anderen Straßenseite machen, das Benaki-Museum zeichnet die gesamte Kunstgeschichte Griechenlands nach, doch dafür fehlte dann die nötige Zeit.


Byzantinisches Museum AthenByzantinisches Museum AthenByzantinisches Museum AthenByzantinisches Museum Athen



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