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In und um Königgrätz II


Meine Urlaubszeit ist da und damit eine gute Gelegenheit, wieder einmal neues in Tschechien zu erkunden. Ich hätte den Eintrag auch “Unterwegs im oberen Elbtal” nennen können. Die Elbe entspringt im Riesengebirge an der tschechisch-polnischen Grenze und fließt zuerst in südliche Richtung, erst bei Pardubice knickt sie nach Westen ab bevor sie sich später der Nordsee zuwendet. Im oberen Bereich bei Königgrätz war ich also unterwegs.



Festungsstadt Josefov


Ungefähr 15 km nordöstlich von Königgrätz (heute Hradec Králové) bei der Mündung der Mettau (cz. Metuje) in die Elbe liegen auf den Ufernseiten gegenüber die beiden Kleinstädte Jaroměř (deutscht Jermer) und Josefov (Josefstadt). Als nach dem Tod des Habsburgerkaisers Karl VI. seine Tochter Maria Theresia den österreichsichen Erzherzogsthron bestieg, sah Preussen seine Chance gekommen, Gebiete zuerobern. Im Österreichischen Erbfolgekrieg (1740-1748) fiel dann tatsächlich Schlesien an die Deutschen. Maria Thersias Sohn und Nachfolger Kaiser Joseph II. machte sich daher daran, die nördliche Grenze abzusichern. Eine Kette von Festungen sollte Schutz bieten. Städte wie beispielsweise Königgrätz wurden stark befestigt, das später als Ghetto der Nationalsozialisten bekannt gewordene Theresienstadt und eben Josephstadt wurden neu angelegt. Diese nach rein militärischen Gesichtspunkten 1780 gegründete Befestigung ist vielleicht nicht schön, aber doch beeindruckend. Ist man in der Stadt unterwegs, so fällt es schwer, die Weite der vorgeschobenen Verteidigungsanlagen zu erfassen. Daher zuerst ein Luftbild, wie sich Josefov heute darstellt.


Josefov (© Google Inc.)Josef II., Denkmal in JosefovFahne der k.u.k. Monarchie in Josefov


Reichte im Mittelalter eine starke Mauer noch als unüberwindbares Hindernis, so waren mit dem Aufkommen mächtiger Kanonen nun weitere Befestigungsmaßnahmen notwendig geworden. Der Feind sollte weit vor den inneren Mauern auf Distanz gehalten werden, entsprechend weit ins Umland wurden die Schutzmauern und-wälle vorgezogen. Von erhöhten Bastionen sollte der Beschuss auf den Feind in alle Richtungen gewährleistet sein, ohne dabei die in gedeckten Gräben positionierten eigenen Soldaten zu gefährden. Die den Kurtinen vorgelagerten Ravelins mussten für die Soldaten mit geschützenten Wegen erreichbar sein, weitere Wege führten zu schützenden Erdwällen und Ausfallspunkten. Da eine Angriffstaktik das Anlegen von unterirdischen Tunnels bis unter die Festungsmauern war, um diese dann mit großen Mengen Sprengstoff zu zerstören, musste auch unter der Erdoberfläche ein Netz von verzweigten Gängen der frühen Feindabwehr dienen. Unglaubliche 45 km an Tunneln umgaben Josefstadt, zur Errichtung wurden eigens erfahrenen ungarische Bergwerksarbeiter beigezogen. Was von einer Seite als mit Wiese bewachsener Erdwall aussieht, entpuppt sich von der anderen Seite als weiträumige aus Ziegelgewölben errichtete Kasematte. Irre, mit welchem Aufwand man das Festungsbauwerk schützen wollte. Wer hat allein diese Unmengen an Ziegeln hergestellt?

Der Witz an der Sache ist, dass, als die Preussen tatsächlich angriffen und 1866 in der Schlacht bei Königgrätz die Habsburgerarmee besiegten, sie die Festungen einfach mieden und den Feind auf freiem Feld herausforderten. Weniger lustig war die Nutzung in der Zeit des Ersten Weltkriegs, als bis zu 40 000 Kriegsgefangene in den Kasernengebäuden unter elenden Bedingungen zusammengepfercht wurden.


Festungsstadt JosefovFestungsstadt JosefovFestungsstadt Josefov


Von der Elbe kommend spazierte ich zuerst einmal in die Stadt hienein. Breite Straßen boten den Truppen und ihrer Versorgung viel Raum, fast alle Gebäude waren als Kaserne, Verwaltungssitz oder Krankenhhaus angelegt. Nur wenige Handwerker und Händler ließen sich in der waffenstrotzenden Stadt nieder. Im Zentrum findet sich natürlich die Kirche, ohne katholischen Segen war kein Krieg zu gewinnen bzw. mussten die zu erwartenden zahlreichen Opfer der Schlachtfelder auf ihr Ende für Gott und Vaterland vorbereitet werden.


Festungsstadt JosefovFestungsstadt JosefovFestungsstadt Josefov
Festungsstadt JosefovFestungsstadt JosefovFestungsstadt Josefov
Festungsstadt JosefovFestungsstadt JosefovFestungsstadt JosefovFestungsstadt Josefov


Obwohl Josfov als städtisches Denkmalreservat ausgewiesen ist, so sieht man dort auch viel Tristesse. Viele der desolaten Gebäude sind heute Mietskasernen, viel Gerümpel lagert in den Höfen und Gärten. Wie schon gesagt, mit Schönheit brilliert diese Stadt nicht. So machte ich mich dann daran, die Stadt aussen herum zu umwandern. Leider wurden alle vier ehemaligen Stadttore aberissen.


Festungsstadt JosefovFestungsstadt JosefovFestungsstadt Josefov
Festungsstadt JosefovFestungsstadt JosefovFestungsstadt Josefov


Festungsstadt JosefovFestungsstadt JosefovFestungsstadt Josefov
Festungsstadt JosefovFestungsstadt JosefovFestungsstadt Josefov
Festungsstadt JosefovFestungsstadt JosefovFestungsstadt Josefov


Die Stadt hatte ich auch dehalb als Ziel erwählt, da montags in Tschechien ja alle Schlösser und Musseen geschlossen haben, eine Stadt dagegen sperrt nicht zu. Die Museen konnte ich also nicht besichtigen, der Zugang zu einer der Bastionen war aber geöffnet. Von oben erschloss sich der Zusammenhang der Anlagen doch besser als mitten drinnen.


Festungsstadt JosefovFestungsstadt JosefovFestungsstadt Josefov
Festungsstadt JosefovFestungsstadt JosefovFestungsstadt Josefov
Festungsstadt JosefovFestungsstadt JosefovFestungsstadt Josefov


Festungsstadt JosefovFestungsstadt JosefovFestungsstadt JosefovFestungsstadt Josefov
Festungsstadt JosefovFestungsstadt JosefovFestungsstadt JosefovFestungsstadt Josefov


Obwohl ich eigentlich kein Faible fürs Militärische habe, so war der Ausflug doch lehrreich. Nun aber sollte der gemütliche Teil des Tages folgen, bis Königgrätz war es ja nicht weit und ein paar Drinks am Hauptplatz ließen den Abend angenehm ausklingen.



Hradec Kralove


Über Hradec Králové, wie Königgrätz heute heißt, habe ich schon beim letzten Besuch etwas erzählt und ein Besichtigungsprogramm hatte ich auch nicht geplant. Nur die Gelegeheit, dass die dem Hl. Geist geweihte den Hauptplatz dominierende Kirche geöffnet war, habe ich kurz benutzt um einen Blick hinein zu werfen. 1307 wurde mit dem Bau des gotischen Ziegelbaus begonnen, 1664 wurde sie zusammen mit der Schaffung des Bistums Königgrätz zur Kathedrale erhoben und gibt nun auch eine schöne Kulisse, wenn man nächtens nach dem kräftigenden Abendessen noch über den Hauptplatz spaziert.

Wobei das erste Bild natürlich keine Gotik zeigt, das ist das Innere der ebenfalls am Hauptplatz befindlichen Barockkirche Maria Himmelfahrt aus dem 17. Jahrhundert.


Barockkirche Maria Himmelfahrt am Hauptplatz von KöniggrätzGotische Kathedrale KöniggrätzNächtliche Kathedrale von Königgrätz



Hospital Kuks


Auch am nächsten Tag stand kein Schloss am Programm, sondern ein Sanatorium und Altenheim. Das klingt vieleicht nicht allzu vielversprechend, aber im Elbtal bei Kuks (deutsch Kukus) ist doch etwas ganz besonderes entstanden. Da das Wasser als heilend galt, entstand dort im 17. Jahrhundert ein großzügiger und vielbesuchter Badeort.

Kuks befand sich im Besitz des Grafen Franz Anton von Sporck. Der Sohn eines Generals war sehr gebildet, u.a. hatte er er in Prag Philosophie studiert. Auch er war oft in Kuks, wo er ein kleines Schloss besaß (heute nicht mehr bestehend). Anstatt nun für sich eine prächtige Residenz zu errichten, ließ er am Hang oberhalb der Kurbäder ab 1707 eine beeindruckende Anlage erbauen, die ein Altenheim für Veteranen der Türkenkriege und pflegebedürftige Untertanen umfasst. Zu Betreuung der Kranken kam der Orden der Barmherzigen Brüder, womit ein kleiner Teil auch als Kloster bestand. Ausgestattet wurde das Hospital Kuks von bedeutenden Barockbaumeistern. Als Besonderheit gilt der umfangreiche Schmuck an Skulpturen, die sich auf der Brüstung vor dem Hospital und im Garten fanden. Gestaltet wurden sie vom bedeutenden Bildhauer Matthias Bernhard Braun, der in seinem umfangreichen Werk auch Figuren auf der Prager Karlsbrücke schuf.

In der Blütezeit wurden im mondänen Kurort Opern aufgeführt, Pferderennen abgehalten, Feuerwerke abgebrannt und sogar Brunnen mit Wein befüllt. Das üppige Leben fand ein jähes Ende, als ein Hochwasser 1740 die Badeanlagen zerstörte, die danach nicht wieder aufgebaut wurden.

Graf Sporck, der in Kuks auch eine große öffentlich zugängliche Bibliothek unterhielt und selbst wissenschaftliche Werke, darunter Übersetzungen bekannter Philosophen, drucken ließ, kam in Konflikt mit der strengen Zensur der Jesuiten und war mit hoher Strafe bedroht. Er ließ zwar unterhalb der Hospitalskirche die Familiengruft einrichten, wandte sich selbst aber zusehends ins liberalere Leipzig, wo er auch mit der Komponistenfamilie Bach in Kontakt stand.

Auch wenn die Sporckschen Nachfahren kaum Interesse an diesem abgelegenen Besitz hatten und Kuks zu einer bäuerlich-dörflichen Gemeinde wurde, so hatte die Altenpflege des Konvents doch bis 1945 Bestand, erst mit den Beneš-Dekreten mussten die deutschsprachigen Ordensbrüder Kuks verlassen und in die eindrucksvolle Barockanlage kehrte Stille ein.


Hospital KuksHospital KuksHospital Kuks
Hospital KuksHospital KuksHospital Kuks


Hospital KuksHospital KuksHospital Kuks


Hospital KuksHospital KuksHospital Kuks
Hospital KuksHospital KuksHospital Kuks


Hospital KuksHospital KuksHospital Kuks
Hospital KuksHospital KuksHospital Kuks


Hospital KuksHospital KuksHospital KuksHospital Kuks
Hospital KuksHospital KuksHospital Kuks


Hospital KuksHospital KuksHospital Kuks
Hospital KuksHospital KuksHospital Kuks


Hospital KuksHospital KuksHospital Kuks
Hospital KuksHospital KuksHospital Kuks


Hospital KuksHospital KuksHospital Kuks


Hospital KuksHospital KuksHospital Kuks


Hospital KuksHospital KuksHospital Kuks
Hospital KuksHospital KuksHospital Kuks


Hospital KuksHospital KuksHospital KuksHospital Kuks
Hospital KuksHospital KuksHospital Kuks



Betlehem


Der Bildhauer Matthias Bernhard Braun schuf aber nicht nur ums Hospital fantastische Figuren, die zu den besten der Barockzeit in Tschechien gehören, sondern wirkte auch im unweit gelegenen Wald. Entlang eines Steinbruchs wurde in der Blütezeit des Kurorts eine Allee angelegt, wo der Bildhauer teilweise direkt Reliefe in die Wände des Kalksteins schlug und auch Skulpturen schuf. Genannt wird diese einzigartige Freiluftgallerie “Betlehem”, obwohl sich keine Krippenszene darunter findet.

Als ebenfalls nationales Kulturdenkmal Tschechiens war mir dieser bedeutende Ort zwar namentlich bekannt, nur wo er sich genau befndet, wusste ich vorab nicht exakt (Wikipedia kennt nur einen tschechischsprachigen Eintrag). Es gibt zwar vom oberhalb des Hospitals gelegenen Bahnhof weg eine gute Beschilderung, da ich die Skulpturen aber nahe bei der Elbe vermutete, verunsicherte es mich doch sehr, gut 100 Höhenmeter in den Wald hinauf geleitet zu werden. Obwohl mir Wanderer mit der Nase am Display eigentlich komisch vorkommen, zückte ich also auch das Telefon um wenigstens den Verlauf meiner kleinen Wanderschaft mitverfolgen zu können. Lange war ich unsicher, ob die Beschilderung wohl tatsächlich zum Ziel führen würde. Die eigentlich sehr schöne Wanderung, in zwei Stunden wären die ungefähr 7 km samt etwas Besichtigungszeit locker zu absolvieren, gestaltete sich ob der Ungewissheit doch etwas zäh. Gesehen habe ich sie dann doch, die Sulpturen, die Matthias Braun vor von 1718 bis 1732 aus dem Fels schlug.


Hospital KuksHospital KuksHospital Kuks
Hospital KuksHospital KuksHospital Kuks


Hospital KuksHospital KuksHospital Kuks
Hospital KuksHospital KuksHospital Kuks
Hospital KuksHospital KuksHospital KuksHospital Kuks


Zumindest einen Teil bekam ich zu sehen, dort wo meine blaue Wanderroute mit orangen Punkten belegt ist. Ich vermute aber, dass es bei den anderen orangen Punkten noch einen anderen Teil gäbe, sicher bin ich mir mangels eindeutiger Quellen aber nicht. So kam ich also auch zum Bahnhod Žireč (deutsch Schurz), der sowieso viel schöner ist als jener von Kuks :-). Ja, auch die Fahrt auf so einer nostalgisch anmutenden Nebenbahn gehört zu den kleinen Abenteurn, die ich auf meinen Ausflügen so sehr mag.

Nach der Wildnis kehrte ich also nach Königgrätz zurück, jetzt kenne ich auch ein Spitzenrestaurant, das ich bei meinem nächsten Ausflug in diesen Teil Tschechiens unbedingt wieder besuchen muss. Es gibt ja noch genug zu sehen …


Track Kuks BetlehemBahnhof KuksHospital Kuks


Bahn von Jaroměř nach Kuks bzw. Žireč