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Karpathos 2002



Normalerweise lockt mich der Süden mehr ausserhalb der Hauptreisezeit. Es ist dann nicht ganz so heiß, und dem große Ansturm von Urlaubern geht man so auch etwas aus dem Weg. Da sich aber auf meinem Urlaubskonto schon zu viele Tage angesammelt hatten, sollte ich zusätzlich zu den geplanten Tagen noch einige verbrauchen. So kam es, das ich mir doch im August frei nahm und nach einer Last-Minute - Gelegenheit Ausschau hielt, nach Griechenland zu kommen. Viel war nicht mehr verfügbar, aber Karpathos schien mir doch auch zur Hauptreisezeit relativ wenig gestürmt (was nur bedingt zutraf) und interessant.

Willkommen auf Karpathos Arkassa vom Kastrofelsen aus
Willkommen auf Karpathos Arkassa vom Kastrofelsen aus

Also durfte ich eine Woche in Arkassa an der Westseite der Dodekanesinsel verbringen. Der weder besonders tolle (aber auch nicht abstossend hässliche) Ort ist durch ein im Sommer trockenes Bachbett in zwei Teile getrennt. Unterhalb des Dorfes gibt es keinen Strand, sondern Erdabbrüche ins Meer. Etwas zwei Kilometer vom Ort weg findet sich aber ein hübscher Sandstrand, der zum Baden sehr gut geeignet ist. Der Haupturlaubszeit entsprechen tummelten sich aber zahlreiche Badehungrige dort. Der Strand ist für seine relativ hohen Wellen bekannt, die dort auflaufen, was zum lustigen Wellenhüpfen geradezu einlädt. Der Strand ist von den Abbrüchen unterhalb des Orts durch eine kleine Halbinsel getrennt, auf deren Hügel sich Reste mykenischer Mauern und antiker Anlagen finden lassen.

Der Strand war aber eindeutig der Hauptanziehungspunkt, denn es war aussergewöhnlich heiß. Tagsüber erreichte das Thermometer so an die 40 °C, in der Nacht konnte man auch nicht von richtiger Abkühlung sprechen, und dabei war es unüblich feucht. Von den kleinen Aktivitäten wie dem morgendlichen Kaffee und dem Abendessen im Ort kehrte ich immer schweißgebadet ins Hotel zurück. Da ich ja nicht soviel Wäsche zum Wechseln mit hatte, wurde die gesamte Kleidung deshalb zweimal täglich unter Dusche abgestreift, damit sie wenigstens gespült war. So extreme Glut ist mir in Griechenland noch kein zweites Mal untergekommen. Trotz des langen Fussmarsches zum Strand war das Meer aber der einzige Ort, an dem es sich wirklich angenehm aushalten ließ.

Blick über Arkassa Blick über Arkassa
Blick über Arkassa / Blick über Arkassa
Das Zentrum von Arkassa Links Arkassa, rechts der Badestrand
Das Zentrum von Arkassa Links Arkassa, rechts der Badestrand

Ganz konnte es aber doch nicht sein, eine Insel besucht zu haben, ohne wenigstens kleine Ausflüge unternommen zu haben. So fuhr ich also mit dem öffentlichen Bus in den Hauptort der Insel Pigadia. An alter Bausubstanz ist kaum etwas übrig, trotzdem hat der Ort durch seine Lage unterhalb eines Hügels in einer Bucht ein nettes Flair. Besonders angetan hat es mir der etwas ausserhalb gelegene Friedhof, der ganz ruhig über dem liegt. Die Stimmung wurde noch durch einen derart dunkelblauen Himmel verstärkt, wie ich ihn seither nie wieder gesehen habe, das musste schon als Naturschauspiel bezeichnet werden.

Pigadia Pigadia
Der Inselhauptort Pigadia Pigadia
Friedhof von Pigadia Ein schöner Platz auch schon zu Lebzeiten
Friedhof von Pigadia Ein schöner Platz auch schon zu Lebzeiten

Ein weiterer Ausflug brachte mich von Pigadia aus mit dem Boot die Nordküste entlang nach Diafani, und von dort mit dem Bus hoch ins Bergdorf Olympi. Obwohl der Ort heute mehr schon Freilichtmuseum ist, hat es mir dort sehr gut gefallen. Würde er nicht als Ausflugsort für die vielen Besucher erhalten, läge Olympi wahrscheinlich zu großen Teilen in verlassenen Ruinen. Besonders schön ist die Lage des Orts hoch in einer Bergmulde mit tollem Ausblick übers wetseitge Meer. Damals gab es noch keine gut befahrbare Strasse vom Inselsüden hinauf, die Bootsfahrt hat jedenfalls auch wesentlich zum Gesamteindruck dieses sehr schönen Ausflugs beigetragen.

Olympi Olympi
Olympi Olympi
Olympi Olympi
Olympi Olympi
Rast in Olympi Abendstimmung  in Olympi
Olympi Abendstimmung in Olympi

Einen Spaziegang von Arkassa ins nördlich nächstgelegene Dorf (Name?) habe ich auchnoch gut in Erinnerung. Die paar Kilometer Marsch wurden nämlich mit einem exzellenten Fischessen in einem der Fischlokale belohnt. Hilfreich für diesen schweißtreibenden Spaziergang war, dass ich die Trinkflasche an einem der Trinkbrunnen auffülle konnte, von denen es in Arkassa einige gibt.

Resümme: Schön war's, aber doch etwas gar heiß.



Eine gute örtliche Übersicht erhält man in Google Earth (muss installiert sein): Karpathos 2002 (kmz)