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2016-07-15 - Bootsfahrt zur Burg Veveri
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2015
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2014-07-06 - Sommerresidenz mit Gartenpracht
2014-06-15 - Hirnlos?
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2014-05-08 - Vitamine für den Patienten
2014-04-18 - Römerstadt Vindobona
2014-04-05 - Frühlingsduft und Vergänglichkeit in St. Marx
2014-03-26 - Schiele und Zeitgenossen im Leopoldmuseum
2014-02-20 - Tempel am Karlsplatz
2014-02-17 - Die Welt verändern
2014-02-15 - National Geographic zu Gast im Westlicht
2014-01-26 - Schwadrons Fliesen - oft mit Füßen getreten
2014-01-19 - Bauzone Prater
2014-01-11 - Augarten
2014-01-10 - Vom Rathaus zu Joseph Haydn
2014-01-05 - Fotoausstellung Michel Comte
2013
2013-12-25 - Ein Tag mit Tiffany
2013-11-08 - Besuch beim Nachbarn Johann Strauss
2013-11-03 - Wiener Ziegelmuseum
2013-11-01 - Herbstwanderung Troppberg
2013-10-26 - Stadtgeschichte am Nationalfeiertag
2013-10-15 - Herbstfarben am Friedhof
2013-10-02 - Orgelmusik erhellt die dunkle Jahreshälfte
2013-10-01 - Hofburg und Tafelsilber
2013-09-26 - Möbel und Architektur in Museen
2013-09-24 - Ein Palast für Kaiser und Könige
2013-09-20 - Ausblicke
2013-09-18 - Auf dem Kriegspfad
2013/09/16 - Ich gehe ins Kloster
2013/09/10 - Wein und Aussicht
2013/09/05 - Wildschweine vor der Villa der Kaiserin
2013/07/20 - Schiffsfahrt in Wien
2013/07/08 - Einfach weg - Bratislava
2013/01/15 - Winter - die märchenhafte Seite davon
2013/01/05 - Licht in den Regentag








Bootsfahrt zur Burg Veveří


Wer das kleine Flüsschen Svratka (dt. Schwarza) in Brünn ansieht, der kommt sicher nicht auf die Idee, dass darauf eine schöne Bootsfahrt möglich ist. Etwa 10 km nordwestlich von Brünns Stadtzentrum entfernt im Vorort Bystrc wurde von 1936 bis 1940 die Brünner Talsperre (cz. Brněnská přehrada) errichtet und damit ein erstaunlicher volluminöser Stausee geschaffen. Stand ursprünglich die Trinkwasserversorgung der nahen Stadt im Vordergrund (mit ca. 3 MW ist die Energiegewinnung eher bescheiden), so ist der Brünner Stausee heute ein geschätztes Naherholungsgebiet mit Bademöglichkeiten, Wanderwegen ringsherum und Ausflugsschifffahrt, die mit modernen Elektrobooten betrieben wird.

Die Pläne, wie ich einige arbeitsfreie Tage nützen wollte, wurden durch wechselvolles wenig sommerliches Wetter vermasselt (oh wie verwöhnte uns der Sommer im Vorjahr 8-)), einen kleinen Ausflug wollte ich aber doch unternehmen, und so zielte ich also auf den Brünner Stausee. Auch wenn die Wolken wenig freundlich wirken (und die Fotos düster erscheinen lassen :-(), so war es doch angenehmes Ausflugswetter. Von der mit der Straßenbahn erreichbaren Bootsanlegestelle könnte man in rund 2 Stunden zur Burg Veveří wandern, oder man schippert gemütlich in der halben Zeit dorthin.


Infotafel zur Ausflugsschifffahrt am Brünner StauseeAnlegestelle in Brünn mit einem der nach Partnerstädten benannten elektrisch angetriebenen SchiffeDie Krone der 120 m langen und 23 m hohen Staumauer


Wer hätte das gedacht, sogar einen Yachtclub ermöglicht der StauseeSchiff ahoj am Brünner Stausee (passt gut, in der Tschechischen Sprache ist "ahoy" das übliche "hallo"10 km beträgt der Rückstau, im oberen Teil wird das Flusstal natürlich schon etwas enger


Begegenung mit der "Wien" - Brünn und Wien sind PartnerstädteAngekommen bei der Burg VeveříAngekommen bei der Burg Veveří


Die Burg Veveří (https://www.veveri.cz/cs) liegt auf einer kleinen Anhöhe direkt neben der aufgestauten Svratka. Zum Namen Eichhorn gibt es eine Gründungslegende, jedenfalls stammt sie aus dem 12. Jhdt., als sie als Königsburg der Přemyslidenherrscher errichtet wurde. Als wichtiger Herrschaftssitz war sie nach Zerstörung und Wiederaufbau in den Hussitenkriegen nie von Bedeutung, jedoch sind einge Besitzer durchaus erwähnenswert. 1830 bis 1844 hatte hier während der erfolglosen Belagerung von Brünn Gustav Wasa, der Sohn des schwedischen Königs Gustav IV. seinen Sitz. Fast das ganze 19. Jhdt. über war die Burg im Besitz der Textilfabrikantenfamilie von Mundy. Auf der Burg Veveří wurde Jaromír Freiherr von Mundy geboren, der später in Wien als bahnbrechende Neuerung ein Rettungs- und Sanitätswesen begründete. Der Nachbesitzer Maurice Arnold de Forest war ein enger Freund von Winston Churchill, so dass dieser mehrmals, sogar auf seiner Hochzeitsreise, die Burg bei Brünn besuchte. Danach in Besitz des tschechischen Staates übergegangen, diente sie nach dem Zusammenbruch der Ostfront bis 1945 deutschen Truppen als Lazarett.


Burg Veveří / Eichorn


Die Vorburg mit Wirtschaftsgebäuden und der Kapelle aus der Gründungszeit (mit dem berühmten Marienbild, heute in Prag) ist durch einen mit einer Brücke überwölbten Graben von der Hauptburg getrennt. Überragt wird die Burg mit seinem Hof vom Bergfried, der weitgehend aus der mittelalterlichen Bauzeit unverändert erhalten ist.


Zugang zur HauptburgUnten im Tal der aufgestaute Fluss SchwarzaDer älteste östliche Teil der Hauptburg


Der älteste östliche Teil der HauptburgBlick zur VorburgBurghof


BurghofBurghof, das unterschiedlich gestaltete Fenster war einst das Portal zur BurgkapelleBurghof, das unterschiedlich gestaltete Fenster war einst das Portal zur Burgkapelle


Nach dem Weltkrieg konnte man sich nicht für eine sinnvolle Nutzung der Gebäude entscheiden, die Burg begann zu verfallen. Erst seit wenigen Jahren ist man nun dabei, die Gebäude wieder in Stand zu setzen und historisch fundierte Restaurierungen vorzunehmen. Wenn auch unter einem neuen schützenden Dach, so sind doch große Teile der weitläufigen Anlage noch in einem traurigen Zustand, wobei der gestoppte Verfall an mancher Stelle ein eigens Flair versprüht. Das bekommt man auch bei einer Führung durch Teile der einst prunkvollen Wohnräume zu spüren. Noch nicht alle Räume sind saniert, so dass mancherorts die wertvollen Möbel mit den maroden Räumlichkeiten kontrastieren. Doch will ich wieder einmal meine Bewundereung ausdrücken, mit welch enormen Anstrengungen und riesigem Aufwand der tschechische Staat seine Kulturgüter für die Zukunft erhalten will. Hier auf der Burg Veveří wird jedenfalls fleißig gearbeitet, in einigen Jahren wird auch dieses Erbe wieder erstrahlen. Auch bewundere ich immer die Details, mit denen die Ausstellungen der staatlichen Burgen und Schlösser geschmückt sind. Liebevoll dekorierte Tische und frische Blumen tragen zum Eindruck bei, dass hier bis kürzlich jemand gerne wohnte. Und auch wenn ich den Führungen in tschechischer Sprache nicht folgen kann, so wurde ich wieder mit einer umfangreichen und informativen Mappe versorgt. So gute Organisation verdient es, gelobt zu werden.


Rundgang durch die Wohnräume der Burg Veveří, manche Wände harren noch ihrer RestaurierungRundgang durch die Wohnräume der Burg Veveří, manche Wände harren noch ihrer RestaurierungRundgang durch die Wohnräume der Burg Veveří, schön restaurierter Saal


Rundgang durch die Wohnräume der Burg Veveří, schön restaurierter SaalSpeisesaal mit frisch restaurierten Fresken, die Ansichten der Burg Veveří zeigenSpeisesaal mit frisch restaurierten Fresken, die Ansichten der Burg Veveří zeigen


Bibliothek, wie sie letzten Besitzer hattenAllegorie der JahreszeitenMadonna von Veveří, 13. Jhdt., original heute in Prag


Karl IV. (König von Böhmen und römisch-deutscher Kaiser im 14. Jhdt. aus dem geschlecht der Luxemburger im MuseumKönig als BrückenfigurMadonna von Šternberk aus dem 14. Jhdt. im MuseumModern konzipiertes Burgmuseum


Auf Burg Veveří / EichhornAuf Burg Veveří / EichhornAuf Burg Veveří / Eichhorn


Blick von der Burg auf die gestaute SchwarzaBrücke von der Vorburg zu den HauptgebäudenBurg Veveří / Eichhorn über der Svratka / Schwarza


Ein Schiff wird kommen ... zur Anlegestelle VeveříBrünner Stausee


Sommerlich leuchtende Farben hätten den Bildern natürlich gut getan. Ein schöner Ausflug war's aber allemal.