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Dieppe


Bis Rouen war doch schon eine große Strecke in den Westen des Kontinents vorgedrungen, da wollte ich den kleinen Rest bis zur Atlantikküste auch noch schaffen. Dazu wäre es fast logisch, der Seine bis zu ihrer Mündung bei Le Havre zu folgen, zumdem das die Stadt ist, in der die Eltern Monets ihr Leben verbrachten und die auch er oftmals besuchte. Le Havre wurde im Weltkrieg allerdings derart schwer zerstört, dass es danach nach Planungen des Architekten Auguste Perret neu mit viel Beton aufgebaut wurde. Als Stadt vom Reißbrett wurde sie von der UNESCO sogar auf die Liste des Weltkultuerbes gesetzt, trotzdem lockt mich diese Stadt der 50er-Jahre nicht so sehr (ich denke dabei an die Wiener Stadthalle oder den inzwischen abgerissenen Südbahnhof). So fahre ich nordwärts zur Küste des Ärmelkanals nach Dieppe. War es Zufall, jedenfalls fand ich in Frankreich nur auffallend moderne und saubere Züge vor.


Bahn Rouen-DieppeIm Zug nach DieppeIm Zug nach Dieppe
Fahrt nach Dieppe


Noch bevor ich das Meer zu Gesicht bekomme, gefällt mir der Hafen, der mit mehreren Becken tief in die kleine Stadt hineinreicht. Diese natürliche Bucht brachte Dieppe zu seiner Bedeutung. Die Küste, die in diesem Verlauf mehrheitlich aus Steilklippen besteht (“Alabasterküste”) ist bei Dieppe unterbrochen, neben einem langen Sandstrand führt eine Einfahrt in dennatürlichen Seehafen. Jedenfalls versetzen mich die Hafenatmosphäre und die salzige Meeresluft in einen glücklichen Zustand. Trotzdem marschiere ich nicht direkt zum Meer, sondern will zuerst durch die nach vollständiger Zerstörung Ende des 17. Jhdts. aufgebaute Altstadt streifen.


Hafen von DieppeHafen von DieppeDieppe
Altstadt von DieppeDieppe, Kirche St-JacquesDieppe, Kirche St-Jacques
Dieppe


Die größte Kiche der Stadt ist St-Jacques (ab 12. Jhdt.) geweiht und bietet im Inneren jene Atmosphäre, die den Kirchenbauten der Gotik eigen ist. Das durch die hohen Fenster einfallende Licht wird zusätzlich durch Netz zerstreut und erfüllt den Raum mit einem geradezu mystischen Licht.


Dieppe, Kirche St-JacquesKirche St-JacquesKirche St-JacquesKirche St-Jacques
Kirche St-JacquesKirche St-JacquesKirche St-Jacques
Dieppe, Kirche St-Jacques


Über die nette von Geschäften gesäumte Hauptstraße gelangt man zur zweiten großen Kirche der Stadt St-Rémy (16. Jhdt.), die allerdings reonoviert wird und deshalb geschlossen ist.


Dieppe, Kirche St-RémyKirche St-RémyDieppe, Markt in der Altstadt
Dieppe, Kirche St-Rémy


Am Rande der Altstadt, bevor der flache Stadteinschnitt zu den von der Burg überragten Klippen aufsteigt stoße ich zum ersten Mal auf eines der zahlreichen Denkmäler, die an die Opfer des Zweiten Weltkriegs erinnern. Traurige Berühmtheit erlangte Dieppe mit der Operation Jubilee, als am 19. August 1942 die Westalliierten eine Landeoperation durchführten, die mit enormen Verlusten scheiterte. Zwei Drittel der eingesetzten hautsächlich kanadischen Landungstruppen kehrten nicht heim, die RAF (Royal Air Force) verzeichnete die größten Tagesverlsuste des gesamten Krieges. Die Operation war den deutschen Verteidigern vorzeitig bekannt und ihre Stellungen zu stark, so dass die Angreifer am Strand ohne Deckung leichte Opfer waren. Es wurden Lehren daraus gezogen, die die Erstürmung der Küste im Juni 1944 (“D-Day”) erfolgreicher machten.


Unterhalb der Burg von Dieppe erinnert ein Denkmal an die kanadischen Opfer der Operation JubileeDenkmal für die Opfer der Operation JubileeWeiteres Denkmal für die Toten der Operation Jubilee am Strand von Dieppe
Für die nazideutschen Verteidiger waren die anlandenden alliierten Truppen am Strand von Dieppe leichte AbschussopferUnterhalb der Burg von Dieppe erinnert ein Denkmal an die kanadischen Opfer der Operation JubileeDie Burg von Dieppe
Der gescheiterte Landungsversuch der Operation Jubilee erforderte viele Opfer


Die heutige wehrhafte Burg von Dieppe mit ihren Rundtürmen wurde 1435 gebaut. Schon zuvor stand hier eine Burg der normannischen-englischen Herrscher (z.B. Richard Löwenherz) um die strategisch wichtige Hafenstadt am Ärmelkanal zu sichern.


Aufgang zur Burg von DieppeAufgang zur Burg von DieppeBlick über Dieppe von der Burg
Burg von DieppeBurg von DieppeBurg von Dieppe


Doch mehr als die Burg selbst fasziniert mich der wundervolle Ausblick über die Stadt Dieppe, den langen Sandstrand bis zu den anschließenden Steilfelsen. Es ist so schön, lange sitze ich im Gras neben der Burg im warmen Sommerwind und lasse den Blick schweifen. Ab und zu fährt eines der Boote vom Hafen ins Meer hinaus oder kehrt ein Fischer mit seinem Fang zurück.


Dieppe am ÄrmelkanalDieppe von der burg ausDieppe am Ärmelkanal
DieppeDieppeDieppe


Der Strand von DieppeDer Strand von DieppeDer Strand von Dieppe
StrandspaziergangStrandspaziergangStrandspaziergang


Wehrhaft sichert die Burg von Dieppe die HafenstadtWehrhaft sichert die Burg von Dieppe die HafenstadtWehrhaft sichert die Burg von Dieppe die Hafenstadt
Die Stadt Dieppe unterhalb der BurgDie Stadt Dieppe unterhalb der BurgDie Stadt Dieppe unterhalb der Burg


Wundervoller Ausblick aufs Meer von der Burg von DieppeWundervoller Ausblick aufs Meer von der Burg von DieppeWundervoller Ausblick aufs Meer von der Burg von Dieppe
Wundervoller Ausblick von der Burg von DieppeWundervoller Ausblick von der Burg von DieppeWundervoller Ausblick von der Burg von Dieppe


An den mir gut bekannten Stränden der Adria und Ägäis machen sich die Gezeiten nur minimal bemerkbar. Anders ist hier an der Atlantikküste, wo der Tidenhub bis zu 10 m erreichen kann. Deshalb liegt die Stadt auch etwas vom flachen Strand zurück gesetzt und schwimmen die Boote so tief im Hafenbecken, bei Flut schwimmen die Stege an den langen Pfählen hoch. Dieser große Unterschied ist auch bei Wanderungen entlang der Küste zu beachten, oft werden Personen vom Anstieg bei Flut überrascht.


Dieppe vond er Burg ausDieppe mit seinem breiten StrandDieppe mit seinem breiten Strand
DieppeBei dem großen Unterschied zwischen Ebbe und Flut sind Tabellen zum Wasserstand wichtigDieppeDieppe


Ein kleines Stück spaziere ich noch am oberen Rand der Klippen entlang. Das ist der Sommer, wie ich ihn das ganze Jahr über vermisse, soooo schön


Über den Klippen bei DieppeBoulevard der TräumeÜber den Klippen bei Dieppe


Über DieppeÜber Dieppe
Über DieppeÜber DieppeÜber Dieppe


Burg von DieppeBurg von DieppeDieppe


Schließlich verlasse ich doch Burg und Hügel und steige zum Strand hinab. Mutige schwimmen auch bei 19°C Wassertemperatur hinaus, für einen Strandspaziergang sind die Bedingungen an diesem Tag aber sicher ideal. Das Meer zeigt sich nicht wild und bedrohlich grau, sondern in wunderschönen Farben, ganz sanft rollen die niedrigen Wellen an den Strand.

Kein Wunder, dass nicht nur ich das als Sehnsuchtsort erlebe, sondern Dieppe schon im frühen 19.Jhdt. zur Zeit Napoléons III. nach dem Vorbild Brightons als erster Badort Frankreichs mit luxuriösen Hotels ausgebaut wurde.

Der Normandie wird ja ein magisches Licht nachgesagt, die besonders an den Küsten für fantastische Stimmungen sorgt. Verteilt über die Stadt finden sich Hinweistafeln auf Werke, die Maler des Impressionismus hier schufen, darunter Camille Pissarro und Eugène Delacroix. Der romantischen Komponist Camille Saint-Saëns war ebenso oft hier wie der Schriftsteller des Naturalsimus Guy de Maupassant. Ich kann sie verstehen.


Der Strand unterbricht nur kurz die sonst typische SteilküsteDer Strand unterbricht nur kurz die sonst typische SteilküsteDer Strand unterbricht nur kurz die sonst typische Steilküste
Am Strand von DieppeAm Strand von DieppeAm Strand von DieppeAm Strand von Dieppe
Am Strand von DieppeAm Strand von DieppeAm Strand von Dieppe


Am Strand von DieppeAm Strand von DieppeAm Strand von Dieppe
Am Strand von DieppeAm Strand von DieppeAm Strand von Dieppe


Auch nun beim Ordnen der Fotos schon einige Zeit nach dem Urlaub bewirken diese, dass mich diese warme Stimmung des Sommertags befällt undes mir schwer fällt, sie auszusortieren. Es lässt sich an so einem Tag am Strand ja wirklich gut aushalten, Crêpe (mit Schokolade, hmmm), Café und Erfrischungen bekommt man in den vielen kleinen Lokalen in ihren Holzbuden.


Am Strand von DieppeAm Strand von DieppeAm Strand von Dieppe
Am Strand von DieppeAm Strand von DieppeAm Strand von Dieppe
Am Strand von DieppeAm Strand von DieppeAm Strand von Dieppe


Am Strand von DieppeAm Strand von DieppeAm Strand von Dieppe
Am Strand von DieppeAm Strand von DieppeAm Strand von Dieppe


Für Touristen ist eine Abwechslung, für den Ort ein Zeitpunkt, in dem die Aktivität etwas ansteigt, wenn die Fähre nach Newhaven ausfährt oder anlegt. Mehrmals täglich besteht diese Fährverbindung über den Ärmelkanal, die England und Frankreich in vier Stunden miteinander verbindet.


Die Fähre verlässt Dieppe um den Ärmelkanal zu überquerenDie Fähre verlässt Dieppe um den Ärmelkanal zu überquerenDie Fähre verlässt Dieppe um den Ärmelkanal zu überqueren
Die Fähre aus Newhaven hat in Dieppe angelegtDie Fähre aus Newhaven hat in Dieppe angelegtDie Fähre aus Newhaven hat in Dieppe angelegt


Die Kirche Notre-Dame-de-Bon-Secours (1876) über dem Hafen von DieppeIm Hafen von DieppeDie Kirche Notre-Dame-de-Bon-Secours (1876) über dem Hafen von Dieppe
DieppeDieppeDieppe


Gut, dass ich viel Zeit habe, um nicht eilig entlang der Hafenbecken hasten zu müssen, die durch Drehbrücken und Schleusen voneinander getrennt sind. In den Restaurants an den Quais lässt sich sicher hervoragend Fisch essen, die Farben der Boote bieten schöne Fotomotive, ihr sanftes Schaukeln trägt zur entspannten Stimmung bei.


Im Hafen von DieppeIm Hafen von DieppeIm Hafen von Dieppe
Im Hafen von DieppeIm Hafen von DieppeIm Hafen von Dieppe
Im Hafen von DieppeIm Hafen von DieppeIm Hafen von Dieppe


Im Hafen von DieppeIm Hafen von DieppeIm Hafen von Dieppe
Im Hafen von DieppeIm Hafen von DieppeIm Hafen von Dieppe



Im Hafen von DieppeIm Hafen von DieppeIm Hafen von Dieppe
Im Hafen von DieppeIm Hafen von DieppeIm Hafen von Dieppe
Im Hafen von DieppeIm Hafen von DieppeIm Hafen von Dieppe


Im Hafen von DieppeIm Hafen von DieppeIm Hafen von Dieppe
Im Hafen von DieppeIm Hafen von DieppeIm Hafen von Dieppe


Im Hafen von DieppeIm Hafen von DieppeIm Hafen von Dieppe
Im Hafen von DieppeIm Hafen von DieppeIm Hafen von Dieppe


Im Hafen von DieppeIm Hafen von DieppeIm Hafen von Dieppe
Im Hafen von DieppeIm Hafen von DieppeIm Hafen von Dieppe


Am späten Nachmittag musste ich mich doch von dieser schönen Hafenstadt losreissen, den Abend genoss ich wieder in Rouen.


DieppeDieppeDieppe




Übersicht Reise Normandie 2016

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