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Royal Deeside


Der heutige Tag soll uns in den Norden in die Berge mit den dichten Wäldern bringen. Äh, die Wälder gibt es kaum mehr, sie wurden weitgehend für Schiffbau und als Heizmaterial (die Öfen der frühen Industrialisierung waren unersättliche Holzfresser) gerodet. Die oftmals sichtbaren Fichtenwälder sind eher erfolglose Versuche der Nutzholzgewinnung, vielerorts wird aber auch versucht, mit ursprünglichen Laubholzarten wieder aufzuforsten. Aber der Reihe nach, es ist doch eine weitere Fahrt und eine Pause ist daher unbedingt notwendig.


Pitlochry

Diese machen wir in der hübschen Ortschaft Pitlochry. Die Hauptattraktion des Orts ist die Fischleiter beim Kraftwerk am zum Loch Faskally aufgestauten Flüsschen Tummel , wo jede Saison eine gehörige Anzahl an Lachsen gezählt wird, die hier durchwandern. (Die köstlichen Lachse am Teller sind also heimisch, die Hirschzählung für die Würste haben wir vermisst. ;-)) Aber auch der Ort selbst vermittelt einen recht liebenswerten Eindruck, im Besonderen gefällt mir die Bäckerei, auf das Schokogebäck zum feinen Espresso freue ich mich auch schon wieder für den nächsten Tag.


Tagesetappe 23 In PitlochryIn Pitlochry
Quelle feinsten Schokogebäcks und Espressi!In PitlochryDiversion due to closed road


Die geplante Route muss eine Änderung erfahren, Arbeiten mit Straßensperre sind die Ursache. Nichtsdestotrotz erfahren wir eine sehenswerte Landschaft, die sich rapide ändert.


Von Pitlochry nordwärtsVon Pitlochry nordwärtsVon Pitlochry nordwärts


Highlands bei “Devil’s Elbow” und Glenshee Skigebiet

Dass die Grenze zu den Highlands überschritten wurde, ist offensichtlich, führt man sich die Unterschiede zur Landschaft der Region Fife von gestern vor Augen:

  • viele viele Schafe statt Strohballen auf den Wiesen
  • die Landschaft wird bemerkenswert schroffer und karger
  • Heidekraut blüht massenhaft, ganze Hänge schillern violett eingefärbt
  • Orts- und Straßennamen sind zweisprachig (gälisch / englisch) ausgezeichnet

Man könnte die Landschaft als karg und dürftig beschreiben, aber gerade das macht eine eigene Faszination aus. Zusammen mit den tiefhängenden Wolken ergibt sich ein Bild von Reduziertheit, ein krasser und spannender Kontrast zum saftigen Überfluss der Lowlands.


Highlands beim “Devil’s Elbow”Highlands beim “Devil’s Elbow”Highlands beim “Devil’s Elbow”Highlands beim “Devil’s Elbow”
Highlands beim “Devil’s Elbow”Highlands beim “Devil’s Elbow”Highlands beim “Devil’s Elbow”


So dünn besiedelt wie heute war das schottische Hochland aber nicht immer, das ist vielmehr eine Folge der Highland Clearances genannten Vertreibung der früher ansässigen Kleinbauern im 18. und 19. Jhdt. durch (englische) Großgrundbesitzer, die auf extensive Schafzucht als Erwerbsquelle setzten. Diese massive Ausdünnung der Bevölkerung hatte auch tiefgreifende Auswirkungen auf die Gesellschaft, die jahrhundertealten Strukturen der schottischen Clans wurden weitgehend zerstört, die vorher weitverbreitete Gälische Sprache wurde zugunsten des Englischen auf die westlichen Inseln zurückgedrängt.

Heute bringt der Tourismus wieder Erwerbsquellen, das Schigebiet von Glanshee liegt auf unserem Weg.


Schigebiet von GlansheeUnterwegs in den schottischen HighlandsUnterwegs in den schottischen Highlands
Unterwegs in den schottischen HighlandsUnterwegs in den schottischen HighlandsUnterwegs in den schottischen Highlands
Unterwegs in den schottischen HighlandsUnterwegs in den schottischen HighlandsUnterwegs in den schottischen Highlands
Unterwegs in den schottischen HighlandsUnterwegs in den schottischen HighlandsBraemar Castle, Eigentum des Clans Farquharson


Balmoral Castle und Crathie Kirk

September ist eine der besten Zeiten für einen Besuch von Balmoral Castle, ist doch die englische Königin anwesend und es besteht die Chance, den Tee mit ihr einzunehmen. Irgendetwas ist jedoch schief gelaufen, und wir wurden vom Wächter am Pförtnerhaus des weitläufigen Geländes nicht vorgelassen. Das im Tal des Flusses Dee gelegene Schloss ist seit Königin Viktora im Privatbesitz der englischen Königsfamilie, die ihre Sommerferien hier verbringt. Das ist auch der Grund, dass sich für diesen Talbereich die Bezeichnung “Royal Deeside”“ eingebürgert hat.


Schloss Balmoral aus der FerneSchloss Balmoral aus der FernePath to HRM
Tal des Dee bei BalmoralTal des Dee bei BalmoralRiver Dee


Wenn schon nicht das Schloss selbst, so ist Crathie Kirk zugänglich, jene Kirche, in der die königliche Familie bei ihren Aufenthalten im schottischen Hochland die Gottesdienste zu besuchen pflegt. Auf dem violett bezogenen Sofa im rechten Querschiff hat schon Königin Viktoria den Messen beigewohnt.


Crathie KirkCrathie KirkCrathie Kirk
Crathie KirkBrücke über den Fluss Dee, Zufahrt zu Balmoral CastleBrücke über den Fluss Dee, Zufahrt zu Balmoral CastleBis hierher und nicht weiter, Pförtner von BalmoralDie Sicherheit der königlichen Familie muss natürlich gewährleistet sein.


Über dem Flusstal des Dee erhebt sich der Berg Lochnagar, bekannt aus dem Gedicht von Lord Byron.


Ballater

Hunger ruft das Volk, also Zeit für Mittagssandwiches im nahen Ort Ballater.

BallaterBallaterRestaurant in den Highlands


Aberdeen

In AberdeenIn AberdeenIn Aberdeen


Wegen der morgendlichen Umleitung fällt die Durchfahrt durch die drittgrößte Stadt Schottlands Aberdeen recht kurz aus, die glitzernden Granitfassaden der Häuser, weshalb die Stadt auch “Silver City” geannt wird, bemerken wir aber doch, ebenso wie den Hafen, der wegen der naheliegenden Nordsee-Ölfelder an Bedeutung gewonnen hat.


Hafen von AberdeenHafen von AberdeenHafen von Aberdeen


Dunotter Castle bei Stonehaven

Es wäre wirklich schade gewesen, wenn für den nächsten Besichtigungspunkt Dunnottar Castle keine Zeit geblieben wäre. Die Burgruine liegt malerisch auf einem strategisch günstigen Felsvorsprung über der Nordsee. Im Abendlicht leuchten die Reste der Burg aus dem dem 15. und 16. Jhdt (Kapelle 13. Jhdt.), die auch in der Geschichte immer wieder eine Rolle spielte, nicht zuletzt als 1651 nach der Krönung von Karl II. zum schottischen König in Scone Edinburgh bereits in der Hand der Republikaner unter Oliver Cromwell war und die schottischen Kronjuwelen daher nach Dunotter in Sicherheit gebracht wurden. Aber Geschichte hin und her, ist es nicht ein wundervoller Platz?


Dunotter CastleDunotter CastleDunotter Castle
Dunotter CastleDunotter CastleDunotter Castle
Dunotter CastleDunotter CastleDunotter Castle


Dunotter CastleDunotter CastleDunotter CastleDunotter Castle
Dunotter CastleDunotter Castle
Dunotter CastleDunotter Castle
Dunotter CastleDunotter CastleDunotter CastleDunotter Castle


Rückfahrt nach Dundee

Rasch geht es bei schöner Abendstimmung zurück nach Dundee.


Lowlands im Abendlicht bei der Fahrt von Dunotter nach DundeeLowlands im Abendlicht bei der Fahrt von Dunotter nach DundeeLowlands im Abendlicht bei der Fahrt von Dunotter nach Dundee
Lowlands im Abendlicht bei der Fahrt von Dunotter nach DundeeLowlands im Abendlicht bei der Fahrt von Dunotter nach DundeeLowlands im Abendlicht bei der Fahrt von Dunotter nach Dundee
Lowlands im Abendlicht bei der Fahrt von Dunotter nach DundeeAbendlicher Blick aus dem Hotel in DundeeDundee sunset