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2013-10-15 - Herbstfarben am Friedhof
2013-10-02 - Orgelmusik erhellt die dunkle Jahreshälfte
2013-10-01 - Hofburg und Tafelsilber
2013-09-26 - Möbel und Architektur in Museen
2013-09-24 - Ein Palast für Kaiser und Könige
2013-09-20 - Ausblicke
2013-09-18 - Auf dem Kriegspfad
2013/09/16 - Ich gehe ins Kloster
2013/09/10 - Wein und Aussicht
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2013/07/20 - Schiffsfahrt in Wien
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2013/01/15 - Winter - die märchenhafte Seite davon
2013/01/05 - Licht in den Regentag








Augarten


Was kommt einem in den Sinn, wenn man an den Augarten denkt?

Von geringer historischer Relevanz ist, dass meine beiden ersten Wiener Wohnsitze in unmittelbarer Nähe lagen und die Gegend mir daher gut bekannt ist.

Bedeutender ist schon, dass der Augarten seit dem 17. Jahrhundert als kaiserliches Jagdgebiet diente und entsprechend ausgestaltet wurde. Der große Park liegt auf der “Insel” zwischen Donau und Donaukanal, die die Bezirke 2 und 20 ausmacht und bis zur Regulierung der Donau 1870 immer wieder Überschwemmungen ausgesetzt war, sie glich in weiten Teilen einem Augebiet (daher der Name). Fast zeitgleich mit der Gestaltung der Parkanlage des Schlosses Schönbrunn wurde auch im Augarten eine große barocke Gartenanlage angelegt, die im alleegesäumten Wegeraster erhalten ist und ebenso wie der Prater unter Kaiser Joseph II. (1741-1790) für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden, ein grünes Erholungsgebiet.

Auf bizarre Weise gestört wird der barocke Garten durch zwei Betonmonster, die seit 1944 dominant in Sichtachsen positioniert über 50m in den Himmel ragen. Die beiden Flaktürme (runder Gefechtsturm mit Fliegerabwehrkanone und rechteckiger Leitturm mit Radar und Suchscheinwerfern) wurden mit dem Vorrücken der Alliierten des 2. Weltkriegs nach Italien bedeutungsvoll, als Wien nun auch in den Aktionsradius des Bombenkrieges gelangte (von England war die Distanz zu groß und die Stadt daher noch nicht bedroht und blieb aus diesem Grund auch relativ unbeschädigt). Die Türme dienten jedoch nicht ausschließlich Verteidigungszwecken, sie waren auch Kriegsmaterialproduktionsstätten und Bombenschutz für bis zu 30.000 Menschen. Würde ein Künstler ein Mahnmahl gegen den Wahn des Krieges in solchen Ausmaßen errichten wollen, es würde sicher nicht genehmigt, so aber wird jeder Besucher des Augartens unweigerlich an die unheilvolle Geschichte erinnert.


Barockgarten mit FlakturmBlickachse zum GefechtsturmLeitturm
Barockgarten mit Flakturm Blickachse zum Gefechtsturm Leitturm


Die Anwesenheit der kaiserlichen Familie im Augarten wirkte natürlich wie ein Magnet auf den Adel, man wollte in der Nähe sein. So verwundert es wenig, dass im Umfeld weitere Palais entstanden. Das Palais der Familie Grassalkovich (18. Jhdt.) findet sich direkt gegenüber dem Haupttor zum Garten (das Palais Grassalkovich in Bratislava ist heute Sitz des slowakischen Staatspräsidenten, ich hab' davon vorigen Sommer berichtet), die trennende Straße ist auf einer Dammkrone angelegt.


Gestörte barocke IdyllePalais Grassalkovich (1794) hinter dem DammPalais Grassalkovich (1794)
Gestörte barocke Idylle Palais Grassalkovich (1794) hinter dem Damm Palais Grassalkovich (1794)


Für die Aufenthalte der kaiserlichen Familie entstanden natürlich auch angemessene Aufenthaltsmöglichkeiten. Der Bereich des aus dem 17. Jhdt. stammenden Palais Augarten ist heute nicht zugänglich, die Knaben der Wiener Sängerknaben werden in ihrer Schule und dem Internat gut behütet und streng abgeschirmt.


Palais Augarten (17.Jhdt.) - Heimat der Wiener SängerknabenHaupttor zu Schloss und Garten (1775)Schloss Augarten (Gartensaal)
Palais Augarten (17.Jhdt.) Haupttor zu Schloss und Garten (1775) Schloss Augarten (Gartensaal)


Eine größere von den Herrschern im Sommer oft bewohnte Anlage war die Alte Favorita, die aber 1683 von den belagernden Türken in Schutt gelegt wurde. Aus den Ruinen eines Seitentraktes wurde der Gartensaal aufgebaut, dieser wird heute oft als Schloss Augarten (in Unterscheidung zum Palais) bezeichnet. Im Saal statt findende Konzerte waren einst sehr beliebt, Mozart, Beethoven und Sträusse unterhielten persönlich mit ihrer Musik.

Aber nicht die Musik hat den Augarten zu einer weltweit bekannten Marke gemacht. Nachdem es 1710 in Meißen erstmals in Europa (1100 Jahre nach der chinesischen Erfindung) gelungen war, hochwertiges weißes Porzellan herzustellen, wollten die sächsischen Kurfürsten diese Geheimnis natürlich bewahren. Die Geschichte, wie es den Habsburgern mit Spionage und Personalabwerbung galang, wenige Jahre später als zweite auf dem Kontinent (Liste der Porzellanmanufakturen mit Jahreszahlen) in der Wiener Porzellanmanufaktur ebenfalls vergleichbares Porzellan erzeugen zu können, liest sich wie ein Krimi. womit jetzt also geklärt wäre, woher viele der wertvollen Gedecke und Tischdekorationen stammen, die ich im Sommer in der Hofsilber- und Tafelkammer bewundern konnte. Doch höchste künstlerische und handwerklich Qualität reichten gegen die aufkommende Industrialisierung und Massenherstellung nicht, seit 1864 erinnert nur mehr die Porzellangasse im 9. Gemeindebezirk an die Stätte, wo die edle Keramik bis dahin hergestellt wurde.


Schloss Augarten (Gartensaal)Logo mit Wegweiser zu Manufaktur und MuseumPortal zur Porzellanwelt
Schloss Augarten (Gartensaal) Logo mit Wegweiser zu Manufaktur und Museum Portal zur Porzellanwelt


Im Jahr 1923 erinnerte man sich der Tradition, holte die noch vorhandenen Formen und Entwürfe aus dem Museum und begann in traditioneller Herstellungsweise an die große Vergangenheit der Prozellanherstellung anzuknüpfen, die Porzellanmanufaktur Augarten (Firmenseite www.augarten.at) war geboren, benannt nach dem neuen Sitz im Schloss Augarten, wo bis heute erlesene Gedecke, Schmuckkeramik und Lampen hergestellt werden. Im Gartensaal lädt das Porzellanmuseum ein, das wollte ich besuchen.


Modernes Museum, im Zentrum ein zweistöckiger RundofenModernes Museum, im Zentrum ein zweistöckiger RundofenEinführung in die Porzellanherstellung
Modernes Museum, im Zentrum ein zweistöckiger Rundofen Einführung in die Porzellanherstellung


Wo sind die Zeiten, als in Museen die Ausstellungstücke in Holzvitrinen unter kaltem Leuchtstoffröhrenlicht gezeigt wurden, so wie ich es tweilweise noch aus der Schulzeit in Erinnerung behalten habe? Auch das Porzellanmuseum präsentiert sich als modernes, durchgestyltes Museum, wo man sich wohl fühlt und gerne neugierig auf Entdeckungstour macht. Im Zentrum der sich über zwei Etagen erstreckenden Sammlung findet sich der Rundofen, der vor den elektrischen Brennöfen die Hitze für Brenn- und Glasurvorgang lieferte. Nach grundlegenden Erklärungen zum Werkstoff Porzellan, seinen Zutaten werden die Arbeitsschritte bis hin zum fertigen Werkstück erklärt.

Sehr aufwendig sind Figuren herzustellen, oftmals müssen viele Einzelteile hergestellt und zusammengefügt werden. Das betrifft auch die für Augarten so bekannten Pferdedarstellungen, prominent die Lipizzaner der Spanischen Hofreitschule.


Einzelteile, aus denen eine Figur zusammengesetzt wirdBunte FigurengruppePferdeskulptur
Einzelteile einer Figur Bunte Figurengruppe Pferdeskulptur


Der Großteil der Produktion umfasst alle Formen von Tischgeschirr, vorwiegend dekoriert mit Pflanzenmotiven, aber auch geometrische Formen finden sich. Im Museum werden ältere Meisterstücke gezeigt, die aktuellen Kollektionen finden sich im Schauraum neben der Kasse. Ein Speiseteller kostet je nach Aufwand der Dekoration 100 bis 400 Euro, dafür erhält man Handwerkskunst in Vollendung.


Edle Tassenoft mit asiatischem TouchPrunkpokal
Edle Tassen oft mit asiatischen Touch Prunkpokal


Eingebettet in die Dauerausstellung finden auch Sonderausstellungen statt, aktuell STADTSPAZIERGANG LANDPARTIE - WIENER ANSICHTEN AUF PORZELLAN. In feinster Malerei, Details sind oft erst mit bereitgestellten Lupen erkennbar, wurden vertraute oder schon lange nicht mehr existierende Stadtansichten auf die feine Keramik gemalt. Sollte man gesehen haben!


Schloss Augarten auf TasseSchloss SchönbrunnStift Klosterneuburg
Schloss Augarten auf Tasse Schloss Schönbrunn Stift Klosterneuburg
Wien mit StadtmauerWien mit Stadtmauer
Wien mit Stadtmauer