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Jindřichův Hradec und Červená Lhota


Jindřichův Hradec / Neuhaus


Rathaus am Hauptplatz von Jindřichův HradecHauptplatz von Jindřichův Hradec mit barocker PestsäuleHauptplatz von Jindřichův Hradec
Gasse zum Hauptplatz von Jindřichův Hradec


Wieder einmal führt mich ein begeisternder Ausflug ins südliche Böhmen, diesmal nach Jindřichův Hradec (dt. Neuhaus). Die ca. 20.000 Einwohner zählende Kleinstadt war bis ins 19. Jhdt. nach Liberec (dt. Reichenberg) die zweitwichtigste Textilstadt (“Tuchmacherei”) Böhmens, verpasste dann die Industrialisierung und verlor an Bedeutung. Im gut erhaltenen alten Stadtzentrum sind noch die Reste des einstigen Wohlstands zu bewundern, besonders die Renaissance- und Barockhäuser um den Stadtplatz mit seiner 20 Meter hohen barocken Pest- / Mariensäule aus 1765.


Langers Haus mit Renaissancesgraffiti Szenen aus dem Alten Testament darstellendLangers Haus mit Renaissancesgraffiti Szenen aus dem Alten Testament darstellendDas exzellente Hotel am HauptplatzDas Tor von Nežárka als erhaltenes Stadttor aus dem 14. Jhdt.


Was zum reizvollen Ortsbild wesentlich beiträgt, sind die zahlreichen Teiche. Im 14. Jhdt. wurde die sumpfige Gegend des Bachs Nežárka (dt. Naser) trocken gelegt und dabei die zahlreichen bis an die Stadt heran reichenden Fischteiche geschaffen.

Einen guten Überblick über Stadt und Umland erhält man vom fast 70 Meter hohen Turm der gotischen Maria-Himmelfahrts-Kirche, in der sich auch die Krypta der Herren von Hradec und Slavatas befindet.

In dieser Kirche wirkte Adam_Michna (Adam Václav Michna z Otradovic) (1600-1676). Der Musiker und Komponist des Frühbarock hatte entscheidenden Einfluss bei der Entwicklung eines tschechischen Stils in der Barockmusik. Viele seiner Kompositionen sind ins tschechische Volksliedgut übergegangen, besonders zur Weihnachtszeit erfreuen sich seine Werke bis heute großer Beliebtheit.


Hauplatz und Teiche von Jindřichův Hradec vom Turm der Maria-Himmelfahrts-KircheHauplatz und Teiche von Jindřichův Hradec vom Turm der Maria-Himmelfahrts-KircheSchloss von Jindřichův Hradec vom Turm der Maria-Himmelfahrts-Kirche


Blick vom Turm der Maria-Himmelfahrts-KircheMaria-Himmelfahrts-KircheSt. Magdalena Kapelle aus dem 13. Jhdt., ehemalige Jesuitenkirche


Blick vom Schlosstor zum OrtSchlossteich mit SchlossAm Schlossteich


Touristischer Hauptanziehungspunkt ist sicher der große Schlosskomplex, nach der Prager Burg und dem Schloss von Český Krumlov die drittgrößte Schlossanlage Tschechiens. Es erstaunt angesichts dieser Bedeutung, dass die internationalen Besucher die beiden anderen Schlösser in Massen stürmen, hier aber nur regionale Besucher anzutreffen sind.

Dass das Schloss Jindřichův Hradec eine solche Größe erreichte, ist dem Umstand zu verdanken, dass in der Geschichte kaum etwas abgerissen, sondern immer hinzugebaut wurde. Und diese Vielfalt an erhaltenen Baukörpern in den Stilen verschiedener Epochen macht den Besuch auch überaus interessant, drei Stunden war ich allein in geführten Rundgängen in den Gebäuden unterwegs.

Der Name Jindřichův Hradec mag zuerst als Zungenbrecher auffallen, seine Übersetzung “die Burg des Heinrich” erzählt aber einiges. Jener Heinrich I. war der Gründer des Adelszweiges der Herren von Neuhaus, nachdem sein legendärer Vater Witiko von Prčice 1194 seine umfangreichen Güter unter seinen vier Söhnen aufgeteilt hatte. Es entstanden die vier Zweige der Witigonen, die Rosenberg, die Linie Krumau (s. Český Krumlov), Linie Landstein und eben die Linie Neuhaus, alle mit einer fünfblättrigen Rose als Wappen, jedoch in unterschiedlichen Farbgebungen. Die Gründung des nahen Budweis war übrigens eine Reaktion darauf, da die regierenden Přemyslidenfürsten ein zu große Macht der Witigonen befürchteten. Bis zum Erlöschen der inzwischen zu Reichsgrafen aufgestiegenen Familie Neuhaus im Jahr 1629 hatten diese im Schloss ihren zentralen Herrschaftssitz.


Schloss Jindřichův Hradec / NeuhausSchloss Jindřichův Hradec / NeuhausTeiche bei Jindřichův Hradec / Neuhaus


Die gotische Burg als Kern, teilweise adaptiert in der RenaissancezeitDer Trakt aus der Renaissancezeit ("Adamsflügel")Der Trakt aus der Renaissancezeit ("Adamsflügel")Der Trakt aus der Renaissancezeit ("Adamsflügel")


Der Bau der Renaissanceflügel und abschließenden Arkaden im 16. Jhdt. geht also noch auf die Herren von Neuhaus zurück. Danach fielen die Besitzungen erblich zuerst an die Adelsfamilie Slavata, danach 1693 an die Herren Czernin von Chudenitz. Die Czernins verblieben auf ihren anderen Besitzungen und benutzten Schloss Jindřichův Hradec nur als selten besuchten Nebensitz, das hierher verlegte umfangreiche Familienarchiv ist heute für die Geschichtsforschung von großer Bedeutung. Daher blieben auch wesentliche Erweiterungen in späterer Zeit aus, und der gotische Bergfried blieb erhalten, ebenso wie die gotischen Fresken des Georgszyklus im ehemaligen Rittersaal. Einzig im Garten wurde ein barocker Festsaal in Form einer Rotunde erbaut. Wie oft sollten die Musiker nicht Zeugen der Lustbarkeiten des Adels werden, sie wurden hier ins Untergeschoss verbannt, eine kleine Öffnung im Boden lässt die Musik mit erstaunlicher Akkustik im Saal erschallen.


Die letzten großen Änderungen erfuhr das Schloss Jindřichův Hradec im 16. Jhdt. im Stil der RenaissanceDie letzten großen Änderungen erfuhr das Schloss Jindřichův Hradec im 16. Jhdt. im Stil der RenaissanceDie letzten großen Änderungen erfuhr das Schloss Jindřichův Hradec im 16. Jhdt. im Stil der Renaissance


Die letzten großen Änderungen erfuhr das Schloss Jindřichův Hradec im 16. Jhdt. im Stil der RenaissanceDie letzten großen Änderungen erfuhr das Schloss Jindřichův Hradec im 16. Jhdt. im Stil der RenaissanceDie letzten großen Änderungen erfuhr das Schloss Jindřichův Hradec im 16. Jhdt. im Stil der Renaissance


Kunstvoller Brunnen aus der RenaissancezeitKunstvoller Brunnen aus der RenaissancezeitIm ältesten gotischen Teil des Schlosses


Im ältesten gotischen Teil des SchlossesFresken aus der Zeit der Gotik erzählen die Geschichte des Hl. GeorgFresken aus der Zeit der Gotik erzählen die Geschichte des Hl. Georg


Im Renaissanctrakt des SchlossesGotische SchlosskapelleIm Renaissanctrakt des SchlossesIm Renaissanctrakt des Schlosses


Rotunde mit Festsaal, einzige Erweiterung der Barockzeit zum Schloss Jindřichův HradecRotunde mit Festsaal, einzige Erweiterung der Barockzeit zum Schloss Jindřichův HradecRotunde mit Festsaal, einzige Erweiterung der Barockzeit zum Schloss Jindřichův Hradec


Rotunde mit Festsaal, einzige Erweiterung der Barockzeit zum Schloss Jindřichův Hradec (durch das Loch im Boden gelangte die Musik in den Saal)Rotunde mit Festsaal, einzige Erweiterung der Barockzeit zum Schloss Jindřichův HradecRotunde mit Festsaal, einzige Erweiterung der Barockzeit zum Schloss Jindřichův Hradec


Rotunde mit Festsaal, einzige Erweiterung der Barockzeit zum Schloss Jindřichův HradecRotunde mit Festsaal, einzige Erweiterung der Barockzeit zum Schloss Jindřichův HradecDritter Schlosshof von Jindřichův Hradec vom Bergfried aus gesehen


Dritter Schlosshof von Jindřichův Hradec vom Bergfried aus gesehenBlick vom Bergfried auf die Stadt Jindřichův HradecBlick vom Bergfried auf die Stadt Jindřichův HradecBlick vom Bergfried auf die Stadt Jindřichův Hradec


Blick vom Bergfried auf die Stadt Jindřichův HradecBlick vom Bergfried auf die Stadt Jindřichův HradecBlick vom Bergfried auf die Stadt Jindřichův Hradec


Schloss NeuhausSchloss NeuhausSchloss Neuhaus


Nach der fantastischen Besichtigung brauche ich erstmals etwas Pause im sonnigen Gastgarten der Schlosstaverne. Wieder empfinde ich es als sehr angenehm, nicht eilig an die Heimreise denken zu müssen, sondern den Abend entspannt ausklingen lassen zu können. Ein Buch ist immer ein guter Begleiter. Der Koch des sehr guten Hotelrestaurants direkt am Hauptplatz empfiehlt frische Fische aus den nahen Teichen, ein würdiger Abschluss des schönen Tags. Zur zufriedenen Stimmung passen auch die Farben des Abends, der sich über Böhmen legt.


Abend am ruhigen Hauptlatz von Jindřichův HradecAbend am ruhigen Hauptlatz von Jindřichův HradecAbend am ruhigen Hauptlatz von Jindřichův Hradec


Abendlicher Schlossteich von Jindřichův HradecAbendlicher Schlossteich von Jindřichův HradecAbendlicher Schlossteich von Jindřichův Hradec


Abendlicher Schlossteich von Jindřichův HradecAbend am ruhigen Hauptlatz von Jindřichův HradecAmMorgen grüßt wieder das Schloss von Jindřichův Hradec




Červená Lhota / Rothlhotta


Wie schon in Neuhaus verrät auch der Name von Schloss Červená Lhota einiges über die Gründungsgeschichte. Die “Rote Lohta” beschreibt einerseits die Farbe des ganz wunderbar in einem Teich gelegenen Renaissanceschlosses, während Lhota auf eine slawische Gründung im 12. bis 14. Jhdt. hinweist, die durch eine befristete Abgabenbefreiung gefördert worden war. Lhota gehört zu den häufigsten Bestandteilen von Ortsnamen, mehr als 450 solcher Orte finden sich in der Tschechischen Republik.


Wasserschloss Červená LhotaWasserschloss Červená LhotaWasserschloss Červená LhotaWasserschloss Červená LhotaWasserschloss Červená Lhota


Die mittelalterliche Burg wurde im 16. Jhdt. zu einem Schloss im Stil der Renaissance umgestaltet. Zur vergleichsweise bescheidenen Herrschaft gehörten nur wenige Dörfer im Umland, die Eigentümer wechselten oftmals. Die Führung durch die schönen eingewölbten Räumlichkeiten zeigt den stilvollen und doch auch wohnlichen Zustand, wie ihn die Fürstenfamilie Schönburg-Hartenstein bei der Enteignung 1945 hinterließ. Leider ist in den Innenräumen fotografieren verboten, zu gerne hätte ich die wundervollen Ausblicke von den prunkvollen Gemächern durch die Fenster über den Teich gezeigt. Wohnen am Wasser in stilvoller Eleganz - echt sehenswert. Aber auch die Aussenansichten sind doch schön, ein romantisches Traumschloss im Teich.


Wasserschloss Červená LhotaWasserschloss Červená LhotaWasserschloss Červená Lhota


Wasserschloss Červená LhotaRenaissancehof von Schloss Červená LhotaFresken in der Tordurchfahrt von Schloss Červená Lhota


Auch bei diesem Schloss gibt es einen Bezug zu einem Musiker der Barockzeit. Freiherr Ignaz von Stillfried erwarb 1796 die Herrschaft Červená Lhota. Er lud den geadelten Komponisten Carl Ditters von Dittersdorf (1739-1799) als Gast auf ein zum Schloss gehörendes Gut, wo Dittersdorf, der zum Höhepunkt seiner Schaffensperiode mit Mozart, Haydn und Vanhall musiziert hatte, nun schwerkrank seine letzten Lebensjahre verbringen konnte.


Wasserschloss Červená LhotaWasserschloss Červená LhotaWasserschloss Červená LhotaWasserschloss Červená Lhota


Der Umweg über Linz bei der Heimreise war so eigentlich nicht geplant, aber nach zwei so schönen Tagen konnten mich die zusätzlichen Eindrücke und Erlebnisse nicht erschüttern.