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Paris 1


Bahnfahrt nach Paris


Mit Highspeed ging es nun in Richtung Frankreich. Der Highspeed war mir wichtig, sind daran doch eindrucksvolle Jugenderinnerungen geknüpft. Im Jahr 1989 arbeitete ich für einige Monate in der Schweiz, von Bern aus besuchte ich Paris, schon damals bestand eine Verbindung mit den orangen TGVs. Noch bevor ich erstmals ein Flugzeug bestieg, war diese Bahnfahrt auf dem französischen Hochgeschwindigkeitsnetz ein überwältigendes futuristisches Erlebnis, dass stark in meiner Erinnerung verblieb. Inzwischen sind schnelle nicht mehr bei jedem Gleisstoß ruckelnde Züge natürlich alltäglich, aber eine Fahrt mit dem TGV wollte ich nach 27 Jahren unbedingt im Programm haben. So ging es von Saarbrücken über Forbach nach Metz. Diese Nordostfranzösische Stadt liegt an der Schnellfahrstrecke LGV Est européenne, wo die Züge (befahren mit TGV POS und ICE 3MF) mit einer erreichten Höchstgeschwindigkeit von 320 km/h gen Paris brausen. Auch wenn ich nicht mehr ganz so beeindruckt bin wie in meinen Jugendtagen, faszinierend finde ich die Technik immer noch, und komfortabel in 1½ Stunden Paris zu erreichen bringt Zeit, die gut genutzt werden kann.


Bahnhof MetzBahnhof MetzHighspeed auf Schienen - ICE 3 MF und TGV POSHighspeed auf Schienen - ICE 3 MF und TGV POS
Highspeed auf Schienen - ICE 3 MF und TGV POSHighspeed auf Schienen - ICE 3 MF und TGV POSParis Gare de l’Est
Mit dem TGV von Metz nach Paris



Musée Marmottan Monet


So stehe ich also um die Mittagszeit in Paris am Gare de l’Est (Ostbahnhof) und mache mich sogleich auf zu einem Museum, für das ich die Eintrittskarten bereits vorab online besorgt hatte. Westlich des Stadtzentrums im 16. Arrondissement (Metrostation La Muette) ist das Musée Marmottan Monet in einer Vorstadtvilla untergebracht, die 1934 vom Kunstsammler Paul Marmottan der Académie des Beaux-Arts vererbt wurde. Dessen Sammlung ist in den Obergeschoßen der Villa zu besichtigen und entstammt, wie auch die elegante Inneneinrichtung, fast vollständig der Zeit des Empire.

Im erweiterten Untergeschoss fanden eine große Menge an Gemälden der Imressionisten ihren Platz. Das Museum verdankt diesen Besitz dem Arzt und Kunstsammler Georges de Bellio, der die jungen an chronischem Geldmangel leidenden Maler (Manet, Renoir, Sisley, Morisot, Degas, Cézanne, Monet, Gauguin) mit dem Kauf zahlreicher Bilder ebenso unterstütze wie mit oftmals kostenlosen medizinischen Behandlungen, dessen Erben die heute unermesslich wertvolle Sammlung stifteten.

Diesem Vorbild folgend vermachte Michel Monet die ererbten Bilder seines Vaters Claude Monet ebenfalls dem Museum, später folgten noch die Erben Berthe Morisots. So verfügt das Musée Marmottan über eine gewaltige Kollektion an Werken des Impressionismus, mit über 80 Gemälden ist es die größte Sammlung an Bilder Monets überhaupt. Jetzt war ich also mitten drin, mich mit dem Werk Monets auseinander zu setzen, den Leinwänden direkt gegenüber zu stehen. Vom Spätwerk Monets sind einige Seerosenbilder vertreten, besondere Bedeutung hat aber das aus dem frühen Schaffen stammende Impression, Sonnenaufgang (fr. //Impression soleil levant//) aus 1872. Nachdem der elitäre Pariser Salon keine Werke einiger junger Künstler ausstellen wollte, organisierten diese ihre eigene Schau. Die Kritik des ungewohnt neuen Malstils fiel vernichtend aus, der bloß Impressionen wieder gab. Ein Name für die Kunstrichtung war geboren, es dauerte noch einige Jahrzehnte, bis der Impressionismus auch unter Kunstsammlern hohe Anerkennung fand.


Musée Marmottan MonetMusée Marmottan MonetMusée Marmottan Monet Claude Monet - Impression soleil levant  (gemeinfrei, Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Claude_Monet,_Impression,_soleil_levant.jpg)
Seerosen von Monet im Musée Marmottan MonetSeerosen von Monet im Musée Marmottan MonetSeerosen von Monet im Musée Marmottan MonetSeerosen von Monet im Musée Marmottan Monet
Die größte Sammlung an Bilder von Claude Monet findet sich im Musée Marmottan Monet


Ganz begeistert von dieser grandiosen Sammlung fuhr ich zum Bahnhof Gare Saint-Lazare (Achtung, dort keine Gepäckaufbewahrung!), den auch Monet oft frequentierte und der sich als Motiv in einigen Gemälden findet. Von dort fahren die Züge in den Nordwesten Frankreichs ab, am Abend wollte ich in Rouen sein.




Übersicht Reise Normandie 2016

  1. Paris