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Messina


Straße von Messina


Die Runde um die Insel ist schon weit fortgeschritten, viel haben wir schon gesehen. Wir sind nun wieder fast an der Nordseite der Insel angelangt, ganz im Osten halten wir kurz in Messina. Zuerst einmal an einem erhöhten Platz, um einen Blick auf die Straße von Messina zu erhalten. Nur 3 km trennen hier Sizilien vom italienischen Festland, die Wasserstraße verbindet das Tyrrhenische Meer mit dem Ionischen Meer. Ein reger Fährverkehr führt von der Stadt Reggio Calabria nach Messina, selbst Eisenbahnzüge werden auf Fährschiffen übergesetzt. Die beiden 230 m hohen Strommasten stehen noch, über die bis zur Verlegung der Seekabel das sizilianische Stromnetz mit dem italienischen verbunden war, die Gaspipeline am Meeresgrund führt hier ebenso vorbei, die Erdgas aus Algerien nach Europa transferiert. Schon mehrfach gab es Planungen, die Meeresenge mit einer Brücke zu überspannen, seit 2013 liegen die Pläne wieder unrealisiert in den Aktenschränken. Es wäre ein riesiges Bauvorhaben, alleine die Fahrbahn muss in 70 m Höhe geführt werden, um Hochseeschiffen die ungehinderte Passage zu ermöglichen. Doch das größte Problem stellt die Geologie dar, die Verschiebung der Kontinentalplatten bringt hohe Erdbebengefahr mit sich.

Da kann man Messina und der Brücke nur wünschen, was bei der großen Madonnenstatue (Madonna della Lettera) beim Fort San Salvatore an die Mole der Hafeneinfahrt geschrieben steht:
Vos et ipsam civitatem benedicimus” („Wir segnen Euch und die Stadt”).


Hafen und Straße von Messina, dahinter das italienische FestlandHafen und Straße von Messina, dahinter das italienische FestlandHafen und Straße von Messina, dahinter das italienische Festland
Hafen und Straße von Messina, dahinter das italienische FestlandHafen und Straße von Messina, dahinter das italienische FestlandHafen und Straße von Messina, dahinter das italienische Festland
Hafen und Strße von Messina, dahinter das italienische FestlandHafen von Messina mit der MadonnaHafen von Messina mit der Madonna
Straße von Messina mit den Strommasten der ehemaligne FreileitungStraße von MessinaStraße von Messina


Kathedrale von Messina


Ein ausgedehnter Besichtigungstag war in Messina nicht vorgesehen, aber einen Eindruck von Domplatz und Dom wollten wir uns verschaffen. Besonders gut hat mir gleich der Orionbrunnen gefallen, der bis 1553 von Giovanni Angelo Montorsoli, einem Schüler Michelangelos, als Abschluss einer Wasserleitung geschaffen wurde.

Die Kathedrale von Messina geht in ihren Ursprüngen auf eine normannischen Bau aus dem 12. Jhdt. zurück. Jedoch ist die Geschichte des Kirchenbaus eng mit den Katastrophen verbunden, die die Stadt Messina heim suchten. Brände und vor Allem zwei schwere Erdbeben machten mehrfach teilweise Wiederaufbauarbeiten notwendig. Nach dem Beben von 1783 war das schwere Erdbeben von Messina 1908 besonders verheerend. Nicht nur die Kathedrale stürzte ein, besonders schwer war die einst von prächtigen Palais gesäumte Uferpromenade betroffen, die von einem Tsunami überrollt wurde. Viele Menschen hatten nach dem Beben am vermeintlich sicheren Hafen Schutz gesucht und wurden dann Opfer der Monsterwelle, über 100 000 Opfer waren zu beklagen. Weitere schwere Verwüstungen brachten Bombardements 1943, der Dom musste wiederum mit einem neuen Dach versehen werden. Man versuchte aber, möglichst viele Originalteile für die Wiederaufbauten zu verwenden, leider ging aber auch Vieles an Statuen und Dekorelementen verloren.

Der frei stehende Campanile stammt zwar aus 1933, wurde aber stilmäßig passend zur Kathedrale erbaut. Besonderer Hingucker ist die Astronomische Uhr mit ihren fantasievollen Figuren.


Postamt von Messina, ein typischer Bau der 1930er-JahreDer Orionbrunnen am Domplatz von MessinaDer Campanile des Doms von MessinaDer Orionbrunnen am Domplatz von Messina
Der Orionbrunnen am Domplatz von MessinaDer Orionbrunnen am Domplatz von MessinaDer Orionbrunnen am Domplatz von Messina


Dom von MessinaDom von MessinaDom von MessinaDom von Messina
Die Astronomische Uhr am Kirchturm von MessinaDie Astronomische Uhr am Kirchturm von MessinaDie Astronomische Uhr am Kirchturm von Messina
Die Astronomische Uhr am Kirchturm von MessinaDie Astronomische Uhr am Kirchturm von MessinaDie Astronomische Uhr am Kirchturm von Messina


In der Kathedrale von MessinaIn der Kathedrale von MessinaIn der Kathedrale von Messina
In der Kathedrale von MessinaIn der Kathedrale von MessinaIn der Kathedrale von Messina
In der Kathedrale von MessinaIn der Kathedrale von MessinaIn der Kathedrale von Messina


In der Kathedrale von MessinaIn der Kathedrale von MessinaIn der Kathedrale von MessinaFassadendetails der Kathedrale von Messina
Fassadendetails der Kathedrale von MessinaFassadendetails der Kathedrale von MessinaFassadendetails der Kathedrale von Messina
Fassadendetails der Kathedrale von MessinaFassadendetails der Kathedrale von MessinaFassadendetails der Kathedrale von Messina
Fassadendetails der Kathedrale von MessinaFassadendetails der Kathedrale von MessinaFassadendetails der Kathedrale von Messina


Santissima Annunziata dei Catalani


Nur ein kurzes Stück hin zur Hafenfront hat eine andere hübsche Kirche die wirren der Zeit überstanden, die Kirche Santissima Annunziata dei Catalani wie die Kathedrale aus dem 12. Jhdt. und weist Merkmale byzanthinischer und arabischer Architektur auf, jene Mischung, die für die Zeit der Normannenherrschaft typisch ist.


Kirche Santissima Annunziata dei Catalani in MessinaKirche Santissima Annunziata dei Catalani in MessinaKirche Santissima Annunziata dei Catalani in Messina
Kirche Santissima Annunziata dei Catalani in MessinaBlick zum Dom von MessinaBlick zum Dom von Messina


Ein Denkmal an Don Juan de Austria vom spanischen Zweig der Habsburger steht unweit des Doms. Anlass war seine siegreiche Führung in der Seeschlacht von Lepanto im Oktober 1571, bei der die türkisch-osmanische Flotte eine entscheidende Niederlage erlitt.


Don Juan de Austria in MessinaDon Juan de Austria in MessinaDon Juan de Austria in Messina



Tindari


In Messina hat man die Wolken gesehen, die mit hohem Tempo in den Süden geweht werden, das Tiefdruckgebiet über Europa hat sich noch immer nicht ganz beruhigt, nur hatten wir es im südlichen Inselbereich im Windschatten der Berge nicht mitbekommen. Das war an diesem Tag aber doch hinderlich, denn nach dem Stopp in Messina sollte es eigentlich von Milazzo aus mit dem Boot auf die Insel Lipari gehen. Das war nun aber zumindest zur geplanten Abfahrtszeit nich möglich, sturmbedingt war der Schiffsverkehr eingestellt.

Anstatt nun im Hafen abzuwarten, ob nicht vielleicht doch ein Schiff auslaufen würde, wurde aktiv für eine rasche und gute Überfahrt eingegriffen. Wie kann man das wirkungsvoller erledigen, als sich auf Wallfahrt zu begeben?

Die Wallfahrtskirche mit der Schwarzen Madonna von Tindari liegt erhöht auf einem Kap über dem Meer gar nicht weit westlich von Milazzo.


Wallfahrtskirche TindariWallfahrtskirche TindariWallfahrtskirche Tindari
Wallfahrtskirche TindariImmer sicher unterwegsImmer sicher unterwegs


Die Wallfahrtskirche selbst wurde in den 1950er-Jahren erbaut. Die Planer haben keinen Fehler gemacht. Brav erstellten sie eine Liste, was denn eine imposante Kirche so alles benötigt: eine Kuppel, Mosaike, Fresken, Spruchbänder, Marmorsäulen, Glasfenster - alles wurde integriert und nichts vergessen. Und doch macht der Kirchenbau einen seltsam unausgewogenen Eindruck, die Farben sind etwas zu knallig bunt, manches wirkt überladen und nicht ganz harmonisch. Dem Gnadenbild der Schwarzen Madonna (Madonna Nera) wird's egal sein, den meisten Pilgern auch. „Nigra sum sed formosa” („Ich bin schwarz, aber schön”), dieser Spruch wird der aus dem 8. Jhdt. stammenden Ikone zugeschrieben.

Der Ort Tindarys auf der geschützten Anhöhe besteht schon seit antiker Zeit, es gibt dort auch ein Grabungsgelände, dem wir uns aber nicht widmeten. Von der einstigen Bedeutung als Zentrum einer Kirchengemeinde zeugt das noch immer bestehende Titularbistum Tyndaris.


Wallfahrtskirche TindariWallfahrtskirche TindariDon Camillo begrüßt in Tindari
Wallfahrtskirche TindariWallfahrtskirche TindariWallfahrtskirche Tindari
Wallfahrtskirche TindariWallfahrtskirche TindariWallfahrtskirche Tindari
Wallfahrtskirche TindariWallfahrtskirche TindariWallfahrtskirche Tindari


Einen schönen Ausblick in die Berge des Hinterlands und aufs Meer hinaus hat man von Tinadari aus. Unterhalb des Orts ragt eine weiße Sandbank ins Meer hinaus, der Arm der Madonna, der ein hinabfallendes Kind aufgefangen haben soll. Am Ende der Bucht sieht man die auf einer schmalen Halbinsel liegende Stadt Milazzo, wo unser Boot wartet, das uns auf die Liparischen Inseln übersetzen soll, die man ebenso in der Ferne sieht. Gespannt versuchten wir also in die Wolken zu lesen, die der Sturm in Richtung der Berge peitscht.

Die Madonna hatte Mitleid mit uns, denn irgendwann kam der erhoffte Telefonanruf, spätnachmittags sollte sich das Meer etwas beruhigen und mit dem ersten Schiff würden wir auslaufen.




Ausblick von TindariTindariTindari
TindariTindariTindariTindari
TindariTindariTindariTindari
TindariTindariTindari