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Durch die Central Highlands zur Westküste

Der heutige Tag bringt die weiteste Strecke des Urlaubs, gefüllt mit Geschichte und Landschaft soll er im Westen an der Küste des Atlantiks enden.

Ein Stück Geschichte liegt unweit des Hotels in Dundee vertäut, das Segelschiff RRS Discovery. Es wurde im Jahr 1901 genau zu dem Zweck gebaut, zuverlässig mit der British National Antarctic Expedition unter der Leitung des später legendären Robert Falcon Scott in antarktische Gewässer vorzudringen. Tatsächlich blieb das Schiff einige Winter im Eis der Antarktis eingefroren und besegelte trotzdem bis vor wenigen Jahren die Weltmeere.


Tagesetappe RRS Discovery der British National Antarctic Expedition (1901-1904)RRS Discovery der British National Antarctic Expedition (1901-1904)
PitlochryBei uns unbekannt sind Charity-Shops, hier in PitlochryWhiskydestillerie in den Highlands


Wie schon gestern geht es hinauf in die Highlands. Wieder überrascht es, wie rasch Sonne und tiefgraue Wolken wechseln können. Mit diesen Wetteränderungen gehen auch extreme Änderungen des Lichts einher, die die Umgebung in wechselnde Stimmungen tauchen, brillantes Leuchten wechselt mit dramatisch bedrohlicher Dunkelheit.


Fahrt durch die HighlandsFahrt durch die HighlandsFahrt durch die Highlands
HighlandsEisenbahnbrückeEisenbahnbrücke


Clava Cairns

Östlich von Inverness begegnen wir einer Jahrtausende alten Anlage. Bei den Clava Cairns wurden über aus großen Steinblöcken gebildete Kammern, in die ein zugang führte, Haufen aus kleineren Steinen aufgeschüttet. Mit etwas Abstand befindet sich darum ein Kreis gebildet aus Megalithen. Wozu?, wer? - man weiß es nicht.

Aber noch im 18. Jhdt., so wird erzählt, sammelten sich Clans, bevor sie in Schlachten aufbrachen, bei solchen Cairns. Jeder Krieger legte einen Stein nieder, nach der Auseinandersetzung entfernte er ihn wieder. Der Haufen der zurückgelassenen Steine spiegelte die Anzahl der Opfer der Auseinandersetzung wider.


Clava CairnsClava CairnsClava CairnsClava Cairns
Bei den Clava CairnsBei den Clava CairnsBei den Clava Cairns


Culloden Schlachtfeld

Ein weiterer geschichtsträchtiger Ort befindet sich ganz in der Nähe. Am 16.4.1746 wurde zum letzten Mal die Hoffnung der Jakobiten zunichte gemacht, sich ein freies Schottland erkämpfen zu können. Das Heer der Stuart-Anhänger erlitt in der Schlacht bei Culloden (Zweiter Jakobitenaufstand) eine Niederlage, dem Anführer mit Thronanspruch Bonnie Prince Charlie (Charles Edward Stuart, genannt “Der schöne Karl”) blieb nichts anderes übrig, als nach Glenfinnan zu flüchten und von dort aus wieder aufs europäische Festland in die Emigration zu gehen.

Rote und blaue Flaggen markieren die Stellungen der Kontrahenten, Gedenksteine erinnern an die Opfer, die unter den einzelnen beteiligten Clans zu beklagen waren.


Rekonstruiertes altes schottisches Haus aus der Zeit der SchlachtRekonstruiertes altes schottisches Haus aus der Zeit der SchlachtSchottische Clans als unterstützer des Jakobitenaufstandes hatten zahlreiche Opfer zu beklagen
Denkmal für die opfer der Schlacht bei CullodenDenkmal für die opfer der Schlacht bei CullodenBlühendes Heidekraut am Schlachtfeld


Inverness

Ein Pause und kurze Stadtbesichtigung wollen wir in Inverness einlegen, der nördlichsten City des Vereinten Königreiches, gelegen an der Mündung des Flusses Ness in den Firth of Moray. Gerade nach den ersten Fotos vom 1935 an der Stelle von Vorgängerbauten wieder errichteten Schloss beginnt es ganz ordentlich zu schütten, da heißt es Zuflucht in einer Sandwich-Bar zu suchen. Wie die lange Schlange vor der Theke beweist, verfolgen viele Leute diese Strategie, das Warten wird aber mit einem netten Gepräch und leckeren Sandwiches zusammengestellt nach Wahl entschädigt.


Kurz vor InvernessSchloss InvernessInverness
InvernessInvernessInverness
InvernessInvernessInvernessInvernessInverness


Loch Ness

Wer bei der Stadt Inverness am Ness auch an den Loch Ness gedacht hat, liegt natürlich richtig, dieser ist auch das nächste Ziel.

Ein Blick auf die Landkarte zeigt, dass quer durch Schottland ein Riss zu gehen scheint, die tektonische Verwerfung des Great Glen. Südlich der Bruchlinie, die ein steiles Tal, in dem sich von Nordost nach Südwest die drei Seen des Loch Ness, Loch Oich, Loch Lochy und schließlich ins Meer Richtung Irland Loch Linnhe aneinanderreihen, schieben sich zwei geologische Platten aufeinander, die nördliche wurde angehoben und ist hier abgeknickt.


Loch Ness in SichtLoch Ness in SichtUrquhart Castle


Ein See umsäumt von bewaldeten Hängen kommt mir aus den Alpen bekannt vor, so enttäuscht mich der anhaltende Regen wenig (schade ist es eher um den regenbeding unterlassen Fotostop bei Urquhart Castle). Unter Deck des Rundfahrtsschiffes gibt es warmen Kaffee und Sprachunterricht, wenn der Experte für Sonartechnik in seinem witzigen Dialekt berichtet, dass der fast 40 km lange See zwar flächenmäßig nur der zweitgrößte Schottlands ist, durch seine Tiefe von über 200 m jedoch der mit Abstand wasserreichste. Der finsterste ist er wohl nicht, sind doch fast alle schottischen Gewässer braun-grau getrübt, zurückzuführen auf den Gehalt an gelöstem Torf.


Bei Regen am Loch NessBei Regen am Loch NessBei Regen am Loch NessWo sonst als im Loch Ness? Füttern erlaubt?Bei Regen am Loch Ness
Bei Regen am Loch NessSonar zeigt das steil zur Sohle abfallende Trogtal des Loch NessEnde von Rundfahrt und Regen


DER BEWEIS


Ein großer Teil des Einschnitts des Great Glenn mit seinen Lochs besteht auf natürliche Weise, mit dem Caledonian Canal wurde in den verbleibenden Teilstücken eine durchgängig von der schottischen West- zur Ostküste befahrbare Wasserstraße geschaffen. Mit 29 in den Jahren 1803 bis 1822 errichteten Schleusen werden die Höhenunterschiede bewältigt, heute bietet der Kanal eine beliebte Strecke für Freizeitbootsfahrten.


Schleusenkaskade des Caledonian CanalSchleusenkaskade des Caledonian CanalSchleusenkaskade des Caledonian Canal
Schleusenkaskade des Caledonian CanalLoch NessLoch Ness


Ben Nevis vom “Commando Memorial” bei Spean Bridge

Bei Fort William verlassen wir den Great Glenn und wenden uns direkt westwärts zur Küste. Zuvor aber noch ein kurzer Stopp, um zum höchsten Berg Schottlands bzw. auch Großbritanniens hochzublicken, dem 1344 m hohen Ben Nevis. Nun gut, es ist ein Blick in die Wolken, die den Gipfel einhüllen. Er ist damit auch der höchste der insgesamt 282 Berggipfel in der Liste der Munroes, wie schottische Berge mit einer Höhe von über 3000 ft (914 m) genannt werden. Wer die alle erklommen hat, auf den warten noch eine ganze Menge an Corbetts, Donalds, Grahams


Das Tal des Great Glenn durchschneidet die HighlandsDas Tal des Great Glenn durchschneidet die HighlandsDas Tal des Great Glenn durchschneidet die HighlandsDer höchste Berg der britischen Inseln in den Wolken - Ben Nevis (1344 m)Gesichter der Kriege in Afgahnistan und im Irak


Bewegend ist das Commando Memorial, ein Denkmal für die gefallen britischen Soldaten des Zweiten Weltkriegs. Erweitert wurde der Gedenkort um Erinnerungen an Tote der Kriege in Afgahnistan und Irak. Hatte man früher noch heroisch die “Helden gefallen für Krone und Vaterland” beklagt, so trauert man heute um Familienmitglieder und Freunde - persönliche Schicksale mit Gesicht.


Gesichter der Kriege in Afgahnistan und im IrakGesichter der Kriege in Afgahnistan und im IrakFree like a bird


Mallaig

Nach der weiten und abwechslungsreichen Etappe erreichen wir schließlich die Atlantikküste und bald darauf auch Mallaig, wo im stilvollen Hotel schon der Kamin knistert.


Die Westküste ist erreichtDie Westküste ist erreichtDie Westküste ist erreichtHotelzimmer mit Ausblick auf den Atlantik




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