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Am Schneeberg


Es ist doch noch richtig spätsommerlich geworden in diesem September. Als die Dame im abendlichen Wetterbericht auch noch “Fernsicht über 100 km” prophezeit klingelt es bei mir. Ich warte schon seit geraumer Zeit auf diesen Tag, um endlich auch einmal auf den Schneeberg zu kommen.

Der Schneeberg ist mit einer Höhe von 2076 m der östlichste Zweitausender der Alpen. Nur 65 km südwestlich von Wien gelegen ist er an klaren Tagen in der Ferne gut sichtbar und damit einer der Hausberge der Stadt. So wurde er touristisch erschlossen, seit 1897 überwindet eine Zahnradbahn von Puchberg am Schneeberg ca. 1000 Höhenmeter bis zur Bergstation unterhalb des Waxriegels. Auch an einem September-Werktag ist der Andrang so groß, dass Tickets unbedingt vorab online erworben werden sollten.

So mache ich mich also auf den Weg, mit der Bahn über Wiener Neustadt nach Puchberg und hinauf auf den Berg mit der Zahnradbahn. In die Zahnradbahn werden die Leute dermaßen eng hineingequetscht und die mit jeder Durchsage verbundene Kaufaufforderung für irgendeinen Shop machen die Fahrt zu keinem Vergnügen, am Ziel angekommen bin ich nur froh mich endlich wieder durchstrecken zu können.


Der Schneeberg von Puchberg ausGarnitur der ZahnradbahnBergstation
Der Schneeberg von Puchberg aus Garnitur der Zahnradbahn Bergstation
Letzte Kurve vor der BergankunftZahnstangen bieten Halt im steilen GeländeAusweiche Baumgartner
Letzte Kurve vor der Bergankunft Zahnstangen für Halt im steilen Gelände Ausweiche Baumgartner


Seit 1901 steht unmittelbar neben der Bergstation die Kaiserin-Elisabeth-Gedächtniskirche errichtet im Jugendstil zur Erinnerung an die ermordete Kaiserin.

Kaiserin-Elisabeth-Gedächtniskirche (1901)Kaiserin-Elisabeth-Gedächtniskirche (1901)Kaiserin-Elisabeth-Gedächtniskirche (1901)
Kaiserin-Elisabeth-Gedächtniskirche (1901)


Der Schneeberg ist kein einzelner Gipfel sondern ein kleiner Bergstock bei dem steile Flanken ein relativ flaches Hochplateau umschließen. Ist man also mit der Bahn erst einmal am Plateau angelangt, so sind die Wanderungen oben anspruchslos. Eine kleine Rundwanderung habe ich auch geplant, die klassische Plateau-Runde.

So gemütlich wie erwartet ist dieser Rundgang aber bei weitem nicht, denn ein kräftiger Sturm treibt teilweise dichte Nebelschwaden von Süden über den Berg. Ist es höhenbedingt schon kühl, so fühlt man mit Wind und Feuchte eine schreckliche Kälte. Fleecepulli und Windjacke habe ich ja mitgenommen, aber dass auch Haube und Handschuhe nötig sein würden, damit habe ich angesichts der herrlichen Spätsommertemperaturen im Tal nicht gerechnet. Wenigstens reichlich Taschentücher für die bald tropfende Nase habe ich im Gepäck. :-( Die Fotos geben die unappetitliche Witterung nicht wieder, denn natürlich habe ich den Auslöser gedrückt, als sich der Nebel oft nur für Sekunden gelichtet hatte.

Die kleine Wanderung startet bei der Bahnbergstation und führt im Halbkreis fast eben um den Waxriegel zum Damböckhaus (unter 15 Minuten)). Bald danach gabelt sich der Weg, die Schotterpiste führt rechts zur Fischerhütte, links zweigt der Weg zum Klosterwappen ab, mit 2076 m die höchste Erhebung des Schneebergs und des Bundeslandes Niederösterreich. Wegen der Menschenmassen, die sich hier oben oft tummeln, sind die Wege gut markiert.


Orientierungstafel SchneebergDamböckhaus (1810 m)Abzweig zum Klosterwappen
Orientierungstafel Schneeberg Damböckhaus (1810 m) Abzweig zum Klosterwappen


Die gute Wegmarkeirung gibt mir auch Sicherheit, denn meist stapfe ich im dichten Nebel vor mich hin und sehe nur die nächsten paaar Meter bis zum nächsten Markierungspunkt vor mir. Auch wenn es sich hier um einen Touristenpfad handelt, es ist eben auch alpines Gelände, ein Verlassen des Wegs empfiehlt sich bei der schlechten Sicht nicht. Geht es zu Beginn nur sanft bergauf, so wird das letzte Wegstück etwas steiler, die 200 Höhenmeter hinauf zum Klosterwappen müssen überwunden werden. Nur 90 Minuten von der Bahn weg und schon ist man am Gipfel, bei dem Sturm verzichte ich aber eine Rast.


Fast ständig ist das der getrübte Blick auf die schöne Bergwelt ringsum, keine Spur von der angekündigten Fernsicht.Nebelschwaden am SchneebergNebelschwaden am Schneeberg
Kurzer Lichtblick zur FischerhütteEinen Augenblick lichtet sich der Nebel etwas und gibt den Blick zum Gipfel freiLetzter Anstieg zum KlosterwappenGipfel Klosterwappen 2076 m
Aufstieg zum Klosterwappen, mit 2076 m die höchste Erhebung des Schneebergs


Ausblick Richtung WestenAusblick Richtung WestenAusblick Richtung Westen, hinten Mitte der Ötscher
Ausblick Richtung Westen


Dem Kamm folgend gelangt man in nur 15 Minuten zum zweithöchsten Gipfel, dem Kaiserstein (2061 m), bei die Fischerhütte auf stärkungsbedürftige Wanderer wartet.


Blick hinunter nach Pucherg und über das HochplateauFischerhütte in SichtFischerhütte und Blick zurück zum Klosterwappen
Dem Kamm folgend vom Klosterwappen zum Kaiserstein mit der Fischerhütte


Im Jahr 1805 stieg Kaiser Franz I. auf den KaisersteinUnser Bundespräsident Dr. Fischer war wohl auch schon hier?Ausblick von Kaiserstein, unten das Damböckhaus
Ausblick von Kaiserstein ins Tal nach PuchbergAusblick von Kaiserstein ins Tal nach PuchbergAusblick von Kaiserstein, unten das Damböckhaus
Kaiserstein und Fischerhütte, schöne Ausblicke vom Kaiserstein über das Schneeberg-Hochplateau und nach Nordost ins Tal


Etwas öfter reißt der Nebel nun auf, so dass sich doch kurze Rundblicke übers Plateau und ins Tal auftun, der Sturm pfeift aber ungemindert. Sind die kleinen Wanderungen oben kurz und einfach, so sind die Abbrüche ringsum nicht ungefährlich und nur wenige Routen und Klettersteige führen herauf. Wetterbedingt habe ich es eilig, von der Fischerhütte vorbei am Damböckhaus vorbei wieder zurück zur Bahnbergstation zu gelangen (40 Minuten). So richtig angenehm ist die Schottertrasse nicht zu begehen, weicher ist da schon die Wiese daneben.


Ausblick von Kaiserstein, unten das DamböckhausBlick zurück zum Gipfelkamm, links im Nebel Klosterwappen, rechts KaisersteinBlick zurück zum Gipfelkamm, links Klosterwappen, rechts Kaiserstein
Blick von Kaiserstein zum Damböckhaus Blick zurück zum Gipfelkamm, links Klosterwappen, rechts Kaiserstein


Dort trotzen auch ein paar Blümchen der unwirtlichen Witterung.


EnzianartEnzianBeeren als Farbtupfer im Nebelgrau
Irgendein Enzian Farbtupfer


Resümee: Bei Prachtwetter wäre das eine kleine harmlose Wanderung (2 1/2 Stunden Gehzeit für die ganze Runde) mit vielleicht echt schönen Panoramablicken. Die eng eingezwängte übertrieben auf Verkauf getrimmte Bergbahnfahrt fand ich aber extrem unsympathisch und nicht als schönes Erlebnis. Wäre ich aber im sommerlichen Tal in der warmen Sonne gelegen, hätte ich mir dafür vorgeworfen, eine Chance verpasst zu haben. Nach diesem Tag weiß ich aber, dass der Schneeberg sicher nicht mein Hausberg sein wird, und wie wunderbar ein heißes Bad nach einem durchfrorenen Tag ist.


Puchberg, Hohe Wand und dahinter Wiener BeckenPuchberg, Hohe Wand und dahinter Wiener BeckenVermummungsverbot gilt am Berg bei kaltem Sturm nicht
Puchberg, Hohe Wand und dahinter Wiener Becken kein Vermummungsverbot bei kaltem Sturm