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2014-04-05 - Frühlingsduft und Vergänglichkeit in St. Marx
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2014-02-20 - Tempel am Karlsplatz
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2014-01-19 - Bauzone Prater
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2014-01-05 - Fotoausstellung Michel Comte
2013
2013-12-25 - Ein Tag mit Tiffany
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2013-11-01 - Herbstwanderung Troppberg
2013-10-26 - Stadtgeschichte am Nationalfeiertag
2013-10-15 - Herbstfarben am Friedhof
2013-10-02 - Orgelmusik erhellt die dunkle Jahreshälfte
2013-10-01 - Hofburg und Tafelsilber
2013-09-26 - Möbel und Architektur in Museen
2013-09-24 - Ein Palast für Kaiser und Könige
2013-09-20 - Ausblicke
2013-09-18 - Auf dem Kriegspfad
2013/09/16 - Ich gehe ins Kloster
2013/09/10 - Wein und Aussicht
2013/09/05 - Wildschweine vor der Villa der Kaiserin
2013/07/20 - Schiffsfahrt in Wien
2013/07/08 - Einfach weg - Bratislava
2013/01/15 - Winter - die märchenhafte Seite davon
2013/01/05 - Licht in den Regentag








Wo Joseph Haydn im Sommer arbeitete


Im Frühling hatte ich mir ja Eisenstadt mit dem dortigen Schloss angesehen. Einige Mitglieder der Fürsten Esterházy hatten dort ihren Hauptsitz, während andere das südöstlich des Neusiedler Sees gelegene Schloss Fertőd bevorzugten. Für die Familie Esterházy bedeutete die Schlacht von Vezekény gegen die Osmanen 1652 einerseits den Verlust von vier ihrer führenden männlichen Mitglieder, andererseits auch den Beginn ihres Auftstiegs zu den reichsten Familien Ungarns.

Dieses Schloss Fertőd wollte ich mir nun also ansehen. Es ist Teil des Weltkuturebes Kulturlandschaft Fertő / Neusiedler See. Gegen Endes der kommunistischen Periode konnte man als Österreicher visumfrei ins Land einreisen und billige Salami gegen benötigte Devisen einkaufen. Damals war ich mal in Ungarn, das ist aber auch schon unglaubliche 30 Jahre her, jetzt also neuerlich und neugierig. Nach Umstieg in Sopron (deutsch Ödenburg) gelangt man mit der Raab-Oedenburg-Ebenfurter Eisenbahn bis Fertőszentmiklós (deutsch Sankt Niklaus am Neusiedlersee), von dort sind es noch gut 3 Kilometer zu Fuß durch den Wald des Schlossparks, bis das prunkvolle Gebäude sichtbar wird.


Schloss FertődSchloss FertődSchloss Fertőd
Schloss FertődSchloss FertődSchloss Fertőd


Fürst Nikolaus I. Esterházy de Galantha „der Prachtliebende″ ließ in den 1760er-Jahren das bestehende Sommerschlösschen zu einer umfassenden Barockresidenz ausbauen. Er betrachtete sich zwar als treuer Untertan der österrreichischen Kaiser und ungarischen Könige, in der Hofhaltung wollte er den Wiener Habsburgern aber nicht nachstehen. Der umfassende Schlosskomplex wurde um einen ovalen Innenhof angelegt, an drei Seiten schlossen weiträumige Parkanlagen an. Nicht zufällig gleicht die hofseitige Mittelstiege jener des Schlosses Schönbrunn.


Schloss FertődSchloss FertődSchloss FertődSchloss Fertőd
Schloss FertődSchloss FertődSchloss Fertőd
Schloss FertődSchloss FertődSchloss Fertőd


Zum stilvollen Leben gehörte auch ein Orchester, das kein geringerer als Joseph Haydn leitete und für das er auch eifrig komponierte. Ungefähr die Hälfte von Haydns Werk entstand zur Aufführung im Schloss Esterháza. Im Garten befand sich einst sogar ein großes Opernhaus, das aber später abbrannte.


Joseph Haydn eilt mit einem Werk ... ... zu Fürst Nikolaus I. EsterházySchloss Fertőd
Schloss Fertőd
Schloss FertődSchloss FertődSchloss Fertőd


Schloss FertődSchloss FertődSchloss Fertőd
Schloss FertődSchloss FertődSchloss Fertőd
Schloss FertődSchloss FertődSchloss FertődSchloss Fertőd


Als Fürst Nikolaus I. Esterházy verstarb, hinterließ er eine riesigen Schuldenberg, seine Nachfahren bevorzugten das Schloss in Eisenstadt (damals Kismarton / Klein-Martin) und Fertőd begann zu verfallen. Erst unter Fürst Nikolaus IV. kam es um 1900 zu einem kurzzeiten Wiederaufleben im Schloss. Das währte aber nur kurz, denn einquartierte Sowjettruppen beseitigten jeden Glanz im Schloss und so wurden nach der Verstaatlichung 1945 Schulen und landwirtschaftliche Betriebe untergebracht. Nur die Fassaden und wenige Räume wurden nach der Wende saniert, große Teile der Räumlichkeiten befinden sich noch immer in einem beklagenswerten Zustand (da drängt sich mir ein Vergleich mit den tschechischen Schlössern auf, die mit Riesenaufwand so wunderbar hergerichtet wurden).

In einem Rundgang können die Sala Terrena, die zentralen Festsäle (Musiksaal, Prunksaal), das chinesische Kabinett sowie die Schlosskapelle besichtigt werden.


Schloss FertődSchloss FertődSchloss FertődSchloss Fertőd
Schloss FertődSchloss FertődSchloss FertődSchloss Fertőd
Schloss FertődSchloss FertődSchloss Fertőd
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Die Parterre und Brunnen im Hof wurden hergerichtet, die Gartenflächen harren noch einer gründlichen Revitalisierung. Wollte man die Barockgärten mit Formsträuchern andeuten, so sind diese inzwischen groß gewachsen und nehmen vielfach die Sicht. Im Wald sind noch einige der bis zu 2 km langen Sichtachsen erhalten. Von den Bauten im Parkgelände steht noch ein achteckiger Pavillon, die “Bagatelle”. Errichtet wurde er anläsßlich eines Besuchs von Kaiserin Maria Theresia, der Name stammt von der Angabe des Baupreises aus Sicht des Esterhazyfürsten.


Schloss FertődSchloss FertődSchloss Fertőd
Schloss FertődSchloss FertődSchloss Fertőd


Es war ein recht schöner Ausflug zu einem Bauwerk, dass von Höhen und Tiefen der Geschichte berichten kann. Und ich weiß jetzt auch, wie ungarische Forint aussehen.