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FLORENZ


Ebenso spannend wie es ist, eine interessante Stadt erstmals zu erkunden ist es auch, an einen bekannten Ort zurück zu kehren und sich sofort wieder wohl zu fühlen. So ist es mir in Florenz ergangen, wo ich die ersten Tage dieser Reise verbrachte. Natürlich führte der erste Weg ins Zentrum der Altstadt.


Piazza della Signoria mit Palazzo Vecchio


Die Piazza della Signoria ist zwar nicht der größte aller Florentiner Plätze, aber wohl der geschichtsträchtigste und auch beeindruckendste. Das herausragendste Bauwerk am Platz ist der im 14. Jhdt. erbaute Palazzo Vecchio, errichtet als Versammlungsort der von den Zünften eingerichteten Republik, später unter Cosimo I. adaptiert als Herrschaftssitz der bekannten Herrscherdynastie der Medici.


Angekommen in Florenz, die Marmorfassade des Doms erstrahlt in der MorgensonneDer Palazzo Vecchio von der Loggia dei Lanzi ausIm Boden der Piazza della Signoria eingelassene Gedenktafel, hier wurde am 23.5.1498 der Bußprediger und Politiker Girolamo Savonarola hingerichtetDavid und Fassade des Palazzo Vecchio
Michelangelos David vor dem Palazzo VecchioAmmanatis Neptunbrunnen auf der Piazza della SignoraDer Raub der Polyxena von Pio Fedi in der Loggia dei LanziAnsatz eines der Bögen der Loggia dei Lanzi
Allegorei der Gerechtigkeit von Agnolo Gaddi an der Fassade der Loggia dei LanziDie Piazza della Signora mit dem Reiterstandbild Cosimos I. von GiambolognaSchnitt durch den Palazzo Vecchio


RENAISSANCE

Dabei ist es wohl weniger die politische Macht, die Florenz so bedeutend macht, sondern die ab dem 14. Jahrhundert hier entstandene Geisteshaltung der Renaissance. Die Besinnung auf die kulturellen Leistungen der Antike ist in den Standbildern vor dem Palazzo Vecchio (Michelangelos David, Ammanatis Neptunbrunnen) und in den meisterhaften Skulpturen in der Loggia dei Lanzi unübersehbar. Wichtiger als der künstlerische Ausdruck war jedoch die Wiederentdeckung der antiken Philosophen und Gelehrten, die gerade in dieser Zeit, als die mächtige katholische Kirche von Nepotismus und Zügellosigkeit durchsetzt war, neue Denkansatz reifen ließ. Die Naturwissenschaften wurden von der theologischen Lehre abgekoppelt und begannen sich eigenständig zu entwickeln. In scharfem Gegensatz zum Mittelalter wurde der Mensch als Individuum aufgefasst, erstmals wurde auch der Begriff der Menschenwürde postuliert. Gerade in der aktuellen Zeit sollte die Bedeutung des Humanismus wieder mehr überdacht werden, wie Wert-voll diese Entwicklung für unsere Gesellschaft war und dass sie eben nicht selbstverständlich ist.

Denn nicht immer lief diese Entwicklung reibungslos ab, besonders das Papsttum versuchte mit allen mitteln seine Macht und Pfründe zu verteidigen. Letztlich war die Entwicklung aber nicht aufzuhalten, besonders der aufkommende Buchdruck sorgte für die Weiterverbreitung der Ideen, die den Grundstein für die spätere Reformation legte.


Der fantastische Saal der Fünfhundert, gebaut nach der Machtübernahme Savonarolas 1495. Ursprünglich waren Michelangelo und Leonardo da Vinci mit der Gestaltung der großen Fresken beauftragt.Teil der mächtigen Kassettendecke im Saal der FünfhundertStatue Papst Leo X. aus der Familie der Medici
Der Saal der Fünfhundert im Palazzo Vecchio in Florenz
Kunstvolle Raumgestaltung im Stil der Renaissance im Palazzo VecchioKunstvolle Raumgestaltung im Stil der Renaissance im Palazzo VecchioKunstvolle Raumgestaltung im Stil der Renaissance im Palazzo Vecchio
Kunstvolle Raumgestaltung im Stil der Renaissance im Palazzo VecchioKunstvolle Raumgestaltung im Stil der Renaissance im Palazzo VecchioKunstvolle Raumgestaltung im Stil der Renaissance im Palazzo Vecchio
Kunstvolle Raumgestaltung im Stil der Renaissance im Palazzo VecchioKunstvolle Raumgestaltung im Stil der Renaissance im Palazzo VecchioKunstvolle Raumgestaltung im Stil der Renaissance im Palazzo VecchioKunstvolle Raumgestaltung im Stil der Renaissance im Palazzo Vecchio
Kunstvolle Raumgestaltung im Stil der Renaissance im Palazzo VecchioKunstvolle Raumgestaltung im Stil der Renaissance im Palazzo VecchioKunstvolle Raumgestaltung im Stil der Renaissance im Palazzo VecchioKunstvolle Raumgestaltung im Stil der Renaissance im Palazzo Vecchio
Kunstvolle Raumgestaltung im Stil der Renaissance im Palazzo VecchioKunstvolle Raumgestaltung im Stil der Renaissance im Palazzo VecchioKunstvolle Raumgestaltung im Stil der Renaissance im Palazzo Vecchio
Der Hof des Palazzo VecchioDer Hof des Palazzo VecchioDarstellung von Wien im Hof des Palazzo Vecchio, nachdem Florenz 1737 in den Besitz der Habsburger gelangte


Die äußerliche Wehrhaftigkeit des Palazzo Vecchio setzt sich im Inneren nicht fort, der Palast ist voll von meisterhafter Kunst der Renaissance, wie sie Herrscher und Päpste der Medici beauftragten. Einen wunderbaren Ausblick hat man vom fast 100 m hohen Turm des Palazzo Vecchio, das heute als Rathaus der Stadt dient.


Florenz mit dem markanten Palazzo Vecchio (gesehen vom Kampanile des Doms)Florenz mit dem markanten Palazzo Vecchio (gesehen vom Kampanile des Doms)Florenz mit dem markanten Palazzo Vecchio (gesehen vom Kampanile des Doms)
Die Piazza della Signoria vom Turm des Palazzo Vecchio ausDie Piazza della Signoria vom Turm des Palazzo Vecchio ausDie Piazza della SignoriaGelateria


Um Platz für die bis dahin im Palazzo Vecchio untergebrachte Verwaltung zu schaffen, wurden beiderseits des von der Piazza della Signoria zum Arno hin führenden Platzes die Uffizien errichtet, die heute die bedeutende Gemäldegallerie beherbergen. Wohlorganisiert hatte ich mir dafür schon vorab Tickets bestellt, die Meisterwerke des Museums wollte ich gerne auch mal gesehen haben. Einen Strich durch die Rechnung machten mir die Menschenmassen mit dem gleichen Ziel. Ohne Vorreservierung benötigte man ca. 5 Stunden (!) bis man Zutritt zu den Kunstwerken erhielt, aber auch die Vorbestellung verlangt einem 2 geduldige Stunden in den Menschenschlangen ab. Anstehen zur Ticketausgabe, anstehen am eigentlichen Eingang, anstehen beim Securitycheck und danach dichtestes Gedränge im Inneren. Mehr als einen Eindruck von den Meisterwerken der Uffizien habe ich nicht mitgenommen, zum kunstsinniges Verweilen fehlt einfach Ruhe und Raum. Etwas enttäuscht war ich froh, dem Gedränge entkommen wieder im Freien zu sein.


Die Ponte Vecchio, eine mit Geschäften überbaute Brücke über den Arno. Der Gang im oberen Teil (Vasarikorridor) verbindet den Palazzo Vecchio mit dem Palazzo Pitti.Die Ponte Vecchio, eine mit Geschäften überbaute Brücke über den Arno. Der Gang im oberen Teil (Vasarikorridor) verbindet den Palazzo Vecchio mit dem Palazzo Pitti.Die Uffizien mit der heute darin untergebrachten bedeutenden Kunstsammlung verbinden die Piazza della signora zum Arno hin (Foto frühmorgens vor dem Touristenansturm)


Dom Santa Maria del Fiore


Ähnlich lange Schlangen wie vor den Uffizien bilden sich vor dem Dom, der Kathedrale Santa Maria del Fiore. Ab 1296 wurde damit begonnen, die Macht der Stadt auch in einem der größten Sakralbauten Europas zum Ausdruck zu bringen. Die Arbeiten schritten zügig voran, auch einen frei stehenden Campanile erhielt der Kirchenbau, obwohl der Glockenturm nur bis zu einer Höhe von 85 m gebaut wurde, da der Architekt Giotto frühzeitig während des Baus verstarb.


Kathedrale Santa Maria del Fiore vom Turm des Palazzo Vecchio ausKathedrale Santa Maria del Fiore vom Turm des Palazzo Vecchio ausKathedrale Santa Maria del Fiore vom Turm des Palazzo Vecchio ausKathedrale Santa Maria del Fiore vom Turm des Palazzo Vecchio aus
Blick über Langschiff zur markanten Kuppel des Florentiner DomsDie Laterne am Scheitelpunkt der KuippelRiesiges Fresko in der Kuppel des Doms von Florenz


Ein riesiges Meisterwerk verdankt der Dombau Filippo Brunelleschi, dem Konstrukteur der mit 45m Durchmesser und bis 110m aufragenden gewaltigen zweischaligen Kuppel. Errichtet wurde sie ohne Lehrgerüst unter Anwendung speziell entwickelter Kräne als eine Art sehr hoch gezogenes (gotisches) Spitzbogengewölbe, eine Konstruktion die auch heutigen Fachleuten nur Bewunderung abringt, damals wurde erstmals die Größe des Pantheons zu Rom übertroffen. Das Fresko, das das Kuppelinnere schmückt ist mit 4000 m² ebenso gewaltig, schaffte es aber nicht, die riesige Dimension zu betonen. Wegen der Menschenmassen, die in die Kuppel hoch wollen habe ich dies unterlassen, eine Eintrittskarte für den Campanile war schneller zu ergattern.


Fassade aus dreifarbigem Marmor von Santa Maria del FioreFassade aus dreifarbigem Marmor von Santa Maria del FioreFassade aus dreifarbigem Marmor von Santa Maria del Fiore
Fassade aus dreifarbigem Marmor von Santa Maria del FioreFassade aus dreifarbigem Marmor von Santa Maria del FioreFassade aus dreifarbigem Marmor von Santa Maria del Fiore
Fassade aus dreifarbigem Marmor von Santa Maria del FioreFassade aus dreifarbigem Marmor von Santa Maria del FioreFassade aus dreifarbigem Marmor von Santa Maria del Fiore
Fassade aus dreifarbigem Marmor von Santa Maria del FioreFassade aus dreifarbigem Marmor von Santa Maria del FioreFassade aus dreifarbigem Marmor von Santa Maria del Fiore


Palazzo dei Pitti und Giardino di Boboli


An einem heißen Spätsommertag tut es auch gut, etwas aus der hitzeglühenden Stadt rauszukommen. Im Hof des Palazzo Pitti, dem ehemaligen Palast der Medici, lässt es sich gediegen speisen, und gleich dahinter zieht sich ein wunderschön der Park den Hang hinauf, die Giardino di Boboli. Von den schattigen Plätzen, wo es sich gut in ein Buch vertiefen lässt, daneben kann der Blick über die im Arno-Tal gelegenen Stadt schweifen. Auch wird man von der umliegenden Hügellandschaft daran erinnert, dass man sich am nördlichen Rand der Toskana befindet.


Gartenseite des Palazzo PittiGiardino di Boboli und FlorenzSchon eine Ahnung der Toskana vermittelt der Ausblick vom oberen Teil der Giardino di Boboli
Schon eine Ahnung der Toskana vermittelt der Ausblick vom oberen Teil der Giardino di BoboliSchon eine Ahnung der Toskana vermittelt der Ausblick vom oberen Teil der Giardino di BoboliIm Giardino di Boboli


Piazzale Michelangelo


Der Ausblick vom Piazzale Michelangelo ist kein Geheimtip mehr, er wird in jedem Reiseführer gepriesen. Das aber nicht zu unrecht, es ist einfach fantastisch die abendliche Stimmung zu verfolgen, wenn sich die Sonne senkt und die Stadt in mildes warmes Licht getaucht wird, bevor man zum Mahl wieder in die Stadt hinabwandert.


Florenz im Abendlicht, vom Piazzale Michelangelo aus
Florenz im Abendlicht, vom Piazzale Michelangelo ausFlorenz im Abendlicht, vom Piazzale Michelangelo ausFlorenz im Abendlicht, vom Piazzale Michelangelo aus
Florenz im Abendlicht, vom Piazzale Michelangelo ausFlorenz im Abendlicht, vom Piazzale Michelangelo ausFlorenz im Abendlicht, vom Piazzale Michelangelo aus
Florenz im Abendlicht, vom Piazzale Michelangelo aus


Nach den entspannenden Tagen in Florenz geht die Reise weiter nach » Padua.