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2018-11-17 - Texte aus ferner Zeit
2018-10-23 - Die Terrakottafiguren der Schallaburg
2018-10-21 - Ein ungewöhnliches Schloss - Karlova Koruna
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2018-06-01 - Nächtliches Eisenstadt
2018-05-22 - Barock im Mostviertel - Seitenstetten
2018-05-16 - Wien mit neuem Auge gesehen
2018-05-03 - Frühlingsduft in St. Marx
2018-04-26 - Tunis und Karthago
2018-04-13 - Dem Himmel nah - Porta Coeli und Zelena Hora
2018-04-11 - Athen und Ägina zu Ostern
2018-03-09 - Genussfrühstück unter Klimt
2018-02-25 - Gedenken an Franz und Sisi
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2018-01-25 - Nebelgraues Wiener Neustadt
2018-01-19 - In Eisenstadt bei Esterhazy und Haydn
2018-01-11 - Stilvolle Hülle für Bücher
2018-01-10 - Neues aus Ruinen
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2017
2017-11-11 - Staatskarossen
2017-10-25 - Insignien der Macht
2017-10-24 - Kaffee bei Rubens
2017-10-06 - Noch etwas Italien - Siena und Pisa
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2017-08-03 - Kurzweil bei Budweis
2017-07-18 - Burg und Grün in Nové Hrady
2017-07-12 - Märchenschloss in Nové Hrady
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2017-06-22 - In und um Königgrätz
2017-06-13 - Zwei Schlösser bei Zlín und eine etwas andere Stadt
2017-05-18 - Altstadt von Dubrovnik
2017-04-05 - Lucca und Pisa - Toskana im Frühling
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2016
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2016-10-29 - Wieder eine reizvolle Kleinstadt - Třeboň
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2016-08-06 - Apfelkuchen
2016-07-15 - Bootsfahrt zur Burg Veveri
2016-07-06 - Jindřichův Hradec und Červená Lhota
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2016-03-19 - Wochenende in Prag
2016-03-02 - Über und in Bratislava
2016-02-16 - Winterabende zum Wohlfühlen
2016-02-07 - Auf Beethovens Pfaden
2016-01-29 - Virgilkapelle und Mozarthaus
2016-01-25 - Winterruhe
2015
2015-11-13 - Herbstlaubrascheln in Lednice
2015-11-05 - Kaiserwetter im Schlosspark
2015-10-31 - Herbst in St. Marx und im Winterpalais
2015-10-16 - World Press Photo 2015 im WestLicht
2015-10-15 - Musiksaison 2015-2016
2015-10-01 - Sternenhimmel über Telč
2015-09-16 - Glänzende Vergangenheit und Gegenwart - Kutná Hora
2015-09-02 - Klimt und die Ringstrasse im Belvedere
2015-08-28 - Die Schönheit barocker Machtenfaltung - Jaroměřice
2015-08-27 - Die Schönheit des Kleinen und Unscheinbaren - Třebíč
2015-08-22 - Joel Meyerowitz im Kunsthaus Wien
2015-08-14 - Schloss Lysice zum Sommerausklang
2015-08-13 - Blick über Donau und Wien
2015-07-31 - Schifffahrt durch die Wachau bis Melk
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2015-07-22 - Spannende Arbeit
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2015-06-05 - Fast wie Toskana - Bučovice / Butschowitz
2015-05-30 - Břeclav-Pohansko
2015-05-25 - Barock im Mostviertel
2015-04-29 - Wächter vor den Toren Wiens - Burg Kreuzenstein
2015-04-29 - Übersicht Ausflüge Tschechien
2015-04-25 - Frain - Von der Burg zum Barockschloss
2015-04-24 - Erblühen und Vergehen
2015-04-18 - Schmuckes Renaissanceschloss in Litomyšl
2015-03-21 - Frühling in Brünn
2015-02-21 - Mehr als Quargel - Olmütz
2015-02-16 - Alles nur Theater?
2015-01-14 - Stadt über der Thaya - Znaim
2015-01-02 - Fürstliches Winterpalais
2014
2014-12-30 - Im Lichte des Winters - Schloss Belvedere
2014-09-26 - Erzbischöfe prägen eine Stadt - Salzburg
2014-09-24 - 10000 Schritte - Stadtwanderweg 3
2014-09-23 - Noch eins der mährischen Schlösser - Milotice
2014-09-20 - Meine Ananas
2014-09-18 - Am Schneeberg
2014-09-17 - Am Ort von Napoleons Triumph
2014-09-10 - Dominkaner und Jesuiten in Wien
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2014-08-22 - Mikulov/Nikolsburg - Liechtenstein in Mähren - Teil 3
2014-08-15 - Liechtenstein in Mähren - Teil 2 (Valtice/Feldsberg)
2014-08-14 - My home is my castle
2014-07-25 - Liechtenstein in Mähren - Teil 1 (Lednice/Eisgrub)
2014-07-06 - Sommerresidenz mit Gartenpracht
2014-06-15 - Hirnlos?
2014-06-09 - Barocktage im Stift Melk
2014-05-22 - Ausflug zu den Erzbischöfen von Olmütz nach Kremsier
2014-05-08 - Vitamine für den Patienten
2014-04-18 - Römerstadt Vindobona
2014-04-05 - Frühlingsduft und Vergänglichkeit in St. Marx
2014-03-26 - Schiele und Zeitgenossen im Leopoldmuseum
2014-02-20 - Tempel am Karlsplatz
2014-02-17 - Die Welt verändern
2014-02-15 - National Geographic zu Gast im Westlicht
2014-01-26 - Schwadrons Fliesen - oft mit Füßen getreten
2014-01-19 - Bauzone Prater
2014-01-11 - Augarten
2014-01-10 - Vom Rathaus zu Joseph Haydn
2014-01-05 - Fotoausstellung Michel Comte
2013
2013-12-25 - Ein Tag mit Tiffany
2013-11-08 - Besuch beim Nachbarn Johann Strauss
2013-11-03 - Wiener Ziegelmuseum
2013-11-01 - Herbstwanderung Troppberg
2013-10-26 - Stadtgeschichte am Nationalfeiertag
2013-10-15 - Herbstfarben am Friedhof
2013-10-02 - Orgelmusik erhellt die dunkle Jahreshälfte
2013-10-01 - Hofburg und Tafelsilber
2013-09-26 - Möbel und Architektur in Museen
2013-09-24 - Ein Palast für Kaiser und Könige
2013-09-20 - Ausblicke
2013-09-18 - Auf dem Kriegspfad
2013/09/16 - Ich gehe ins Kloster
2013/09/10 - Wein und Aussicht
2013/09/05 - Wildschweine vor der Villa der Kaiserin
2013/07/20 - Schiffsfahrt in Wien
2013/07/08 - Einfach weg - Bratislava
2013/01/15 - Winter - die märchenhafte Seite davon
2013/01/05 - Licht in den Regentag








Kunst - Genuss


Würde man in Wien eine Umfrage nach dem besten Kaffeehaus machen, man bekäme wohl ebenso viele verschiedene Antworten, wie es solche Institutionen gibt (also jenseits der Tausend). Das ist gut so, dass für jeden Geschmack, jede gewünschte Stilrichtung und Atmosphäre, jeden Hunger und jede Laune sich das jeweils genau richte Kaffeehaus findet.

Lautet die Frage nach dem schönsten Kaffeehaus der Stadt, so wage ich eines vorzuschlagen, das nur schwerlich überboten werden kann. Jenes im Kunsthistorischen Museum (http://www.khm.at). Kommt man kurz nach der Öffnung des Hauses zum Frühstück dorthin, so ist es noch ruhig und man kann ungestört von der Zeitung die üppig dekorierten Säulen hoch blicken, die die mächtige Kuppel stützen. Selbst wenn man sich mit dem Kaffeegenuss sehr Zeit lässt, man wird immer wieder ein neues bezauberndes Detail im Schmuck des Kuppelsaales finden. Einen Tag so zu beginnen, lässt einem vom Alltagstempo abbremsen und Ruhe und Besinnung finden, etwas, dass man sich öfter mal gönnen sollte.


Das fantastische Café unter der Kuppel des Kunsthistorischen Museums WienDas fantastische Café unter der Kuppel des Kunsthistorischen Museums WienDas fantastische Café unter der Kuppel des Kunsthistorischen Museums WienDas fantastische Café unter der Kuppel des Kunsthistorischen Museums Wien


Das fantastische Café unter der Kuppel des Kunsthistorischen Museums WienDas fantastische Café unter der Kuppel des Kunsthistorischen Museums WienDas fantastische Café unter der Kuppel des Kunsthistorischen Museums Wien


Selbst einem an Kunst und Kultur wenig Interessierten ist ein Kaffebesuch zu empfehlen, doch wäre es schade, die Sammlung des Museums gänzlich zu ignorieren, gehört “das Kunsthistorische” sicher zu den herausragenden Museen der Welt und bietet mit der Vielzahl an bedeutenden Werken einen Überblick über die Kunstgeschichte vom Alten Ägypten durch alle Stilepochen bis zum ausgehenden 19. Jhdt. (die Fortsetzung bieten dann die Museen des angrenzenden MuseumsQuartiers). Von Vorteil ist der Besitz einer Jahreskarte, so dass man sich nicht mit der schieren Menge an Kunstwerken überfordern muss, sondern sich jeweils einem kleinen Ausschnitt daraus in aller Ruhe zuwenden kann. Selten ist das Haus trotz der zahlreichen Besucher wirklich überrannt, meist findet man auf den gemütlichen Sofas echte Ruhe, um die Meisterwerke wirken lassen zu können. Ich mag diese Besuche jedenfalls, immer wieder.

Es wäre ein fetter Wälzer, würde man alle die Geschichten niederschreiben, die die Künstler aus vielen Jahrhunderten hier in ihren Werken erzählen. Es sind Geschichten aus Mythologie und Religion, die hier farbenprächtig auf Leinwand gebannt wurden, es wurden Lebensmomente von Menschen festgehalten, die, ob Herrscher, von Reichtum gesegnet oder bloß als unbenannte Modelle vor dem Künstler posierten, längst nur mehr als Farbe auf Untergrund existieren. Geblieben sind großartige Beispiele des Schaffens von Künstlerhänden, und eine Unmenge an Geschichten. Man muss sich nur die Zeit nehmen, diese auch zu sehen und zu erfassen.


Wie konnten die niederländischen Meister mit schwarz auf schwarz und weiß auf weiß solch unglaubliche Details von Licht und Schatten entwerfen?Anthonis van Dyck - Studie einer emporblickenden Frau, 1620Jacopo Tintoretto - Sebastiano Vernier, 1571
Wie konnten die niederländischen Meister mit schwarz auf schwarz und weiß auf weiß solch unglaubliche Details von Licht und Schatten entwerfen? Anthonis van Dyck - Studie einer emporblickenden Frau, 1620 - Was diesen verzauberten Blick hervorruft, findet sich im Prado im Bild Moses und die eherne Schlange Jacopo Tintoretto portraitierte 1571 Sebastiano Vernier, der als Befehlshaber der venezianischen Marine in der Schlacht bei Lepanto siegreich war


Saal im KHMVelasquez malte die Infantinnen, die schon im Kindesalter Habsburgern als Bräute versprochen warenVelasquez malte die Infantinnen, die schon im Kindesalter Habsburgern als Bräute versprochen waren
Unmengen an Geschichten werden erzählt Velasquez malte die Infantinnen, die schon im Kindesalter Habsburgern als Bräute versprochen waren


Besondere Aufmerksamkeit widmete ich diesmal den Bildern Bernardo Bellottos, genannt Canaletto (1722-1780), von dem neben den Ansichten von Schloss Schönbrunn und Schloss Hof der Blick auf Wien über den Garten des Schloss Belvedere und einige Bildnisse der Wiener Innenstadt im 18. Jhdt. interessant sind. Bekannter ist Canaletto aber für die Ansichten von Dresden, die dort im Zwinger in der Galerie Alter Meister zu bewundern sind.


Saal mit Bildern CanalettosSo sah Canletto Wien im 18. Jhdt.So viel Schönheit im Museum, ein Kontrast zur oft rauhen Wirklichkeit
So sah Canletto Wien im 18. Jhdt. So viel Schönheit im Museum, ein Kontrast zur oft rauhen Wirklichkeit


In der Mitte des Kaffeehauses ist in Loch im Boden, ein wunderbares architektonisches Detail, mit dem bereits von der darunter liegenden Eingangshalle ein erster Blick hoch in die Kuppel ermöglicht wird. Dieser erste Eindruck wird zum Crescendo, wenn man tatsächlich vom Eingangsbereich über die Prunkstreppe hoch steigt, die ihrem Namen alle Ehre macht.


Ein erster Blick von der Eingangshalle zur PrunkstiegeDurchblick vom Erdgeschoss in die KuppelEine wahrhaft prunkvolle PrunkstiegeEine wahrhaft prunkvolle PrunkstiegePrunkvoll auch die Deckengestaltung über der Treppe


Eine wahrhaft prunkvolle PrunkstiegeHoch über der Decke im Erdgeschoss noch die KuppelHoch über der Decke im Erdgeschoss noch die Kuppel


Diesen imposanten Museumsbau verdankt die Stadt einem Architekten, der aus politischen Gründen aus Sachsen nach Wien übersiedeln musste. Gottfried Semper (1803-1879) verbrachte seine letzten acht Lebensjahre in Wien. Hier plante er den Neubau der Dresdner Semperoper (die Umsetzung erfolgt durch seinen Sohn), hinterließ aber auch in Wien bedeutende Spuren seines Schaffens. Das Wiener Burgtheater hat eine gemeinsame Vorlage mit der Dresdner Oper. Auch überzeugt Semper den Kaiser mit seinem Entwurf, vor der Hofburg die Ringstraße mit einem Kaiserforum zu durchbrechen. Vollständig ausgeführt wurde diese Idee nicht, aber in schwieriger Zusammenarbeit mit Karl Hasenauer wurde die Neue Burg realisiert und daran anschließend entstanden eben das Kunsthistorische und gegenüber das Naturhistorische Museum nach seinen Plänen. Ein repräsentativer Teil der Stadt, den uns Semper hier hinterließ.


Der Bau des Kunsthistorischen Museums aus der Feder Gottfried SempersDer Bau des Kunsthistorischen Museums aus der Feder Gottfried SempersDas mächtige Denkmal zu Ehren Kaiserin Maria Theresias, auf dieser Seite der Arzt und Mäzen Van Swieten mit u.a. den Musikern Gluck, Haydn und MozartGottfried Semper war auch der Architekt des Burgtheaters
Der Heldenplatz vor der Hofburg, der von Semper geplante Flügel der Neuen Burg sollte Teil des erdachten Kaiserforums sein


Ein passender Auftakt zu einigen arbeitsfreien Tagen, die viel Schönes versprechen. Fortsetzung folgt also…