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2013-10-15 - Herbstfarben am Friedhof
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2013-10-01 - Hofburg und Tafelsilber
2013-09-26 - Möbel und Architektur in Museen
2013-09-24 - Ein Palast für Kaiser und Könige
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2013/01/15 - Winter - die märchenhafte Seite davon
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Wächter vor den Toren Wiens - Burg Kreuzenstein


Wer von Norden kommend sich Wien nähert, kann die Burg, die sich auf einem bewaldeten Hügel über der sonst weiten Ebene erhebt, eigentlich nicht übersehen. Es ist die Burg Kreuzenstein. (Webseite: http://www.kreuzenstein.com/) Seit dem 12. Jhdt. steht eine Burg auf dieser Erhebung. Als im Zuge des Dreissigjährigen Krieges die Schweden gegen Wien vorrückten, zogen sich die kaiserlich-katholischen Truppen in die Stadt zurück und überließen die Burg den Angreifern kampflos. Die protestantischen Heerführer erkannten die Chancenlosigkeit, Wien belagern und auch einnehmen zu können, und versuchten das (ebenso ergebnislos) im nörlicheren Brünn, hinterließen Kreuzenstein aber zerstört als Ruine, die sie in den folgenden Jahrhunderten auch blieb.


Burg Kreuzenstein, Ansicht vom Fuße des BurghügelsBurg KreuzensteinBurg Kreuzenstein


Ein Mann änderte das Schicksal der verfallenden Ruine. Der aus altem polnischen Adel stammende Johann Nepomuk Graf Wilczek (1837-1922) war als Kohlegruben-Eigentümer einer der reichsten Unternehmer der Österreichisch-Ungarischen Monarchie. Eine der großen Leidenschaften des studierten Kunst- und Naturgeschichtlers aber war das Sammeln von Objekten des Mittelalters. Als geeigneten Rahmen zur Unterbringung seiner umfassenden Sammlung ließ er vom Architekten Carl Gangolf Kayser die Burg Kreuzenstein von 1874 bis 1906 wieder aufbauen. Reste des Altbestandes wurden miteinbezogen, allerdings wurde die Anlage als idealtypische Burganlage im Sinne des Historismus angelegt und entspricht nicht dem originalen mittelalterlichen Bauwerk. Die mächtige Burg spiegelt also die Vorstellung wider, wie man sich an der Wende vom 19. zum 20. Jhdt. eine romantische Burganlage vorstellte. Vielleicht ist Kreuzenstein gerade deshalb so schön anzusehen.


Burg KreuzensteinBurg KreuzensteinBurg Kreuzenstein
Burg KreuzensteinBurg KreuzensteinBurg KreuzensteinBurg Kreuzenstein


Von besonderem kunsthiistorischem Wert sind die zahlreich älteren Teile, die der Bauherr in die “neue” Bausubstanz des 19. Jhdts. integrieren ließ. So stammt beispielsweise der den Innenhof überspannende gotische Arkadengang aus dem Orgelchor des Elisabeth-Doms in Košice (Kaschau, heute Slowakei), die Loggia und der Ziehbrunnen sind venezianischen (14. Jhdts.) Ursprungs und das alte Fachwerk stammt aus Nürnberg (oder doch Elsass?). Jedenfalls ist es den Erbauern gelungen, eine spannende und glaubwürdige Komposition zu schaffen, auch wenn hier nie Ritter wohnten.


Burg KreuzensteinBurg KreuzensteinBurg KreuzensteinBurg KreuzensteinBurg Kreuzenstein
Burg KreuzensteinBurg KreuzensteinBurg KreuzensteinBurg Kreuzenstein


Ist die burg aus weiter Ferne zu sehen, so ändert sich das, wenn man auf den Hügel hinaufgeht, zu dicht ist der Wald. Auch reichen die Bäume so an den die Burg umgebenden Wehrgraben heran, dass es schwierig ist, die ganz Burg auf ein Foto zu bringen. Über die Zugbrücke kommt man in den Zwinger. Weiter in den Innenhof gelangt man nur im Rahmen einer Führung, die auch die Sammlung des Grafen Wilczek in den Räumlichkeiten umfasst. Zu sehen gibt es mittelalterliche Waffen, Möbel, Teppiche, alles in hochwertiger Ausführung. Leider ist fotografieren in den Gebäuden nicht erwünscht, einen Eindruck vermittelt die Homepage der Burg.


Burg KreuzensteinBurg KreuzensteinBurg KreuzensteinBurg Kreuzenstein


Ja, ein tolles Ausflugsziel, so nah an der Stadt und damit schnell erreichbar (ca. 30 Minuten Fußmarsch ab Schnellbahnstation Leobendorf-Kreuzenstein). Und Freude macht es besonders, wenn der Himmel so blau und die Luft so warm ist.


Burg KreuzensteinBurg KreuzensteinBurg Kreuzenstein


Artikel zur Geschichte der Burg und Buchempfehlung in der Tageszeitung Die Presse