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Saarbrücken


Ich arbeite ja nicht ungern und auch daneben bleibt Zeit für immer wieder schöne Ausflüge. Aber ganze vier Wochen Urlaub ist doch ein besonderer Grund zur Freude, eine gute Gelegenheit Abstand zum Alltag zu gewinnen, dem Wecker (bzw. mir) eine Ruhepause zu gönnen und doch auch schöne Fleckchen Erde zu erkunden, von denen es so viele gibt. Eine Woche sollte es also in westliche Richtung bis zur Heimat Monets gehen. Ohne Hast sollte die Reise erfolgen, also vielleicht einen Zwischenhalt einlegen? Auf der Landkarte liegt Saarbrücken etwa auf halber Strecke des Wegs von Wien nach Rouen, also war ich gespannt auf die Hauptstadt des Saarlands.

So groß die Vorfreude auch gewesen war, der Tag der Reise kam dann doch schnell. So dauerte es etwas, bis ich und auch das Wetter voll auf Urlaubsmodus umschalteten, bis die Bilder bunter wurden und ich das Arbeitsjahr ganz hinter mir gelassen hatte. Das sympathische Saarbrücken war jedenfalls ein guter Platz dafür.


Schloss SaarbrückenSchloss SaarbrückenSchloss SaarbrückenSchloss Saarbrücken
Das Rathaus von Alt-Saarbrücken am SchlossplatzDie Ludwigskirche in SaarbrückenDie Ludwigskirche in SaarbrückenDie Ludwigskirche in Saarbrücken
Schloss Saarbrücken und Ludwigskirche, 1. H.d. 18. Jhdts.


Eine kleiner Spaziergang tat gut und zur Orientierung musste ich natürlich zum Fluss, der Saar. Diese trennt die beiden Stadteile Alt-Saarbrücken und St. Johann. Alt-Saarbrücken war die herrschaftliche Saarseite. Von 1801 bis um 1800 war Saarbrücken eine eigene Grafschaft regiert von der Fürstenfamilie Nassau-Saarbrücken wegen der Grenzlage zwischen Deutschland und Frankreich aber oftmals umkämpft und verwüstet. Die Fürsten rediedierten auf der Burg, die später zu einem Schloss umgebaut wurde. Nach schweren Zerstörungen im Weltkrieg erhielt das Schloss in den 1980ern einen modernen Mittelbau.

Die Pläne für den einst prächtigen Bau samt der umliegenden Gebäude lieferte 1738 Friedrich Joachim Stengel. Graf Wilhelm Heinrich von Nassau-Saarbrücken wollte die Stadt mit weiteren repräsentativen Bauten bereichern, wovon auch die ebenfalls von Stengel geplante Ludwigskirche zeugt, die zu den schönsten evangelischen Barockkirchen zählt. Nach dem Dreissigjährigen Krieg fanden übrigens viele in Österreich unerwünschte Anhänger dieser Glaubensrichtung im bevölkerungsarmen protestantischen Saarland eine neue Heimat.

Leider fiel mein Besuch auf einen Montag, an dem sowohl das Historische Museum im Schloss als auch die Ludwigskirche nur von Aussen zu bewundern waren.


Die Ludwigskirche in SaarbrückenDie Ludwigskirche in SaarbrückenDie Ludwigskirche in Saarbrücken
Die Ludwigskirche in SaarbrückenDie Ludwigskirche in SaarbrückenDie Ludwigskirche in Saarbrücken
Barocke Ludwigskirche in Saarbrücken


Von dort spazierte ich wieder zurück zur und über die Saar in den moderneren Bereich Saarbrückens, der sich zwischen Bahnhof und der St. Johanner Altstadt befindet. Hier bekommt man den Eindruck sich wirklich in einer Stadt zu befinden, in der die beiden Teile verbindenden Bahnhofstraße finden sich die Filialen internationaler Ketten, die man europaweit kennt. Insgesamt aber hat mich das viele Grün überrascht, mit dem sich Saaarbrücken über die hügelige Landschaft verteilt. So gar nicht ins Stadtbild passt die Stadtautobahn, die längs des linken Saarufers verläuft. Pläne, sie zu untertunneln wurden aus Kostengründen aufgeschoben. Ein Ansatz, wenigstens die rechte Saarseite zum Fluss heranzuführen, wurde mit einer Treppenanlage bei der Wilhelm-Heinrich-Brücke realisiert, die oberhalb der Saar verlaufende Berliner Promenade versprüht zwar nicht gerade Flair, aber gutes (schleckeres) Eis gibt's dort.


Neue Treppenanlage bei der Wilhelm-Heinrich-Brücke vor dem modernen SaarbrückenNeue Treppenanlage bei der Wilhelm-Heinrich-Brücke vor dem modernen SaarbrückenAlter Saarkran (Nachbau des barocken Alten Saarkrans, 1762 auch von  Stengel entworfenNachbau des barocken Alten Saarkrans, 1762 auch von  Stengel entworfen
Die Stadtautobahn entlang des linken SaarufersDas neugotische Rathaus St. JohannDas neugotische Rathaus St. JohannDas neugotische Rathaus St. Johann


Eines der schönsten Gebäude Saarbrückens ist das St. Johanner Rathaus. Um die Wende zum 20. Jhdt. nach Plänen des aus Graz stammenden Architekten Georg von Hauberrisser (der auch das Neue Rathaus in München und jenes in Wiesbaden plante) wurde es als Rathaus für die eigenständige Stadt St. Johann errichtet, mit der Verheiratung der drei Einzelstädte St. Johann, Alt-Saarbrücken und Burbach zur Stadt Saarbrücken im Jahr 1909 wurde es für die ganze Stadt verantwortlich, was mehrere Erweiterung des Baus notwendig machte.


Das neugotische Rathaus St. JohannDas neugotische Rathaus St. JohannDas neugotische Rathaus St. JohannDas neugotische Rathaus St. Johann
Das neugotische Rathaus St. JohannDas neugotische Rathaus St. JohannDas neugotische Rathaus St. JohannDas neugotische Rathaus St. Johann
Das neugotische Rathaus St. Johann


Nachdem ich die architektonischen Highlights abgeklappert hatte kam ich zu dem Platz, der meine Erinnerungen an Saarbrücken prägen wird. Der St. Johanner Markt ist durchaus hübsch, aber vor allem ur-gemütlich, mehr ein lebendiger Dorfplatz als ein städtisches Zentrum. So wie bei Schloss und Ludwigskirche war es auch am Marktplatz in der Barockzeit Baumeister Stengel, der eine Neugestaltung im Barockstil voran trieb. Aus jener Zeit stammt auch der schmucke Brunnen.

Genau der richtige Platz, um mich wohl zu fühlen, zu entspannen, um den Urlaubsbeginn bei einigen Gläsern Wein zu feiern. Bevor sich der Genuß im Restaurant bei saarländischen Spezialitäten fortsetzte waren ein paar Schritte in der früh einbrechende Dämmerung gut, eine Runde durch die inzwischen schon fast vertraute Saarbrücker Innenstadt im schönen Licht des Abends.


St. Johanner MarktSt. Johanner MarktSt. Johanner MarktSt. Johanner MarktGrauburgunder am St. Johanner Markt
Abendlicher St. Johanner MarktAbendlicher St. Johanner MarktAbendlicher St. Johanner MarktAbendlicher St. Johanner Markt
Abendlicher St. Johanner MarktAltstadtgasse in SaarbrückenSaar und Alter Kran
Modernes SaarbrückenModernes SaarbrückenAn der Saar
Alte Brücke über die SaarSchlosskirche SaarbrückenSchlosskirche SaarbrückenSchlosskirche Saarbrücken
Blick vom Schloss über die Saar nach St. JohannBlick vom Schloss über die Saar nach St. JohannSchloss Saarbrücken
Nächtliches Schloss SaarbrückenNächtliches Schloss SaarbrückenNächtliches Schloss SaarbrückenNächtliches Schloss SaarbrückenNächtliches Schloss Saarbrücken
Abendlicher St. Johanner MarktAbendlicher St. Johanner MarktAbendlicher St. Johanner MarktAbendlicher St. Johanner Markt
Kirche St. JohannKirche St. JohannHerbstlaub weht durch Saarbrücken



Das -> Hotel war gut gewählt, so dass ich mich am neuen Morgen frisch auf den Weg nach Völklingen (s. nächste Artikel) machen konnte. Am Platz vor dem Bahnhof fällt ein repräsentatives Bauwerk auf. Es ist die ehemalige Königlich-Preußische Bergwerksdirektion, 1880 von Martin Gropius und Heino Schmieden im Neorenaissance-Stil (nach dem Vorbild des Wiener Palais Ferstel) geplant, heute Teil eines Einkaufszentrums.


Ehem. Bergwerksdirektion Saarbrücken, rechts davon der HauptbahnhofEhem. Bergwerksdirektion SaarbrückenDie Berliner Promenade über der Saar
Die Berliner Promenade über der SaarDie Berliner Promenade über der SaarWieder zurück in Saarbrücken


Zurück mit den Eindrücken der Völklinger Hütte hätte ich Zeit gehabt, meinen Besichtigungsradius etwas auszudehnen, aber Urlaub soll ja auch der Erholung dienen und nicht in eine Hetze ausarten, also nahm ich wieder meinen Stammtisch am St. Johanner Markt ein, die “Bühne” des Marktplatzes sorgte für reichlich Unterhaltung. Auch merkt man trotz der Entfernung die Sprachzusammengehörigkeit des süddeutschen Raumes und selbst Lehnwörter der französischen Sprache sind in beiden Dialekten gleichermaßen verwendet (Kaiserin Maria Theresias Gemahl stammte aus Lothringen und Französisch wurde Hofsprache in Wien was auf die Alltagssprache abfärbte), angeregt unterhaltsamen Plaudereien in den Dialekten stand also nichts im Weg.


St. Johanner MarktSt. Johanner MarktHab' ja Urlaub, am St. Johanner MarktHab' ja Urlaub, am St. Johanner Markt


Es war eine gute Idee in Saarbrücken einen Halt einzulegen. Der Vorgeschmack des französischen Chics ist zwar ausgeblieben, dafür aber versetzte mich der Urlaubsauftakt in gemütlicher Umgebung genau in die Stimmung, um gleichermaßen locker Ausspannen und neugierig Entdecken zu wollen. Beste Voraussetzungen also, um über die Grenze weiter in den Westen nach Frankreich weiterzureisen. Hätte ich nicht dort geplant und gebucht gehabt, wahrscheinlich würdich heut noch am St. Johanner Markt sitzen und träumen. So aber hieß es Abschied nehmen von Saarbrücken.


Saarbrländisches StaatstheaterDas Schloss Saarbrücken über der SaarAbend an der Saar
Abend an der SaarBlick von der Alten Brücke zum Stadtteil St. JohannDie Alte Brücke (15. Jhdt.9 über die Saar
Die Alte Brücke (15. Jhdt.9 über die SaarDie Alte Brücke (15. Jhdt.9 über die SaarDie Alte Brücke (15. Jhdt.9 über die SaarDie Alte Brücke (15. Jhdt.9 über die Saar
Kirche (zwischen Alter Brücke und St. Johanner Markt)Basilika St. Johann (1758)Basilika St. Johann (1758)




Übersicht Reise Normandie 2016

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