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Wiener Ziegelmuseum

Ich habe einen alten Ziegel daheim. Das ganze Wohnhaus besteht aus Ziegeln. Fast die ganze Stadt besteht aus Ziegeln, aus unzähligen, teilweise Jahrhunderte alten Exemplaren. Meiner hat einen interessanten Stempel darauf, was der wohl besagt?

Eigentlich gute Gründe, dem vordergründig unscheinbaren Baustoff mehr Aufmerksamkeit zu widmen und ins Ziegelmuseum zu fahren, das dem Bezirksmusuem des 14. Bezirks Penzing angeschlossen ist. Und gleich vorweg, der Besuch war sehr interessant.

Mein ZiegelBezirksmuseum Penzing
Mein Ziegel Bezirksmuseum Penzing
Im Wiener ZiegelmuseumIm Wiener ZiegelmuseumIm Wiener Ziegelmuseum
Wiener Ziegelmuseum

Ziegel wurden seit dem 11. Jhtsd.v.Chr. von Menschen hergestellt, ab dem 5. Jtsd.v.Chr. wurden sie auch gebrannt. Als Häuser mit lehmbestrichenen Wänden abbrannten, erkannten die Menschen, dass Feuer den Lehm härtet. Die Römer verwendeten Ziegel in großem Stil, ein römischer Ziegelofen wurde auch im 17. Wiener Gemeindebezirk entdeckt. Aber nicht nur Städte hatten Ziegeleien, in der vorindustriellen Zeit war bei jeder Gemeinde und jedem Kloster eine Ziegelei anzutreffen, mehr als 50 waren es in Wien. 1757 wurden vom Kaiser die Ziegelöfen aus den Vorstädten verbannt und im Süden am Wienerberg konzentriert, dort gab es für die Ziegelherstellung hervorragend geeigneten Lehm (heute bieten die Teiche der ehemaligen Lehmgruben ein Naherholungsgebiet).

Aber nicht nur Lehm wird zur Ziegelherstellung benötigt, auch Holz und Kohle für die Brennöfen musste in großem Umfang herangeschafft werden (mit Forst- und Bergwerksbetrieben als Zulieferer). Der Wunsch nach sparsameren Einsatz der Ressourcen und nach effizienterer Produktion führte auch zu stetiger Weiterentwicklung der Brennöfen, vom Einzelbrand im Meiler zum Ringofen.

Eine Entwicklung durchlief auch die Größe der Ziegel. Waren in der Zeit der Gotik die Ziegel noch relativ klein (nur diese konnten gleichmäßig gebrannt werden), so wurde später eine Normung eingeführt, um verschiedene Hersteller vergleichbar zu machen und Wettbewerb zu erzwingen.

Ziegeleien in Wien (18. Jhdt.)A. Miesbach und H. DrascheModel für Drasche-Ziegel
Ziegeleien in Wien (18. Jhdt.) A. Miesbach und H. Drasche Model für Drasche-Ziegel

Zwei Namen sind mit der Ziegelherstellung am Wienerberg untrennbar verbunden: Anfang des 19 Jhdts. stieg Alois Miesbach (in der Miesbachgasse war meine erste Wiener Bleibe) durch Pacht und Kauf zum größten Ziegelproduzenten der Stadt auf. Nach dem Tod seines Sohns führte sein Neffe Heinrich von Drasche-Wartinberg die Geschäfte weiter, das Ziegelimperium wurde 1869 in die Wienerberger Aktiengesellschaft umgewandelt, heute weltgrößter Ziegelproduzent. Über 200 Millionen Ziegel wurden in der Zeit des Ringstraßenbaus jährlich am Wienerberg hergestellt. (Link: Bericht zu Drasches Firmen in der Wiener Sonn- und Montags-Zeitung vom 2. Dezember 1867)

Viele der Arbeiter kamen aus den Kronländern Böhmen und Mähren (“Ziegelbehm”). War Miesbach anfangs noch am Wohl seiner Arbeiter gelegen, so wandelte sich das im Lauf der Firmengeschichte zu brutaler kapitalistischer Ausbeutung. Der Arzt Victor Adler wies in Zeitungsartikeln auf das Elend der Ziegelarbeiter hin, mit Streiks konnten ein 11 Stunden-Arbeitstag (zuvor bis 14 Std.), eine 6-Tage-Arbeitswoche (zuvor keine arbeitsfreien Tage), ein Verbot der Kinderarbeit und eine verbesserte Entlohnung erreicht werden. (Wie sieht heute die Ziegelerzeugung z.B. in Indien aus?). Adler war dann auch Mitbegründer der Sozialistischen Arbeiterpartei. Die schlechtentlohnteste Arbeit war das Einstreuen von Sand in die Modeln (Ziegelformen), daher rührt auch die heute noch für Obdachlose gängige Bezeichnung Sandler.

Um die Lieferanten zuordnen zu können, wurde per kaiserlichem Erlass die zuvor schon gängige Praxis der Kennzeichnung (Stempelung) der Ziegel vorgeschrieben. Der Stempel auf meinem Ziegel nennt mit den Initialen HD eine Ziegelei von Heinrich Drasche als Hersteller, dem als k.k. Hoflieferant das Führen des Doppeladlers im Firmenzeichen erlaubt war. Die Zahl im Schild es Adlers gibt noch näher an, wo der Ziegel produziert wurde.

Eine spannende Geschichte hat der wichtigste Baustoff also, die man kaum bedenkt. Danke an die beiden Experten (einer davon Dr. Zsutty) im Ziegelmuseum, die sich Zeit genommen haben, diese Geschcihte auch einem Laien wie mir zu erzählen. Ich kann einen Besuch nur empfehlen, es gibt dort viel zu lernen!