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2013-10-15 - Herbstfarben am Friedhof
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2013-10-01 - Hofburg und Tafelsilber
2013-09-26 - Möbel und Architektur in Museen
2013-09-24 - Ein Palast für Kaiser und Könige
2013-09-20 - Ausblicke
2013-09-18 - Auf dem Kriegspfad
2013/09/16 - Ich gehe ins Kloster
2013/09/10 - Wein und Aussicht
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2013/01/15 - Winter - die märchenhafte Seite davon
2013/01/05 - Licht in den Regentag








Ausflug zu den Erzbischöfen von Olmütz nach Kremsier


Eine Lücke begann sich zu füllen, ich war erstmals im nördlichen Nachbarland, in der Tschechischen Republik. Einen echten Grund für die lange Ignoranz gibt es nicht, ich plane jedenfalls weitere Besuche, denn es gibt dort viel Sehens- und Besuchenswertes, und es war ein schöner und gelungener Tagesausflug.

Uns verbindet eine lange gemeinsame Geschichte, schließlich war auch Tschechien Teil der Habsburgermonarchie. Unweit meines Wohnsitzes befand sich der im 2. Weltkrieg beschädigte und danach abgerissene Wiener Nordbahnhof (ersetzt durch den Bahnhof Praterstern), von dem die Kaiser Ferdinands-Nordbahn in die nördlichen Kronländer führte. Damals war diese Strecke wesentlich bedeutender als jene in den Westen, was sich in der Zeit des Eisernen Vorhanges natürlich umkehrte. So setzte ich mich in den Fernzug nach Warschau und fuhr ein gutes Stück nordwärts. Eine Erkenntnis war, wie flach das Land ist, eine weite Ebene reicht von Wien bis fast an die polnische Grenze, die Ebene, die vom Fluss March durchflossen wird. Das erklärt auch, dass in der tschechischen Sprache das Wort Morawa gleichlautend den Fluss March als auch den Landesteil Mähren bezeichnet - das von der March durchflossenen Land. In Prerau (tschech. Přerov) muss ich den Zug wechseln, um ans Ziel des Ausflugs in die Kleinstadt Kremsier (tschech. Kroměříž) zu gelangen.


Übersichtskarte Tschechien (©Openstreetmap.org)Der hübsche Hauptplatz von Kremsier mit dem RathausHauptplatz mit Schlossturm
Übersichtskarte Tschechien (©Openstreetmap.org) Der hübsche Hauptplatz von Kremsier mit dem Rathaus Hauptplatz mit Schlossturm


Zentrum von Kroměříž ist der große hübsche Hauptplatz mit den teilweise aus dem 17. Jhdt. stammenden Bürgerhäusern, einer Pestsäule und Brunnen.


Am Hauptplatz von KremsierAm Hauptplatz von KremsierAm Hauptplatz von Kremsier
Am Hauptplatz von Kremsier


Die bedeutendste Sehenswürdigkeit aber ist das Schloss. Die Erzbischöfe von Olmütz richteten hier ihre Residenz ein und ließen im 17. Jhdt. die bestehende gotische Burg in einen barocken Herrschaftssitz umbauen. Es diente nicht als spirituelles Zentrum, sondern war Macht- und Verwaltungszentrum der riesigen Ländereien in kirchlichem Besitz, die als Lehen an die Untertanen vergeben wurden und über die sie auch die Rechtssprechung inne hatten. Die Bischöfe entstammten durchwegs dem Hochadel (Liste) und waren somit fest in das Machtgefüge des Reiches integriert.

Homepage des Schlosses

Von der alten Stadtbefestigung ist noch das Mühltor erhalten. Von der Stadt war das Schloss durch einen Graben getrennt, der ist inzwischen zugeschüttet.


Kremsier-Hauptplatz und SchlossturmMühltor und SchlossMühltor und Schloss
Kremsier-Hauptplatz und Schlossturm Mühltor und Schloss


Zugang zum Schloss KremsierSchlosshofKirche
Zugang zum Schloss Schlosshof Kirche


Den im Kern von der gotischen Burg stammenden Turm des Schlosses zu besteigen sollte man keinesfalls versäumen, der Blick zum Stadtplatz, die die Altstadtgassen überragenden Kirchtürme und ins grüne Umland ist traumhaft schön.


Der Hauptplatz von Kroměříž vom SchlossturmDer Hauptplatz von Kroměříž vom SchlossturmSchule und Kirche
Der Hauptplatz von Kroměříž vom Schlossturm Schule und Kirche


Kroměříž vom Schlossturm
Kroměříž vom Schlossturm


Ausblick vom SchlossturmAusblick vom SchlossturmBlick vom Schlossturm in den Schlosshof
Ausblicke vom Schlossturm


Was die UNESCO dazu bewogen hat, das Schloss in die Liste des Weltkulturerbes aufzunehmen, durfte ich leider nicht in Bildern festhalten (Fotografierverbote in den Innenräumen). Kaum trennen konnte ich mich von der großartigen stimmungsvollen Gemäldegallerie, die fast das gesammte 2. Obergeschoß einnimmt. Den Kern der Sammlung legten die kunstsinnigen Bischöfe bereits im 17. Jhdt., sie erwarben mit ihrem (von den armen Untertanen erwirtschafteten) fast unermesslichen Vermögen Werke vieler bedeutender Künstler, die Sammmlung wurde später noch erweitert und hat sich fast vollständig erhalten. Mit seinen großartigen Gemälden, in bischöflichen Besitz finden sich u.a. Dürer, L. Cranach d.Ä., Veronese, Tizian, Rubens und Van Dyck, ist die Schlossgallerie ein echt sensationelles Highlight, in Tschechien kann nur die PragerNationalgallerie eine ähnlich hochrangige Sammlung bieten. Die ebenso bedeutende Bibliothek ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.


SchlosshofBischofswappenSchlosshof
Schlosshof Bischofswappen Schlosshof


In einem geführten Rundgang können auch die wertvoll ausgestatteten Prunkräume, der prächtige Festsaal und der Thronsaal besichtigt werden. Den Erklärungen in tschechischer Sprache konnte ich nicht folgen, die historische Bedeutung habe ich mir aber etwas erlesen. Stolz ist man auf die prominenten Gäste, die das Schloss beherbergte, darunter den österr. Kaiser und den russischen Zaren, die hier zu einem Treffen zusammentrafen. Als 1848 in Wien die Revolution tobte, flüchtete die kaiserliche Familie ins nahe Olmütz, der Reichstag tagte im Festsaal des Schlosses, der Verfassungsentwurf (Kremsierer Entwurf) war dem Kaiser aber zu progressiv.


Im Hof des Schlosses KremsierIm Hof des Schlosses KremsierZugang zur Gemäldegallerie
Im Hof des Schlosses Kremsier Zugang zur Gemäldegallerie


Schloss und -park Kroměříž als UNESCO Weltkulturerbe (engl.)


Ausführliche Tour (cz.)


Die beiden Schlossgärten gehören mit zum Kulturerbe. Der Garten an der stadtabgewandten Seite zieht sich bis ans Ufer der March, deren Wassser auch die Teiche des als Landschaftsgarten gestalteten Geländes speist. Die Wege führen zu Zierbauten, immer wieder eröffen sich Sichtachsen zum Schloss.

Neben den Wohnräumen des Bischofs wurde über dem zugeschütteten Burggraben ein kleiner barock gestalteter Ziergarten angelegt. Den abschließenden Bau zierten originale Statuen aus Pompeii.

Der große barocke Prunkgarten findet sich etwas abgelegen westlich des Stadtkerns (war leider gerade wegen Arbeiten für zwei Tage geschlossen).

SchlossparkSchlossparkSchlosspark
Im Schlosspark
SchlossparkZiergarten über dem zugeschütteten Burggraben
Schlosspark Ziergarten


Es war jedenfalls ein gelungener, sehr schöner Tag, die für einen Tagesausflug relativ weite Anreise hat sich gelohnt. Schon beim Wechseln der Währung kam Urlaubsfeeling auf, bei der Bahnfahrt heim (EuroCity aus Hamburg (!) via Berlin, Dresden, Prag nach Wien) fühlte ich mich wie von einer großen Reise zurückzukehren, und nicht bloß von einem Tagesausflug. Sicherlich finde ich bald wieder nach Tschechien, es hat mir so gut gefallen.


Imagefilm Kroměříž