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Staatskarossen



Erst vor kurzem habe ich mit der Hofburg eines der Machtzentren des untergegangenen Habsburgerreiches besucht und in der Schatzkammer kunstvolle Insignien als Ausdruck der imperialen Macht bewundert. In den Sommermonaten veließ der Hof aber die Stadt und siedelte ins damals ausserhalb des Stadtgebiets gelegenene Schloss Schönnbrunn um. Dort befindet sich in einem Seitentrakt ein Museum, dass ebenso wie die Gemäldegalerie und die Schatzkammer zum Kunsthistorischen Musem gehört, die Jahreskarte gilt also auch hier.

Doch zuvor erfreute ich mich erstmals des strahlenden Herbsttages. Endlich konnte ich mal ausgiebig das Laub rascheln lassen, das gehört zum Herbst dazu. Und auch wenn die Blumenparterre im Schlossgarten verwaist sind, der Rosengarten jetzt nicht wunderbar duftet und das Licht etwas kühl gedämpft ist, so präsentieren die Bäume der Alleen im Schlosspark ihre Blätter in den bunten Farben des Herbstes. Die kurzen Tage dieser Jahreszeit haben an solchen Tagen auch ihre schönen Seiten, und doch freut man sich danach wieder zurück ins Warme zu gelangen.


Schlosspark Schönbrunn, WienSchlosspark Schönbrunn, WienPalmenhaus im Schlosspark Schönbrunn
Schloss SchönbrunnSchloss SchönbrunnSchloss Schönbrunn
Schloss SchönbrunnGloriette beim Schloss SchönbrunnGloriette beim Schloss Schönbrunn



Der Schlossplatz ist gerade nicht fotogen, die Hüttens des Weihnachtsmarktes stören die Kulisse, aber Canaletto hat mir um 1760 die Arbeit abgenommen und eine Ansicht des Geschehens vor dem kaiserlichen Schloss geschaffen. An einem Herrschaftssitz waren mehrere Tausend Leute beschäftigt, entsprechend geschäftig war das Treiben, ein reger Verkehr von Kutschen aller Art herrschte vor dem Prunkbau. Nicht nur die allerhöchsten Herrschaften fuhren in ihren Karossen vor, auch z.B. die Küche musste mit Waren beliefert werden. So verfügten die Habsburger über hundert von Kutschen, von prunkvollen Fahrzeugen, die nur bei besonders festlichen Anlässen ausfuhren, über alltagstaugliche Reisegefährte bis zu gewöhnlichen Fuhrwerken zum Warentransport. Dieser Fuhrpark war zusammen mit den notwendigen Pferden in den Hofstallungen untergebracht, die nach dem Ende der Monarchie als Messepalast genutzt wurden und heute als Museumsquartier kaum mehr an ihre einstige Widmung erinnern. Nur ein geringer Teil dieser Kutschen blieb erhalten und ist heute in einem Seitenflügel des Schönbrunner Schlosses, der Wagenburg ausgestellt und als Museum zugänglich. Neben der ihren Auftraggebern entsprechenden kostspieligen Ausgestaltung haben die Kustschen auch einiges zu erzählen, begleiteteten sie die Habsburger doch über die vielen Jahre, in denen sie Geschichte von europäischer Bedeutung schrieben.



Im täglichen Gebrauch wurden elegante, aber vor allem komfortable Fahrzeuge bevorzugt. Die mir vergoldeten Schnitzereien geschmückten Prunkfahrzeuge kamen nur bei besonderen Anlässen zum Einsatz. Mitbedacht wurde dabei auch immer, die Kutsche war auch ein Zeichen der Macht, der Rang innerhalb der Familie und die historischen Bezüge, bei denen die Kutsche schon im Einsatz war. Das besondere Prunkstück ist der von acht Pferden gezogene goldene Imperialwagen, der hauptsächlich zu Krönunge eingesetzt wurde. ein großes Gemälde zeigt die Wagenkolonne, die anläßlich der Krönung von Joseph II. 1764 zum römisch-deutschen Kaiser in Frankfurt auffuhr.

Was bei uns alte Geschichte ist, kann in britischen Königreich noch verfolgt werden, welche Kutsche wann ausgeführt wird und wer welches Gefährt besteigen darf. Auch dort wird die Gold State Coach nur selten aus den Royal Mews gefahren.



Ein besonderer Schwerpunkt ist aktuell Maria Theresia gewidmet. Sie war eine begeisterte Reiterin und feierte den Sieg über Preussen im Erbfolgekrieg mit einer Reitvorführung, gestaltet ausschließlich von den Damen des Hofes. Ihre Tochter warnte sie vor den Folgen des Reitens, es würde die Fruchtbarkeit einschränken - ausgerechnet sie.

Eine zweite Frau zieht einen Faden durch die Schau, sie lässt sich eben gut vermarkten. Kaiserin Elisabeth („Sisi“) war neben der Eisenbahn auch viel mit Kutschen unterwegs und eine sehr gute Reiterin. Zur Vermählung abgeholt wurde sie mit jener Kutsche, die Napolen zur Krönung zum König von italien verwendet hatte. Zu ihrer Krönung zur Königin von Ungarn wurde natürlich der goldene Imperialwagen ausgefahren. Das schwarze Coupé, mit dem sie in Genf an den Tagen vor dem Attentat unterwgs war ist ebenso in der Ausstellung zu sehen wie der imperiale Leichenwagen, mit dem sie wie viele andere Kaiser und Könige ihren letzten Weg zu Stephansdom und Kaisergruft antraten.



Eine durchaus interessante Ergänzung zum Geschichtswissen, diese Schau der Fahrzeuge, die vor dem Automobil die Leute durchs Land schaukelten.






2017/11/11 21:33 · hfrank



Insignien der Macht


Für einige Jahrhunderte war Wien ein Machtzentrum von Bedeutung. Die Geschichte reicht natürlich nicht in die griechische Antike zurück, der Theseustempel im Volksgarten ist eine klassizistische Nachbildung (um 1820) und diente als stilgerechter Ausstellungsraum für Antonio Canovas Figurengruppe Theseus besiegt den Centauren, die heute als Blickfang der Haupttreppe im Kunsthistorischen Museum aufgestellt ist.

Im heutigen Österreich kann das als Geheime Hofkanzlei im frühen 18. Hahrhundert errichtete Gebäude, heute Sitz des Bundeskanzlers, als nationales Machtzentrum bezeichnet werden. Von größerer Bedeutung war der “Ballhausplatz” wohl 1814 bis 1815, als hier der Wiener Kongress tanzte, als nach der Niederlage Napoleon Bonapartes Europa neu geordnet wurde.


Theseustempel im Volksgarten, hinten Rathaus und BurgtheaterTheseustempel im Volksgarten, hinten Rathaus und Burgtheater
Theseustempel im Volksgarten,
dahinter Rathaus und Burgtheater
Geheime Hofkanzlei,
heute Bundeskanzleramt


Eigentlich aber meinte ich die Hofburg, von wo aus die Habsburger ihr Reich lenkten. Der Komplex mit seinen Höfen und Trakten ist über die Jahrhunderte gewachsen, immer wieder bauten die Herrscher an und erweiterten ihre Residenz. Der älteste Teil ist der Schweizertrakt. Der Innenhof entspricht noch der Burg, die hier im 13. Jahrhundert gegündet wurde, auch wenn die Fassaden später im Renaissancestil adaptiert wurden.


Joseph II. vor Hofbibliothek und Redoutensaaltrakt Michaelertrakt der Hofburg


Franz I. und Torskulpturen am Reichskanzleitrakt Aussenfassade des Schweizertrakts


Unscheinbar in der Ecke des Schweizertrakts befindet sich der Zugang zu einer Sammlung, die den Namen Schatzkammer mit Fug und Recht trägt, finden sich hier doch die Insignien des Erzherzogtums und späteren Kaisertums Österreich, Teile des Böhmischen Kronschatzes, Teile des Burgunderschatzes und zahlreiche wertvolle Exponate, die das Haus Habsburg-Lothringen sammelte.


Zugangstor und Hof des Schweizertrakts Mantel des
österr. Kaisers
Krone des Kaisertums Österreich Krone des Heiligen Römischen Reiches Heilige Lanze


Besonders interessiert haben diesmal mich aber die Reichskleinodien des Heiligen Römischen Reiches. Geschichte wird dann besonders spannend, wenn sich die Geschichten miteinander verweben und verknüpfen. Vor wenigen Wochen durfte ich in Palermo die die Cappella Palatina im Palazzo Reale bewundern, die der aus normannischem Adel stammende König von Sizilien Roger II. in der ersten Hälfte des 12. Jahrunderts erbauen ließ. Er gab damals auch Prunkgewänder in Auftrag, die die Handwerker an seinem Hof im arabisch-byzantinischem Stil anfertigten. Über seinen Enkel, dem Staufer Kaiser Friedrich II. gelangten diese Kleidungsstücke nach Deutschland und wurden Teil der Ausstattung, die danach die Kaiser des Heiligen Römische Reiches bei ihrer Krönung trugen.

Für spätere Könige Siziliens wurden in Palermo auch die Strümpfe, Schuhe, Handschuhe und das Zeremonienschwert hergestellt, die ebenfalls Teil der Krönungsgewänder der Kaiser wurden.


Krönungsmantel und Tunicella des Heiligen Römischen Reiches,
arabisch-byzantinische Handwerkskunst am Hof des Königs von Sizilien Roger II.
Krönungsmantel und Tunicella
des Heiligen Römischen Reiches
Böhmischer
Krönungsmantel
Dieser Schatz ist leider seit Kurzem
verschollen :-)



100 Meisterwerke - Der Krönungsmantel Die Wiener Schatzkammer
Direktlink Direktlink






2017/10/25 19:27 · hfrank



Kaffee bei Rubens


Ein arbeitsfreier Tag - herbstlich, kühl und grau. Man müsste schon weitere Distanzen in Kauf nehmen, um unter der Sonne ins Schwitzen zu geraten. Aber auch diese Saison bietet Schönes, um die Tage zu etwas Besonderem zu machen. Wieso also nicht zum Frühstück ins Kunsthistorische Museum und danach Austellung und Sammlung bestaunen? Jeden Tag nehme ich mir ja nicht die Zeit dafür, so ist es noch immer faszinierend, Tee und Räucherlachs in diesem gewaltigen Raum zu genießen. Kirchturmhoch erhebt sich die Kuppel über den Gästen, kein Fleckchen der Wand ist ohne künstlerische Ausschmückung. Ein echt erhabener Ort, um den Tag zu beginnen.

Wie zu erwarten drängen sich die Besucher in der Sonderausstellung, die diesmal dem Werk des flämischen Malers Peter Paul Rubens (1577-1640) gewidmet ist, es ist ja auch eine großartige Zusammenstellung, die hier gezeigt wird. In der Wechselausstellung ist (wegen der Leihgaben) fotografieren verboten, so überrascht es mich doch, in einem fast menschenleeren Raum der italienischen Malerei sein 'Mädchen mit dem Fächer' zu finden, vermutlich, weil es nach einem Werk Tizians erarbeitet wurde. Tage könnte man hier erbringen, es gibt so viel zu entdecken.


Maria Theresia
und das zum KHM spiegelgleiche
Naturhistorische Museum
Rubens im KHM Peter Paul Rubens (1577-1640),
Mädchen mit Fächer (1628/29),
nach Tizian (um 1485/90-1576)
Maria Theresia mit den Schlössern
Belvedere und Schönbrunn
(Canaletto (1697-1768))
Maria Lucrezia de´Medici,
Tochter von Cosimo I.
(Allesandro Allori (1535-1607))
Holländische Kaufleute
(u.a. Anthonis van Dyck (1599-1641))
Das wohl schönste Kaffeehaus Wiens unter der Kuppel des Kunsthistorischen Museums



Musik

Der Winter hat für mich aber schon küzlich begonnen, die Konzertsaison des Winterhalbjahres startete. Im Musikverein brachten tolle Solisten und Chor und Orchestra of the Age of Enlightenment eine ebenso gefühlvolle wie überwältigende Semele auf die Bühne, das Oratorium (oder Oper?), das Georg Friedrich Händel 1744 nach der Sage aus der griechischen Mythologie erschuf. Menschen werden zu Asche, wenn sie göttliche Unsterblichkeit begehren, auch wenn es aus Liebe geschieht. Also besser doch die irdischen Tage mit Semeles Sohn Bacchus feiern?


Abendlicher Musikverein






Eigentlich will ich ja Schönes berichten, aber manchmal reicht es einfach …

Frühstück im Museum klingt ja sehr entspannt, nach heiler Welt. Und doch brauchte es einige Zeit, bis ich diese Ruhe fand und das Adrenalin einigermaßen abgebaut war. Zum dritten Mal in diesem Jahr passierte etwas, was mir vierzig Jahre nicht geläufig war. Unmittelbar neben mir (Bahnsteig U2 Praterstern) war eine exzessive Prügelei im Gange. Zwei Mal zuvor musste ich heuer schon Gewalt erleben, wie auf blutig am Boden liegende eingetreten wurde (vor Bahnhof Praterstern und vor Hauptbahnhof, jeweils am hellichten Tag). Ist es nun intolerant, gastfeindlich, radikal wenn ich ausdrücke - ich will das nicht! Wenn man mit Statistiken beweisen will, dass alles eh nicht so schlimm ist, so sei angemerkt, dass in keinem der Fälle Polizei in der Nähe war und die beteiligten 'Südländer' sich wohl nicht gegenseitig anzeigen werden. Es soll nicht ein subjektives Sicherheitsgefühl erzeugt werden, wie oft zu hören, ich will objektive bestmögliche Sicherheit. Ich will, dass Wohnungseinbrecher (wie oft wurde in unserem Haus schon eingebrochen?) ebenso verfolgt werden wie jene Dealer, die unser kleines Wohnhaus als Drogendepot missbrauchten. Das sind keine Bagatellen, die einfach in den Akten abgelegt werden, das verursacht Angst und Misstrauen. In meiner Heimat und meiner Kultur war es gutes Recht, dass der Staat seine Bürger schützte (und dafür das Gewaltmonopol inne hatte). Leider ist es faktischer Alltag, dass das immer weniger gilt, dass mich auch Angst begleitet, wenn ich mich in den öffentlichen Raum begebe. Leider nicht auf Gerüchten basierend, sondern real life.

Text am provisorischen Parlament am Heldenplatz






2017/10/25 10:04 · hfrank



Noch etwas Italien - Siena und Pisa


Noch etwas Spätsommer einfagen. Das konnte ich bei einer schönen kurzen Reise nach Siena und Pisa genießen.

:!: Eine ausführlichere Schilderung dieser schönen Tage findet sich im » Reisebericht Siena und Pisa.


Siena, Piazza del CampoDom von Siena
Arno in PisaSchiefer Turm von Pisa





2017/10/06 21:06 · hfrank



In und um Königgrätz III


Schloss Hrádek u Nechanic (Bürgles)


Bei meinen beiden Besuchen in der Umgebung von Königgrätz konnte ich ja schon einge recht eindrucksvolle Schlösser besuchen. Eines, das ich immer auch mit im Augenwinkel hatte, ist sich jedoch dabei nie ausgegangen. So zog es mich also noch einmal in diese Gegend, das etwa 20 km westlich von Königgrätz gelegene Schloss Hrádek u Nechanic (deutsch Bürgles) wartete an diesem schönen Herbsttag.

Die Gutsherrschaft Sadová (deutsch Sadowa) befand sich in Besitz der Grafen Harrach. Ab 1839 ließ Graf Franz Ernst von Harrach zu Rohrau dieses repräsentative Anwesen im neugotischen Tudorstil errichten. Dazu wurden die Pläne des im nordenglischen Cheshire im 17. Jhdt. erbauten Schlosses Crewe Hall als Vorlage herangezogen.


Schloss Hrádek u NechanicSchloss Hrádek u NechanicSchloss Hrádek u Nechanic
Schloss Hrádek u NechanicSchloss Hrádek u NechanicSchloss Hrádek u NechanicSchloss Hrádek u Nechanic


Während das Bauwerk also nicht ganz so alt ist, wie es vielleicht erscheinen mag, so findet sich im Inneren so manche Ausstattung, die wesentlich älter ist. Viele der schönen Türportale, Holzdecken und Mobilar wurden aus ganz Europa, vorwiegend aus Österreich und Deutschland herangeschafft und eingebaut. Aus Venedig wurden Luster und Spiegel bestellt und Gemälde aus der Familiensammlung hierher transferiert. Wie viele andere Besitztümer auch wurde das Schloss 1945 beschlagnahmt und ging ins Eigentum des tschechischen Staates über.


Schloss Hrádek u NechanicSchloss Hrádek u NechanicSchloss Hrádek u Nechanic
Schloss Hrádek u NechanicSchloss Hrádek u NechanicSchloss Hrádek u Nechanic


Besonders interessant fand ich das unscheinbare Bild im Stiegenhaus, eine Kopie der “Dietrichsteinhochzeit”. In dieser historischen Doppelhochzeit (eigentlich Dreifachhochzeit) wurden am 20. Juli 1515 im Wiener Stephansdom gegenseitig Paare aus den Dynastien Habsurg und der Jagiellonen vermählt. Mit dieser poltitschen Trauung (Paare 56/12 + 9/9 Jahre alt) fielen nach dem Ableben von Ludwig II. die Böhmische und die Ungarische Kronen den Habsburgern zu und damit war die Donaumonarchie gegründet.


Schloss Hrádek u NechanicSchloss Hrádek u NechanicSchloss Hrádek u Nechanic
Schloss Hrádek u NechanicSchloss Hrádek u NechanicSchloss Hrádek u Nechanic


Schön anzusehen, dieses Schloss. Und natürlich passte auch der Sonnenschein, um dann im Garten noch gemütlich zu verweilen.


Schloss Hrádek u NechanicSchloss Hrádek u NechanicSchloss Hrádek u NechanicSchloss Hrádek u Nechanic
Schloss Hrádek u NechanicSchloss Hrádek u NechanicSchloss Hrádek u Nechanic


Schloss Hrádek u NechanicSchloss Hrádek u NechanicSchloss Hrádek u NechanicSchloss Hrádek u Nechanic
Schloss Hrádek u NechanicSchloss Hrádek u NechanicSchloss Hrádek u Nechanic



Abend in Hradec Králové (Königgrätz)


Abend in Hradec Králové (Königgrätz)Abend in Hradec Králové (Königgrätz)Abend in Hradec Králové (Königgrätz)Abend in Hradec Králové (Königgrätz)


An die Heimfahrt brauchte ich noch nicht zu denken, das bewährte Hotel in Königgrätz war schon gebucht und so konnte der Tag dort ein langsames Ende nehmen. Wobei, allzu spät wollte ich es nicht werden lassen, denn am Morgen stand eine sehr zeitige Abreise bevor. Ich musste unbedingt in Pardubice die erste Bahnverbindung nach Wien erwischen und dort ohne Umwege direkt zum Flughafen eilen, sonst würde ich den Flug in die Toskana verpassen. Etwas bange war mir angesichts dieses dichten Plans schon. Wie es mir mit dieser Reise nach Italien ergangen ist, das beschreibt der nächste Artikel …





2017/10/06 21:05 · hfrank

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